24. Januar 2003

Waldschäden durch Grundwasserüberförderung werden bezahlt

Waldschäden durch Grundwasserüberförderung werden bezahlt

BUND begrüßt Entschädigungszahlung für den Wald westlich Darmstadts

Presseinformation: Frankfurt/Darmstadt, 24. Januar 2003

Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die heute unterzeichnete vertragliche Vereinbarung zur Begleichung der forstwirtschaftlichen Waldschäden in Höhe von 5,65 Millionen Euro, die durch die Überforderung von Grundwasser der letzten Jahrzehnte durch die Wasserförderer Merck, Schenk und Südhessische Gas- und Wasser AG entstanden sind, an die Waldbesitzer Wissenschaftsstadt Darmstadt, Stadt Weiterstadt, Gemeinde Büttelborn und Hessen Forst.

Die anteilige Entschädigungszahlung war Auflage des wasserrechtlichen Widerspruchsbescheides 1999, den Merck aufgrund der Einigung zwischen BUND Hessen, Merck und Regierungspräsidium Darmstadt erhielt. Der BUND hatte gegen den vom RP Darmstadt erteilten Wasserbescheid von Ende 1994 Widerspruch und anschließend Untätigkeitsklage gegen das Land Hessen eingelegt. Die Klage wurde nach der erfolgten Vereinbarung zurück gezogen.

Merck folgte darin dem BUND-Vorschlag, das benötigte Wasser außerhalb und nicht mehr im Wald westlich von Darmstadt zu fördern und die Entnahmemenge drastisch zu reduzieren (von insgesamt beantragten 5,6 auf 3 Millionen Kubikmeter/a ).

Die beispielhafte gemeinsame Vereinbarung des BUND Hessen e.V. mit der Firma Merck KGaA und dem Land Hessen bewirkt, dass der durch übermäßige Grundwasserförderung geschädigte Wald westlich Darmstadts wieder eine Chance auf Wachstum erhält. In der Vereinbarung und im Bescheid des Regierungspräsidiums wurde dem mit Modellrechnungen belegten BUND-Vorschlag gefolgt, die Grundwasserförderung aus den firmeneigenen Brunnen der Merck KGaA aus dem sensiblen Waldbereich heraus zu nehmen und in weniger sensible Gebiete zu verlagern. Bemerkenswert findet der BUND, dass Merck bereits 1999 - außerhalb des Westwaldbereiches – die ab dem Jahr 2005 reduziert genehmigte Grundwasserfördermenge erreichte und für diesen Zeithorizont weitere erhebliche Einsparungen von Wasser ohne ökonomischen Rückschritt realisiert haben wird. Auf Vorschlag des BUND wurde durch externe Fachleute ein „alternatives Gesamtwasserkonzept Merck“ erstellt, das Merck selbst schrittweise umsetzt.

Der BUND hofft, dass das in einer weiteren Arbeitsgruppe entwickelte Pilot-Konzept „Siedlung schützen – Wald nützen“ mit einem kleinräumigen Grundwassermanagement in diesem Gebiet recht bald verwirklicht wird. Dadurch könnte Wasser aus von Vernässung bedrohten Siedlungsgebieten kleinräumig in Landwirtschaft und Wald geleitet werden.

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Michael Rothkegel (Geschäftsführer)
Weitere Kontaktinformationen finden Sie unter Presse