16. November 2002

Subvention der Fraport beim Flughafenausbau in Hahn eine dreiste Brüskierung des hessischen Steuerzahlers

Ausbau des Frankfurter Flughafens:
„Klassenziel verfehlt!“

Flughafen-Arbeitsplatzprognosen sind unglaubwürdig

PRESSEMITTEILUNG: Frankfurt, den 15. November 2002

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) belegen die gestern mitgeteilten Zahlen zur Entwicklung bis 2005, dass die Arbeitsplatzprognosen zum Ausbau des Frankfurter Flughafens unglaubwürdig sind. „Der Frankfurter Flughafen hat sein selbst gesetztes Klassenziel verfehlt“, lautet der Kommentar von BUNDvorstandssprecherin Brigitte Martin.

Noch im Frühjahr sprachen die Fraport-Gutachten während des Raumordnungsverfahrens von einer deutlichen Stellezunahme, nun nur noch von einer Bestandswahrung bis 2005. Im nächsten Jahr sollen aber aufgrund höherer Sicherheitsanforderungen 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt werden. Damit wird die eigene Prognose um über 1.500 Stellen unterschritten. Da etwa 20 % aller Arbeitsplätze am Flughafen bei Fraport selbst angesiedelt sind, müssten bis 2005 ausgehend von den prognostizierten Zahlen 11.500 neue Arbeitsplätze am ganzen Flughafen und bei Fraport ca. 2.500 und nicht nur 750 neue Jobs entstehen.

Der BUND kritisiert, dass Fraport neue Zahlen zur Arbeitsplatzentwicklung am gesamten Flughafen verschweigt. 61.252 Menschen arbeiteten laut dem Raumordnungsgutachten am 31.12.99 am Flughafen. Bereits diese Zahl beruhte z. T. auf Berechnungen. Neue Zahlen, wie die immer wieder genannten 62.500 für das Jahr 2000, sind schon Ergebnis der gutachterlichen Hochrechnungen. „Offenbar weiß niemand, wie viele Menschen aktuell am Flughafen arbeiten“, vermutet Brigitte Martin vom BUND. Angesichts der Krise in der Luftfahrt vermutet der BUND, dass insbesondere die zahlreichen kleineren Unternehmen am Flughafen eher Stellen abgebaut als neu eingerichtet haben.

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Thomas Norgall (Naturschutzreferent)
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