11. November 2002

ICE-Planung Main-Kinzig-Fulda

ICE-Planung Main-Kinzig-Fulda

BUND lässt modifizierten Kinzigtalkorridor prüfen
"Knackpunkt wird Bad Soden-Salmünster werden"

PRESSEMITTEILUNG: Heuchelheim, 11. November 2002

Im Rahmen des am vergangenen Mittwoch durchgeführten Scopingtermins zur Umweltverträglichkeitsuntersuchung für das ICE-Projekt Main-Kinzig-Fulda hat der BUND Landesverband Hessen e.V. einen eigenen Prüfvorschlag eingebracht. "Es geht darum", so Landesvorstandssprecher Stephan Henrich, "mit konkreten Prüfvorschlägen von Beginn des förmlichen Verfahrens den vonder DB vorgegebenen Untersuchungsrahmen für eine verträglicheLinienfindung zu öffnen".

Die Anfang diesen Jahres von der Bahn vorgestellten drei "relativ konfliktarmen Trassenkorridore" im Spessart und im Kinzigtal stießen beim Scopingtermin auf fundierte Kritik von Verbänden, Behörden und Bürgerinitiativen. Auch der BUND Hessen hat sich bereits gegen komplette Neubaulösungen im Spessart oder im südlichen Kinzigtalkorridor ausgesprochen.

"Wir sehen die einzige Realisierungschance für eine modifizierte Aus- und Neubaulösung im Kinzigtal", so Henrich weiter. Dabei weicht der Prüfvorschlag des BUND Hessen in den Bereichen Bad Soden-Salmünster, Kinzigtal-Stausee und Ohl/Acis von den DB-Korridorempfehlungen ab.

Wie am vergangenen Mittwoch angedeutet wurde, hat auch die DB bereits eine Tunnellösung zwischen Steinaubach und Hagerwasser statt der ursprünglich empfohlenen oberirdischen Linienführung erwogen. Auch ein viergleisiger Ausbau am Stausee mit Kurvenbegradigung, Umgestaltung des Uferstreifens und der Möglichkeit zur Unterbringung von Tunnelaushub erscheint für den BUND Hessen als bessere Alternative zum vorgesehenen Neubauabschnitt nahe Marborn.

"Der Knackpunkt jeder Kinzigtal-Linie ist jedoch Bad Soden-Salmünster", schätzt Henrich ein. Hier hält der BUND Hessen die von der DB verfolgte Untertunnelung Salmünsters für schlicht unrealisierbar. Die Linienalternative einer großräumigen Südumfahrung Salmünsters als landschaftszerstörende Neubautrasse, die dem bereits von Autobahn und alter Bahnstrecke zerschnittenen Stadtteil auch noch den freien Zugang zu Natur und Naherholung abschneiden würde, wird ebenfalls vom BUND Hessen abgelehnt. Als einzig verbleibende Lösung im Kinzigtal schlägt der BUND Hessen daher einen Abzweig von der alten Bahnstrecke vor Salmünster mit Übergang in den Münsterbergtunnel und direktem Anschluss einer aufgeständerten und voll eingehausten sowie eingegrünten Lärmschutzbrücke in den Randbereichen des Bad Sodener Kurparkes und der Kinzigaue bis zur alten Bahnstrecke Höhe Ahl vor.

Wohl wissend, dass dieser Vorschlag für einige Aufregung in der Kurstadt sorgen wird, will der BUND Hessen nun von der DB Realisierungsmöglichkeiten für diesen wohl bundesweit einmaligen Lösungsvorschlag prüfen lassen. Dabei sollte neben einer erforderlichen optimalen Integration dieses Bauwerks in das Stadt- und Landschaftsbild insbesondere der Lärmschutz unter Berücksichtigung der strengsten Grenzwerte für Kurgebiete garantiert werden. Durch eine Verlagerung der nächtlichen Güterverkehre auf den Neubauabschnitt kann nach BUND-Auffassung sogar eine spürbare Entlastung Salmünsters und Bad Sodens erreicht werden.

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Michael Rothkegel (Geschäftsführer)
Weitere Kontaktinformationen finden Sie unter Presse