8. November 2001

BUND fordert Ausweitung der Lkw-Maut auf das nachgeordnete Straßennetz

BUND fordert Ausweitung der Lkw-Maut auf das nachgeordnete Straßennetz

Pressemitteilung. 08. November 2001

Anlässlich der gestrigen Anhörung des Bundestags-Verkehrsausschusses zum Entwurf eines Lkw-Maut-Gesetzes begrüßt der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aus umwelt- und verkehrspolitischen Gründen die Einführung einer Schwerverkehrsabgabe, fordert aber gleichzeitig eine Ausweitung der geplanten Lkw-Maut auf das nachgeordnete Straßennetz.

"Durch die geplante Beschränkung der Maut auf Autobahnen besteht die Gefahr von erheblichen unerwünschten Verlagerungen des Straßengüterverkehrs auf Bundes- und Landstraßen. Höhere Umweltbelastungen, Sicherheitsprobleme und Lärmbelastungen für Anwohner sind in Hessen vor allem auf parallel zur Autobahn verlaufenden gut ausgebauten Bundesstraßen zu befürchten, wie beispielsweise auf der B 3 im zwischen Frankfurt und Giessen oder auf der B 44 zwischen Lampertheim und Frankfurt, jeweils parallel zur A 5/A67. Aber auch attraktive Abkürzungsstrecken zwischen zwei Autobahnen, wie die gut ausgebaute B 455/B456 am Taunus zwischen A 3 und der A 5 werden von einem massiven Anstieg des Lkw-Verkehrs betroffen sein", betont Harald Hoppe, verkehrspolitischer Sprecher des BUND. Unakzeptable Belastungen für die Anwohner von Ortsdurchfahrten befürchtet der BUND insbesondere in der Nacht.

Harald Hoppe: "Generell wird die Gefahr von unerwünschten Verlagerungen auf das nachgeordnete Straßennetz durch die zunehmende Anwendung moderner Navigationssysteme verstärkt. Die von der Universität Karlsruhe und dem Umweltbundesamt prognostizierten Zunahmen des Lkw-Verkehrs um mindestens 4,5% auf den Bundesstraßen sind den ohnehin lärm- und abgasgeplagten Anwohnern keineswegs zuzumuten."

Um die zu erwartenden Ausweichbewegungen des Schwerlastverkehrs auf das nachgeordnete Straßennetz und die damit verbundenen Sicherheits- und Umweltrisiken zu vermeiden muss nach Auffassung des BUND Hessen der bereits heute durch die EG-Wegekostenrichtlinie eröffnete Gestaltungsspielraum für eine Ausdehnung der Lkw-Maut auf parallel zur Autobahn führende Straßen, Abkürzungsstrecken, Grenzgebiete und Stadtstraßen vollständig genutzt werden. Begleitet werden muss dies durch gezielte Fahrverbote für den Lkw-Durchgangsverkehr auf Nebenstrecken. Eine strikte Absage erteilt der BUND den vom Bundesrat geforderten und vom hessischen Verkehrsminister Dieter Posch unterstützten Ausnahmeregelungen von der Lkw-Maut.

Harald Hoppe: "Autobahnteilstücke von der Mautpflicht auszuklammern, durchlöchert das Gesamtkonzept bis zur Unkenntlichkeit, erhöht den Erhebungsaufwand und ist letztlich nicht mehr überschaubar. Letztlich lösen lässt sich das Problem der unerwünschten Ausweichverkehre nur durch eine flächendeckende Erhebung der Lkw-Maut wie in der Schweiz."

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Michael Rothkegel (Geschäftsführer)
Weitere Kontaktinformationen finden Sie unter Presse