3. Dezember 2001

Katastrophenrisiko in Hanau durch verantwortungslose Plutoniumkonzentration

3. Plutoniumtransport aus Schottland eingetroffen

Katastrophenrisiko in Hanau durch verantwortungslose Plutoniumkonzentration nimmt immer mehr zu
Verantwortliche Landes- und Bundesministerien gehen auf Tauchstation und glänzen durch Nichthandeln

Presseerklärung: 03. Dezember 2001

In verschiedenen Schreiben haben die Umweltverbände und -organisationen BUND, BBU, IUH und BN Kreisgruppe Aschaffenburg den hessischen Innenminister Bouffier, den bayerischen Innenminister Beckstein, Bundesinnenminister Otto Schily und Bundesumweltminister Jürgen Trittin auf gravierende Mängel im Katastrophenschutz im hessisch-bayerischen Grenzgebiet sowie den fehlenden gemeinsamen grenzüberschreitenden hessisch-bayerischen Katastrophenschutzplan durch die Hanauer Plutonium-Anlagen aufmerksam gemacht und um Abhilfe gebeten. Dabei ging es in erster Linie um Reduzierung der täglichen ca. 740 Überfliegungen (Großflughafen Frankfurt) bzw. um Verhängung eines Überflugverbotes, zumindest für schwere Verkehrsmaschinen. Bis heute haben sich die verantwortlichen Länder- und Bundesministerien in Schweigen gehüllt!

Statt dessen werden weitere Plutonium-RWE-Brüter-Elemente aus Dounray/England im nicht gegen schwere Flugzeug-Abstürze gesicherten SEMENS-Bunker in Hanau-Wolfgang eingelagert. Heute früh erreichte erneut ein Transport mit ca. 21 Plutonium-Brüter-Elementen Hanau! Damit erhöht sich die Anzahl der im unsicheren Bunker gelagerten Brüter-Brennelemente von ca. 144 auf ca. 165 und die hierin enthaltene Plutonium-Menge steigt von ca. 1510 kg auf ca. 1690 kg! Zu befürchten ist, dass RWE die vom BfS erteilte Transport/Einlagerungs-Genehmigung für die verbliebenen ca. 20 Brüter-Elemente aus Dounray mit ca. 180 kg Plutonium noch mit angeblichem Fristablauf 31.12.01 realisiert. Dann wäre, wenn niemand auf Länder- bzw. Bundesebene hier verhindernd eingreift, Hanau-Wolfgang mit ca. 1870 kg Plutonium die größte Plutonium-Lagerstätte Deutschlands. Dies im Ballungsgebiet Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz mit einer 3 Millionen Bevölkerung. Sollte es zu einem schweren Flugzeug-Absturz, ungezielt (man bedenke täglich ca. 740 Überfliegungen) oder gezielt durch Terror-Aktion bzw. Sabotage-Anschläge kommen, ist mit einer Vielzahl von Toten und riesigen radioaktiven Verseuchungen zu rechnen. Deshalb erheben BBU, BUND, IUH und BN Kreisgruppe Aschaffenburg gegen die derzeitigen hochbrisanten Gefährdungs- und Katastrophen-Risiken der weiter geplanten Plutonium-Einlagerung und der Behörden-Untätigkeit Protest, insbesondere auch wegen der Nichtverhängung eines Überflugverbotes.

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Michael Rothkegel (Geschäftsführer)
Weitere Kontaktinformationen finden Sie unter Presse