10. Dezember 2001

Hanau nun größte Plutonium-Lagerstätte Deutschlands!

Hanau nun größte Plutonium-Lagerstätte Deutschlands!

Letzter Brüter-Plutonium-Transport aus Schottland unter Protest von Umweltschützern in Hanau-Wolfgang eingetroffen

Pressemitteilung: 10. Dezember 2001

Heute früh um 6 Uhr traf ein am Vorabend in Bremerhaven schiffsentladener LKW der Nuclear Cargo Service (NCS) mit ca. 20 Plutonium-Brüterelementen aus der englischen Atomfabrik Dounray mit Polizeieskorte in Hanau-Wolfgang ein. Damit sind alle in Schottland zwischengelagerten Brennelemente, wie noch unter der Kohl-Regierung vereinbart, nach Deutschland zurückgekommen.
Schon um 5 Uhr hatten sich bei Eiseskälte am Eingang des Hanauer Atomdorfes 12 Bürgerinnen und Bürger, darunter drei Stadtverordnete und ein Stadtrat von den Hanauer Grünen. eingefunden, um mit Transparenten und Plakaten auch gegen diese erneute Plutonium-Einlagerung zu protestieren! Auf den Plakaten wurde mit Sprüchen wie z.B. „Kein Plutonium in Hanau“, „Zur Hölle mit dem RWE-Plutonium“ und „Plutonium haut selbst die stärkste Omi um“ dem Unmut Luft gemacht. Den 12 Protestlern stand das Doppelte an Polizeikräften gegenüber.

Mit dieser erneuten Einlagerung von ca. 20 Plutonium-Brüter-Elementen befinden sich nun etwa 205 Plutonium-SBK-Elemente mit insgesamt ca. 1800 kg Plutonium und ca. 3600 kg URAN im sog. Bundesbunker, der nach neuesten RSK-Aussagen Flugzeugabstürzen nicht standhält.

Damit ist Hanau die größte Plutonium-Lagerstätte in Deutschland.

Hinzu kommen z.Zt. noch ca. 120 kg Plutonium und ca. 9000 kg Uran, mit denen wegen des Rückbaus der Siemens Mox-Brennelementefabrik in zwei nicht absturzgesicherten Fabrikhallen (0,3 cm Dach) umgegangen wird!

Hanau wird bei Westwind täglich bis zu 740 mal überflogen, d.h. es besteht täglich das Risiko eines Flugzeugabsturzes (Unglücks-, sonstiger Versagensfall) mit furchtbaren Katastrophenfolgen im Rhein-Main-Gebiet (Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz) mit etwa 3 Millionen Einwohnern. Bereits winzigste Mengen des hochgiftigen Plutoniums können bei Inkorporation tödliche Folgen haben. Unsere bisherigen Appelle an Politiker, u.a. an die Hanauer Oberbürgermeisterin Härtel, den Hessischen Innenminister Bouffier, Bundesinnenminister Schily und Bundesumweltminister Trittin, für ein sofortiges Überflugverbot bzw. wirksame Reduzierung der täglichen 740 Überfliegungen zu sorgen, blieben bedauerlicherweise bisher ohne jedes Echo.
Im Hanauer Stadtrat hat bislang lediglich die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen ein Überflugverbot beantragt.

Ansprechpartner des BUND Hessen:
Michael Rothkegel (Geschäftsführer)
Weitere Kontaktinformationen finden Sie unter Presse