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Themen der HESSENseiten im BUNDmagazin Heft 2 / 2013

  • Editorial: Das Ganze in den Blick nehmen
  • Landesdelegiertenversammlung (LDV) 2013:
    • BUND Hessen mahnt Nachhaltigkeit der Landespolitik an
    • Eduard-Bernhard-Preis für Dr. Stephan Consemüller
    • Verbandsentwicklung: LDV in Bewegung: Lebhafte Diskussionen im WorldCafé
  • Erdgasförderung: Vorerst kein Fracking in Nordhessen
  • Bürgerengagement: Eine andere Region ist möglich! Bürger AG startet in Kürze mit dem Aktienverkauf
  • Artenschutz: Wildkätzchen im Wald lassen!
  • Arbeitskreis Verkehr: Hessische Verkehrspolitik – Keine Nachhaltigkeit in Sicht / Teil 1: Überregionale Verkehre
  • BUNDjugend Hessen:
    • Neue Landesjugendleitung gewählt
    • Preisverleihung des Wettbewerbs Naturtagebuch / Neuer Wettbewerb 2013
    • Aktionstag Urbane Mobilität
    • Fortbildungen und Freizeiten

online anschauen – HESSENseiten im BUNDmagazin Heft 2 / 2013

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Editorial / Das Ganze in den Blick nehmen

In einer Zeit, die grundlegende Weichenstellungen erfordert, scheint es, als ob die politischen Entscheidungsträger wieder einmal Angst vor der eigenen Courage haben. Die aktuell anstehenden Entscheidungen zeigen, dass die politischen Mehrheiten an vielen Orten die Zeichen der Zeit nicht erkennen (wollen?) und Beschlüsse fassen, die rückwärtsgewandt sind und gleichzeitig die Zukunftschancen der nächsten Generationen mit schweren Hypotheken belasten.
Es gibt keine entschlossenen Änderungen am europäischen Emissionshandel mit der Folge einer steigendenKohleverstromung, verbunden mit erhöhtem CO2-Ausstoß und letztlich zum Gewinn der großen Stromkonzerne.
Es gibt keine behutsame und zielgerichtete Weiterentwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), sondern einen Frontalangriff auf die Energiewende zugunsten der großen Stromkonzerne.
Es gibt keine Politik für eine umwelt- und naturschonende Landwirtschaft, sondern ein „Green-washing“ statt dem angestrebten „Greening“ der zukünftigen EUAgrarpolitik zugunsten einer industrialisierten Landwirtschaft.

Die Politik hat sich in der selbstgestellten Energiefalle verfangen und versucht jetzt populistisch die steigenden Strompreise einseitig der EEG-Förderung anzulasten. Tunlichst verschwiegen wird dabei, dass die Politik derart viele Schlupflöcher gewährt hat, dass selbst Institutionen wie der Deutsche Wetterdienst und Vattenfall Mining (Braunkohleförderung) von den Umlagen befreit sind, und dies alle Bürger über ihre Stromrechnungen mitbezahlen müssen.
Dabei wird leicht übersehen, dass die Mehrheit der Bevölkerung klar zur Energiewende steht und Millionen Menschen sich aktiv an der Umsetzung und Finanzierung der Energiewende – zugunsten des Klimaschutzes – beteiligen. Wichtig hierbei: Die Anteile und Margen, die beispielsweise über Bürgergenossenschaften erwirtschaftet werden, gehen den großen Vier (ENBW, E.ON, RWE und Vattenfall) verloren. Auf diesem Weg können wir alle uns vom Diktat der großen Stromkonzerne emanzipieren und eine verbrauchsnahe, dezentrale und umweltschonende Energieversorgung aufbauen. Nur so kann die Versöhnung von Klimaschutz, Energiewende und Naturschutz gelingen!

Auch in der Landwirtschaft geht es weiter in die falsche Richtung. Statt Biogas aus biogenen Reststoffen wird der Anbau von Energiepflanzen, allen voran von Mais, gefördert, wiederum verbunden mit einer zunehmenden Intensivierung der Bodennutzung.
Die Intensivhaltung der Tiere spricht ihre eigene Sprache. Wir vom BUND halten dagegen: Die Not der Tiere ist auch die Not der Menschen! Es gibt nach wie vor keine gläsernen Betriebe in der konventionellen Tierhaltung. Niederländische Großagrarbetriebe betreiben in den neuen Bundesländern Intensivstlandwirtschaft mit einer industriellen Tierhaltung, die in den Niederlanden selbst verboten ist.
Unsere Antwort zeigen wir im nunmehr dritten Jahr auf der großen Agrardemonstration „Wir haben es satt“ im Januar in Berlin: unübersehbar, unüberhörbar, beharrlich und vor allem ständig wachsend.

Dies alles muss eingebettet werden in einen großen Transformationsprozess als notwendige Strategie für die Zukunft. Wir brauchen eine neue Wachstumsdebatte, nicht aber eine pauschale Wachstumskritik. Was soll künftig wachsen und was soll schrumpfen? Diese Fragen müssen ins Zentrum einer neuen gesellschaftlichen Diskussion gerückt werden.
Im Herbst stehen wichtige Weichenstellungen an. Im Bund und hier in Hessen finden am 22. September Wahlen statt, beide sind richtungsweisend für die weitere Entwicklung in Hessen. „Weiter so“ ohne wirkliche Zukunftsfähigkeit oder: Neue Mehrheiten für eine Umsteuerung hin zu dezentralem, umwelt- und naturschonendem Wirtschaften, verbunden mit aktiver Gestaltung einer zukunftsfähigen Politik für unser Land.

Der BUND wird hier als Wächter, Mahner, Antreiber und natürlich als Anwalt von Umwelt und Natur wirken, mit Ihrer Hilfe als Mitglied, seinen Aktiven vor Ort und der ganzen Expertise, die er für Mensch, Natur und Umwelt zu bieten hat.

Wir zählen auf Sie,
Jörg Nitsch, Landesvorstandssprecher



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