Die Wildkatze in Europa …

Ursprünglich besiedelte die Wildkatze ganz Europa. Heute kommt sie nur noch auf der iberischen Halbinsel, in Schottland, Italien, auf dem Balkan, in Ostfrankreich bis Belgien und in Teilen West- und Mitteldeutschlands vor. Zwischen diesen Vorkommen findet aufgrund der großräumigen Isolation vermutlich kaum ein Austausch mehr statt. Dem Verbreitungszentrum in Mitteldeutschland kommt eine Schlüsselrolle als Bindeglied zwischen den Vorkommen Ost- und Westeuropas zu.

Verbreitung der Wildkatze in Europa nach Piechocki; Karte gezeichnet von H. Grabe, aus: Die Wildkatze – Zurück auf leisen Pfoten; H. Grabe, G. Worel (Hg.), Amberg 2001; ergänzt mit Daten aus Wildkatzenwegeplan 2009 und optisch überarbeitet v. N. Martin
Verbreitung der Wildkatze in Europa nach Piechocki und BUND-Wildkatzenwegeplan 2009; basierend auf der Karte von H. Grabe, aus: Die Wildkatze – Zurück auf leisen Pfoten; H. Grabe, G. Worel (Hg.), Amberg 2001; ergänzt und optisch überarbeitet von N. Martin / XXL-Ansicht

… in Deutschland …

In Deutschland gibt es zwei Hauptverbreitungsgebiete: Der Süd-West-Komplex mit Eifel, Hunsrück, Pfälzer Wald und Taunus beherbergt die bedeutendste deutsche Wildkatzenpopulation. Der Nord-Ost-Komplex umfasst Vorkommen im Harz, Solling, Hainich und Nordosthessischen Bergland. In Bayern ist es im Spessart gelungen, Wildkatzen wieder anzusiedeln.

Damit steht das Bundesland Hessen in einer besonderen Verantwortung: Die hiesigen Wälder sind das Verbindungsstück zwischen den beiden großen deutschen Wildkatzenvorkommen!

Verbreitungskarte der Europäischen Wildkatze in Deutschland

Laden Sie den bundesweiten Wildkatzenwegeplan (pdf; 4,8 MB) herunter.

… und in Hessen

Das Bergland im Nordosten stellt zurzeit das größte zusammenhängende Verbreitungsgebiet in Hessen dar. Es umfasst den Reinhardswald, Kaufunger Wald, Söhre, Meißner, Riedforst, Schlierbachswald, Ringgau, Seulingswald und den Knüll.

Ein zweites großes Vorkommen findet sich im Taunusgebirge im Südwesten Hessens (Rheingau-, Hoch- und Hintertaunus).

Andere Vorkommen sind kleiner und noch nicht dauerhaft etabliert. Im Hessischen Rothaargebirge lebt die Wildkatze erst seit etwa 20 Jahren. Auch im Burgwald, Kellerwald und Habichtswald wie auch in der Rhön, dem Schlitzer Wald und dem Vogelsberg gelangen in den letzten Jahren Nachweise. Das Vorkommen im Spessart geht auf bayrische Auswilderungen zurück. Jüngste Untersuchungen belegen zudem Vorkommen der Wildkatze im Krofdorfer Forst sowie in der östlichen Wetterau.

Die vermehrten Untersuchungen im Rahmen des Rettungsnetz-Projektes erbrachten neue Wildkatzennachweise in Regionen, in denen vorher keine Vorkommen bekannt waren. Ob es sich dabei um Wiederbesiedlungen handelt oder ob die Tiere dort schon länger versteckt gelebt haben, lässt sich meist nicht feststellen.

Sicher ist aber, dass nur die dauerhafte Vernetzung der Wälder durch Wildkatzenwege den Austausch zwischen den Vorkommen und die Ausbreitung gewährleistet. Und nur dadurch kann sichergestellt werden, dass auch andere Arten von der Biotopvernetzung profitieren.



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