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Themen der HESSENseiten im BUNDmagazin Heft 1 / 2015

  • Editorial / Zur Lage in Hessen
  • AK Energie: Unzureichende Energiewende
  • Einladung zur Landesdelegiertenversammlung 2015 des BUND Hessen
  • Vogelschutz: BUND Flörsheim, Frankfurt und Darmstadt: BUND-Gruppen kümmern sich um Steinkäuze, Wanderfalken und Mauersegler
  • Artenschutz: Wildkatze: Lockstockmonitoring 2014 und Werbekampagne
  • Magazin
    • KV Darmstadt: Keepers – NaturwächterInnen
    • Wir haben es satt!
  • BUNDjugend Hessen
    • Frühlings-Interaktiv-Tage (FIT) mit Jugendvollversammlung (JVV)
    • Aktionsstaffel Hessen
    • Teamer/innen gesucht
    • Wettbewerb für Kinder: Naturtagebuch 2015 – Wildblumen
    • Sommerfreizeiten 2015
    • Fortbildungen für Jugendliche

online anschauen – HESSENseiten im BUNDmagazin Heft 1 / 2015

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Editorial / Zur Lage in Hessen

Passbild Jörg Nitsch
Jörg Nitsch, Vorstandsmitglied des BUND Hessen

Nach gut einem Jahr der neuen schwarz-grünen Landesregierung in Hessen zeigt sich für den BUND ein gemischtes Bild.

Positiv ist zu bewerten, dass es bereits zügig konkrete Umsetzungen des Koalitionsvertrags gegeben hat. Mit der Novellierung des Waldgesetzes hat der Bannwaldschutz wieder Gesetzeskraft erlangt. Mehr Wildnis im Wald wird durch die begonnene FSC-Zertifizierung des Staatswaldes auf den Weg gebracht. Mit dem verabschiedeten Ökoaktionsplan und der Anhebung der Fördersätze wird der ökologische Landbau in Hessen gestärkt.

Diesen positiven Punkten stehen aber auch negative Entwicklungen gegenüber.
Massiv kritisierten wir die Entscheidung von Umweltministerin Priska Hinz zur Weiterführung des Kaliabbaus in Osthessen, die es dem Konzern K+S ermöglichen soll, weiter Salzlaugen in den Untergrund zu verpressen und in die Werra einzuleiten. Damit wird für Jahrzehnte die weitere Versalzung der Werra und damit auch der Weser fortgeschrieben. Wir fordern, dass die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie eingehalten werden, die eine solche Vereinbarungs-„Lösung“ verbietet.

Die Aktualisierung des Zukunftspaktes Landwirtschaft in Hessen fand ohne Beteiligung der Umwelt- und Naturschutzverbände statt. Dies ist uns unverständlich, da hier auch Fragen des Flächenschutzes oder der naturschutzrechtlichen Kompensationsverordnung eine bedeutsame Rolle spielen.

Nicht zuletzt wurden BUND und Bürgerinitiativen im Rahmen des Erörterungstermins zum Rückbau des Atomkraftwerks Biblis vom verfahrensführenden Umweltministerium brüskiert: Wichtige Unterlagen zum Verfahren wurden nicht zur Verfügung gestellt. Transparenz in Sachen Atomkraft sieht für uns anders aus und wir werden deshalb alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, dass auch bei dem von uns begrüßten Ausstieg aus der Atomkraft alle notwendigen Sicherheitsaspekte durchgesetzt werden.

Wir setzen weiter auf einen engen Dialog mit Vertretern der Landesregierung und den Ministerien. Dies bedeutet aber nicht, dass wir als Verband in der öffentlichen Diskussion nicht unsere Stimme erheben. Immer dann, wenn Fehlentscheidungen zu Lasten von Natur und Umwelt getroffen werden, wird der BUND dies auch öffentlich kritisieren und sich für bessere Lösungen einsetzen. Kritisch aber konstruktiv, so verstehen wir unsere Rolle als politischer Umweltverband.

BUND Hessen bewertet 1 Jahr Schwarz-Grün in Hessen (Foto: Niko Martin)

 

Zwei weitere Themenfelder stehen kontinuierlich im Fokus unserer Bemühungen. Die Folgen der Flughafenerweiterung, insbesondere die Lärmproblematik, ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Der BUND hat aufgezeigt, in welchem großen Umfang Flüge auf die Schiene verlegt werden könnten und die Politik, aber auch die Unternehmen in ihrer sozialen Verantwortung sind aufgefordert, hier die richtigen Entscheidungen und Weichenstellungen vorzunehmen.

Die Energiewende auch in Hessen voranzubringen und zum Erfolgsrezept zu machen, bedarf unser aller Anstrengung! Noch liegt Hessen beim Ausbau und beim jährlichen Neubau von Windkraftanlagen auf jeweils hinteren Plätzen im bundesweiten Vergleich. Dies hat sich im ersten Regierungsjahr von Schwarz-Grün noch nicht geändert. Daran ist zu arbeiten und daran werden wir auch das grün geführte Wirtschaftsministerium messen.
Bei all dem muss auch der Naturschutz so berücksichtigt werden, dass keine irreversiblen Schäden entstehen. Durch eine fachlich fundierte Standortauswahl kann die Problematik des Vogel- (und Fledermaus-)schlags an den Rotoren weitgehend vermieden werden.
Sensible Landschaftsräume müssen von Windkraftanlagen freigehalten werden. Die Vorgaben der Regionalpläne haben diese Faktoren jetzt schnellstens zu Ergebnissen zu führen, um das auch von uns mitgetragene Ziel von zwei Prozent Vorrangräumen und 98 Prozent Ausschlussräumen für die Windkraft verbindlich für alle zu machen.

Der BUND hat nach wie vor eine große Aufgabe vor sich und vielfältige Detailarbeit vor Ort zu leisten. Wir sehen unsere Aufgabe darin, in politischen Debatten mit Auswirkungen auf Natur-und Umweltschutz aktiv zu werden und mit dazu beizutragen, dass keine umwelt- und naturzerstörenden Entscheidungen getroffen werden.

Hierzu hoffen und setzen wir auf Ihre und Eure Unterstützung.

Ihr Jörg Nitsch