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Themen der HESSENseiten im BUNDmagazin Heft 3 / 2014

  • Editorial: Biodiversität – Sein oder Nichtsein für den blauen Planeten
  • Bemühen um Natur wird belohnt: Spendengelder für BUND-Projekte
  • Wasserschutz: Lebendige Weser, lebendige Werra – BUND favorisiert Nordseepipeline
  • KV Wetterau: „6 Richtige“ oder das „Wetterauer Gold“
  • AK Verkehr: Bundesverkehrswegeplan – Anhörung für Ende 2014 geplant
  • Flugrouten Frankfurter Flughafen: Fehlplanung korrigieren – Kapazität senken!
  • Unterschriftensammlung Stop TTIP: Die Europäische Bürgerinitiative
  • BUNDjugend
    • Herbst-Interaktiv-Treffen (HIT) mit Jugendvollversammlung (JVV)
    • BUNDjugend aktiv: Jugendgruppen gründen
    • Naturtagebuch 2014
    • „meer Wasser“ – das Eine-Erde-Camp für Jugendliche
    • Herbstfreizeiten 2014

online anschauen – HESSENseiten im BUNDmagazin Heft 3 / 2014

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Editorial / Biodiversität – Sein oder Nichtsein für den blauen Planeten

Der Begriff Biodiversität, die Biologische Vielfalt, ist allumfassend. Damit ist nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die ihr zugrunde liegende Vielfalt der Ökosysteme und die Vielfalt der Genetik innerhalb der Arten wie beispielsweise der Sortenreichtum der Nutzpflanzen auf unserem Planeten gemeint. Alle bislang bekannt gewordenen Forschungsarbeiten über Biodiversität sowie Teilaspekte daraus weisen in die gleiche Richtung, was sich auf eine einfache Formel reduzieren lässt:
Je vielfältiger desto stabiler.

Umso erschreckender ist die Tatsache, dass weltweit der Trend in Sachen Biodiversität in Richtung Abnahme geht, und dass mit steigendem Tempo. Leider gilt aber auch der Umkehrschluss der einfachen Formel:
Je einheitlicher desto instabiler.

Vielfalt statt Monotonie! (Fotos: Julia Beltz. | unten rechts: Uwe Schlick/pixelio.de)

Mittlerweile haben die Alarmmeldungen der Ökologen bei der Politik insofern Erfolg gebracht, als dass der drastische Rückgang der Biodiversität als Problem erkannt und für bearbeitungswürdig erachtet wird. Die Bundesregierung hat bereits 2007 den Aufschlag mit der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ gemacht; Hessen ist gefolgt mit dem Beschluss des Landtags aus 2008 zur Erarbeitung eines umfassenden Konzepts zur Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt. Verbunden mit dem Start war die vollmundige Erklärung (Countdown 2010), bis 2010 den Rückgang der Biodiversität in Hessen gestoppt zu haben. Ergebnis: Mächtige Brandwunden auf Zunge und Lippen; mit der Biodiversität ging und geht es weiterhin deutlich bergab.

Für Fachleute ist das nicht weiter verwunderlich. Bei einer Landwirtschaftspolitik, die nach wie vor die Industrialisierung der Acker- und Tierhaltungswirtschaft unterstützt, wird die Landschaft nach und nach immer monotoner, weshalb auch die Artenvielfalt in diesem Bereich in den letzten Jahrzehnten den größten Einbruch erlebt hat. In der Forstwirtschaft zeichnen sich leider ähnliche Entwicklungen ab und über allem schwebt das mächtige Schwert, das in immer gewaltigerem Ausmaß herabsaust: die Flächenversiegelung. Erst wenn es gelingt, diese Tendenzen umzukehren zugunsten einer flächendeckenden ökologischen Land- und Forstwirtschaft und einer Reduktion der Flächenneuversiegelung auf Null, wird die Abwärtsentwicklung bei der Biodiversität gestoppt werden können.

Ob Herkules sich das geschultert hätte? Aber er war ja auch alleine und wir sind viele. Und es gibt aktuell ein paar positive Signale aus der Landespolitik: Das Biodiversitäts-Konzept, das in Hessen in den letzten fünf Jahren entwickelt wurde, geht nun in die Umsetzungsphase. Und die Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung setzt einen neuen Schwerpunkt durch die Einrichtung eines Steuerungskreises „Biologische Vielfalt“.

Den ersten Lackmustest in Sachen Ernsthaftigkeit der Biodiversitäts-Politik in Hessen können schon binnen Jahresfrist zwei Großprojekte liefern: In Nordhessen will K+S wieder Salzlauge in den Untergrund verpressen, obwohl alle wissen, dass die Lauge dann bald in die Werra hineinsickert. Und in Südhessen muss die Landesregierung endlich die wertvollen Natura-2000-Wälder vor dem Verdursten retten. In beiden Fällen zeichnet sich ab, dass die Konzepte des BUND die richtigen Antworten auf die Beseitigung alter Umweltschäden sind.

Alles in allem gilt es, eine Jahrhundertaufgabe möglichst innerhalb des kommenden Jahrzehnts zu bewältigen. Auf geht’s! Setzen wir unsere Vielfalt im BUND gemeinsam ein,

Ihr Herwig Winter, Landesvorstandsmitglied