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Themen der HESSENseiten im BUNDmagazin Heft 3 / 2011

  • Editorial / Waldsterben im „Internationalen Jahr der Wälder“
  • Wald: Schäden durch Grundwasserabsenkung – Mit Hubert Weiger im Hessischen Ried
  • Großprojekt: Henners Traum ist geplatzt – Wie geht es weiter mit Beberbeck?
  • Netzwerk Naturschutz: Bildungspaket – Die Wildkatze vom Kindergarten bis zum Abitur und weitere News vom Wildkatzenprojekt
  • Aktion: Kreisverband Hochtaunus: Die Wildkatze auf dem Hessentag
  • Magazin:
    • Arbeitskreis Abfall/Technischer Umweltschutz: Belastung durch Recyclingbetrieb in Braunfels-Tiefenbach befürchtet
    • Workshop: „Zukunftsfähige Energieversorgung für den Rheingau-Taunus-Kreis“
    • Ortsverband Seeheim-Jugenheim: 22 Jahre Pflanzenflohmärkte
    • Kurznachrichten
  • BUNDjugend
    • Bericht vom Eine-Erde-Camp 2011: Experimentierfeld für zukunftsfähigen Lebensstil
    • Termine und Herbstfreizeiten

online anschauen – HESSENseiten im BUNDmagazin Heft 3 / 2011

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Editorial / Waldsterben im „Internationales Jahr der Wälder“

von links: BUND-Vorsitzender Hubert Weiger, Gernsheims Bürgermeister Peter Burger, Landesvorstandsmitglieder Jörg Nitsch und Otto Löwer, Naturschutzreferent Thomas Norgall und Forstexperte Henner Gonnermann im Hessischen Ried (Foto: Brigitte Martin)
von links: BUND-Vorsitzender Hubert Weiger, Gernsheims Bürgermeister Peter Burger, Landesvorstandsmitglieder Jörg Nitsch und Otto Löwer, Naturschutzreferent Thomas Norgall und Forstexperte Henner Gonnermann im Hessischen Ried; siehe Bericht auf den HESSENseiten im BUNDmagazin „Schäden durch Grundwasserabsenkung –

Im Hessischen Ried sind 30.000 Hektar Wald akut gefährdet, doch in der Politik herrscht Grabesstille. Gerade im „Internationalen Jahr der Wälder“, das auf das „Internationale Jahr der Biodiversität“ folgte, sollte auch unsere Landesregierung handeln und nicht nur in Sonntagsreden den Wert des Waldes für Natur und Menschen beschwören. Der grundsätzlichen Unterstützung des Parlaments kann sie sich sicher sein, denn fraktionsübergreifend wurde bereits vor Jahren eine Resolution über den Wert des Waldes auch in Hessen beschlossen und 2006 bestätigt, dass das Sterben weitergeht.

Hauptursache für die Waldauflösung der alten Laub- und Mischwälder im Hessischen Ried ist unbestritten die übermäßige Grundwasserförderung insbesondere von Wasserversorgungsunternehmen. Leider ist vom Versprechen „Waldsanierung bleibt auf der Tagesordnung“ der früheren Umweltministerin Silke Lautenschläger seit dem Amtsantritt von Lucia Puttrich nichts mehr zu hören. Dabei ist klar: Sind die Wälder erst zerstört, ist die Trinkwasserversorgung des Rhein-Main-Gebietes gefährdet. Anstatt Konzepte zur punktuellen Verbesserung der Situation vorzulegen, wird öffentlich davon gesprochen, dass die „Grundwasserbuchen und –eichen“ der Vergangenheit angehören würden und neue Baumarten im Ried wachsen sollten. Dadurch allerdings, würden gerade die geschützten Käferarten wie Eichenheldbock, Hirschkäfer und Eremit sowie andere Tierarten in diesen weitgehend als Fauna-Flora-Habitat-Gebiete ausgewiesenen Wäldern mittel- und langfristig auf der Strecke bleiben, sind sie doch auf Eichen angewiesen, die über hundert Jahre alt sind.

Schädlich, absurd und überaus gefährlich für die Wälder im Hessischen Ried ist auch die Rolle von Wirtschaftsminister Dieter Posch. Posch untersagte die Grundwasseranreicherung aus Wettbewerbsgründen. Für den BUND ist es grotesk, dass der Wirtschaftsminister hier das Verursacherprinzip aushebeln und die Zerstörung der Wälder mit dem Argument möglichst niedriger Wasserpreise festschreiben will.

Daher sind die Forderungen des BUND an die Landespolitik:

  • Schnellstmögliche Vorlage der 2007 in Auftag gegebenen Machbarkeitsstudie zur Grundwasseranreicherung mit dem Ziel der Waldstabilisierung und dem gleichzeitigen Schutz der Siedlungsgebiete
  • Umsetzung des Konzeptes von Hessen-Forst aus dem Jahr 2007 zur Wiederaufspiegelung der Grundwasserstände im südlichen und mittleren Hessischen Ried
  • Konsequente Durchsetzung der Verursacherhaftung gegenüber der Wasserwirtschaft
  • Durchführung einer Landtagsanhörung zur Aufklärung des Stillstandes bei der „Rettung der Wälder im Rhein-Main-Gebiet“
  • Vorlage eines jährlichen Berichts über die Fortschritte bei der „Rettung der Wälder im Rhein-Main-Gebiet“

Der Wald geht uns alle an. Daher bitten wir Sie, unterstützen Sie uns bei unserem Bemühen,
Ihre Brigitte Martin