Hier finden Sie folgende Artikel aus den HESSENseiten im BUNDmagazin

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Editorial / NEIN zum Flughafenausbau!!!

BUND und das Bündnis der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau sammeln Unterschriften gegen die Änderung des Landesentwicklungsplanes

Parallel zum laufenden Planfeststellungsverfahren des Flughafenausbaus muss die Landesregierung auch den Landesentwicklungsplan ändern. Denn die EU-Kommission hatte wegen des Chemiewerks Ticona einen Verstoß gegen die Sicherheitsrichtlinie Seveso II festgestellt.

Die Nachbarkommunen des Flughafens haben gerichtlich erstritten, dass die Landesregierung im Landesentwicklungsplan Lärm- und Naturschutz viel stärker berücksichtigen muss. Dies sind große Erfolge im Widerstand gegen den Flughafenausbau.

Obwohl diese gerichtliche Entscheidung schon 3 Jahre zurückliegt, ist es der Landesregierung erst jetzt gelungen einen Entwurf zum Landesentwicklungsplan vorzulegen. Doch der BUND und das Bündnis der Bürgerinitiativen meinen: Die Fehler sind geblieben.

Wie nicht anders zu erwarten war, hält die Landesregierung an der "brutalst möglichen" Erweiterung des Frankfurter Flughafens fest. Sicherheitsrisiken werden nicht gelöst, sondern "weggerechnet". Ohne sich an die Vorgaben der Gerichte zu halten, werden die gegen diesen Ausbau sprechenden Gründe mangelhaft ermittelt, falsch bewertet und führen so zu einem krampfhaften Festhalten an einer nicht durchsetzbaren Planung:

  • Die angeblich nochmals durchgeführte Alternativenprüfung, einschließlich der Nullvariante, ist eine Farce.
  • Die Zerstörung eines europäischen Naturschutzgebietes wird ignoriert.
  • Der Kelsterbacher-Bannwald wird für unwichtig erklärt.
  • Die Prognosen zum Luftverkehrsaufkommens werden methodisch fehlerhaft ermittelt.
  • Die prognostizierten Arbeitsplatzzahlen sind an den Haaren herbeigezogen.
  • Die Behandlung der Betroffenheit der Bevölkerung durch die nicht mehr zumutbare Erhöhung des Fluglärms ist ein Hohn:
    • MEHR Menschen werden von Fluglärm in der ganzen Region betroffen sein
    • Die Menschen, die heute schon betroffen sind, werden noch MEHR Lärm ertragen müssen.
    • Kindergärten, Schulen, Seniorenheime und viele andere kommunale und staatliche Einrichtungen werden zusätzlichem Fluglärm ausgesetzt sein.
    • Das versprochene sog. "Nachtflugverbot" steht auf rechtlich völlig unsicherem Boden. Schon jetzt haben der Hauptnutzer des Flughafens, die Lufthansa AG, und zahlreiche andere Fluggesellschaften angekündigt, gegen dieses Nachtflugverbot zu klagen.
    • Durch das sog. "Nachflugverbot" wird der Bevölkerung suggeriert, dass in der Nacht keine Flugbewegungen mehr stattfinden werden. Es sind jedoch zahlreiche Ausnahmen vorgesehen.
    • Von einem NACHTflugverbot kann nicht die Rede sein. Die Nacht soll lediglich einen Zeitraum von 23 - 5 Uhr umfassen. Gerade aber in den Tagesrandstunden ist die Erholung besonders wichtig. In diesen Stunden wird es aber zu einer Zunahme der Flugbewegungen kommen.
    • Eine Siedlungsentwicklung im Rhein-Main-Gebiet wird es kaum noch geben, da der Flughafen vor der bauwilligen Bevölkerung geschützt werden soll. Denn die sog. "Siedlungsbeschränkungsgebiete" bedeuten, dass dort keine neuen Wohnbaugebiete ausgewiesen werden dürfen, damit vom Flughafen soviel Fluglärm wie nötig verursacht werden kann.
    • Das vorgesehene Lärmschutzkonzept hilft nicht viel: Die "akustische Käfighaltung" der betroffenen Menschen schützt nicht die Erholung und Freizeitgestaltung in den Außenbereichen. Ein Öffnen der Fenster für einen geruhsamen und erholsamen Schlaf ist nicht möglich.

 

Aufgrund einer europäischen Regelung muss zum ersten Mal auch die Öffentlichkeit bei der Änderung des Landesentwicklungsplanes gehört werden. Deshalb liegen die Pläne in der Zeit vom 27. Juni 2005 bis 27. September 2005 in den betroffenen Kommunen aus. Die Pläne sind auch im Internet unter www.wirtschaft-hessen.de einsehbar. Da nicht jeder die Möglichkeit hat, die umfangreichen Unterlagen zu lesen, werden die Kommunen, der BUND und andere qualifizierte Stellungnahmen erarbeiten und so die nächsten Klagen vorbereiten.Wir wissen, dass der Flughafen mit der geplanten Landebahn im Kelsterbacher Wald viel mehr Flugbewegungen abwickeln kann als die Fraport AG zugibt. Wir wissen auch, dass der Immobilienwert in verlärmten Gebieten deutlich geringer ist als in ruhigeren Lagen.Unser Protest nutzt die Mittel des Rechtsstaats. Bisher mussten wir auf komplizierte Stellungnahmen zurückgreifen, um unser Recht zu verteidigen. Doch jetzt ist es möglich, erneut Protest in Form von Unterschriftenlisten vorzutragen.Auch Sie können durch ihre Unterschrift kund tun, dass ein Ausbau im überaus dichtbesiedelten Ballungsraum Rhein-Main nicht vertretbar ist. Jeder Mensch in und außerhalb Hessens kann sich gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens wenden.Noch kann der drohende Ausbau des Frankfurter Flughafens verhindert werden. Noch ist der Ausbau nicht genehmigt. Noch ist offen, ob das Rhein-Main-Gebiet den Folgen eines gigantischen Ausbauwahns geopfert wird, ob Hunderttausende Lärm und immer mehr Lärm ertragen müssen. Noch können wir den Wald und unsere Erholungsgebiete retten.

Lehnen Sie den von der hessischen Landesregierung im Entwurf zur Änderung des Landesentwicklungsplanes beabsichtigten "brutalst möglichen" Ausbau des Flughafens ab.

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Hessischer Verwaltungsgerichtshof weist BUND-Klage gegen A 380 Werft ab

Der Landesverband sieht dennoch einen wichtigen Naturschutzerfolg und prüft die Revisionsmöglichkeiten gegen das Urteil

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel hat am 28. Juni die Klage des BUND gegen den geplanten Bau der A 380 Werft, für den 23 ha Bannwald südlich des Frankfurter Flughafens fallen sollen, abgewiesen. Ursula Philipp-Gerlach, Anwältin des BUND im Verfahren, bewertet im Gespräch mit den "Hessenseiten" das Urteil .

Hessenseiten: Frau Philipp-Gerlach, mit welcher Begründung hat der VGH die Klage des BUND abgewiesen?

Philipp-Gerlach: In einem Satz zusammengefasst begründen die Richter ihr Urteil damit, dass es ein erhebliches öffentliches Interesse am Bau der Werft gibt und deshalb Nachteile für die Natur hingenommen werden müssen.

Hessenseiten: Sind die Gründe für Sie nachvollziehbar?

Philipp-Gerlach:
Nein. Das Gericht hat zwar die "erhebliche Beeinträchtigung" des europäischen Naturschutzgebietes Mark- und Gundwald z.B. für die Bechsteinfledermaus, den Hirschkäfer und den Waldtyp "Alte Eichen auf Sandboden" durch den Bau der A 380 Werft anerkannt, das aus dieser Beurteilung resultierende Bauverbot kann nach Meinung der Richter allerdings im Wege der Ausnahme übersprungen werden.
Auch eine Realisierung der Werft auf dem Alternativstandort "Air Base" auf dem Flughafengelände kommt nach Auffassung der Richter nicht in Betracht, da dies zu unverhältnismäßigen Belastungen der Fraport AG führen würde.
Diese Begründung liegt nach meiner Auffassung allerdings im Konflikt mit der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes und des Europäischen Gerichtshofes, weil die Fraport-Planung für die Nutzung der US-Air Base, dort soll ein drittes Terminal errichtet werden, bis heute rechtlich nicht genehmigt ist. Es soll also bereits ausreichend sein, dass die Flughafenbetreiberin die Unvereinbarkeit unterstellt. Wenn allerdings schon Planungswunschzettel gesetzliche Verbote verdrängen, wird unsere Rechtsordnung weit über den Naturschutz hinaus ausgehöhlt.

Hessenseiten: Ist der Naturschutz also wieder einmal unter die Räder gekommen?

Ursula Philipp-Gerlach: Nicht ganz, denn wir haben auch einen wichtigen Erfolg für den Naturschutz in Hessen erzielt. Das Gericht hat nämlich die vorgelegte Kompensationsplanung für die Naturschäden durch den Bau der Werft in wesentlichen Punkten für rechtsfehlerhaft erklärt. Statt einer realen Verbesserung wollte das Land Hessen im an den Flughafen angrenzenden Naturschutzgebiet Mönchbruch durch die Fraport lediglich Maßnahmen vornehmen lassen, die die Schutzgebietsverordnung sowieso bereits vorsieht. Diesen Dammbruch haben wir erfolgreich abgewehrt. Das Land Hessen steht nun in der Pflicht dem Flughafenbetreiber aufzugeben, neue Ausgleichsmaßnahmen aufzuerlegen.

Hessenseiten: Ist mit dem Urteil das letzte Wort über den Bau der A380 Werft gesprochen?

Ursula Philipp-Gerlach: Nein! Aufgrund der grundsätzliche Bedeutung der rechtlichen Frage, ob trotz einer erheblichen Beeinträchtigung von drei Erhaltungszielen eines FFH-Gebietes, der vorhandene und geeignete Alternativstandort auf dem bestehenden Flughafengelände wegen einer noch nicht genehmigten vom Flughafenbetreiber gewünschten Nutzung abgelehnt werden darf, wird geprüft, ob eine Beschwerde gegen das VGH-Kassel Urteil beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt wird.

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Praxis-Workshop Energie aus Biomasse

Eine Tagung zweier Landesverbände in Mainz

Grundlagenkenntnisse vermitteln und Umsetzungen in die Praxis kennen lernen waren die Ziele des von den BUND-Energiearbeitskreisen aus Hessen und Rheinland-Pfalz am 12. März 2005 gemeinsam veranstalteten Workshops. Biomasse kann auf sehr vielfältige Weise bereitgestellt und energetisch genutzt werden. Welche Verfahren unter den Randbedingungen der Umweltverträglichkeit, Effizienz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu bevorzugen sind, ist alles andere als einfach zu beantworten. Dies bestätigte sich auch in den Referaten und den lebhaften Diskussionsbeiträgen.

Dem Thema "Biomasseformen und technische Anwendungen" widmet sich das Eröffnungsreferat von Prof. Peter Heck. Viele Schritte führen von Ernte, Sammlung, Gewinnung, Lagerung und Transport über Aufbereitung und Umwandlung bis hin zu den Nutzenergien Strom, Wärme/Kälte und Treibstoffen. Als Biomasseformen können organischer Abfall, Holz- und Grünschnitt, Speisereste, Altfette/Öle und Klärschlamm sowie landwirtschaftliche Reststoffe und nachwachsende Rohstoffe (Nawaros) beitragen. Die eingesetzten technischen Verfahren reichen von der einfachen Verbrennung über die Vergasung bis hin zu aufwändigen chemischen Prozessen der Kraftstoffherstellung. Die anschauliche Präsentation mehrerer realisierter und geplanter Projekte beweist die praktische Machbarkeit der erörterten Nutzungsketten.

Der zweite Übersichtsvortrag von Uwe R. Fritsche hat "Nachhaltige Bioenergienutzung: Ergebnisse einer Studie für Deutschland sowie Ausblick auf regionale Umsetzung und globale Perspektiven" als Titel. Die Studie gibt für Deutschland Antworten auf die vier Fragen zur Biomasse: Welche Technologien, welche Potenziale, mögliche Energieszenarien, politische Umsetzungen? Dabei sind die Stoffströme aus Land- und Forstwirtschaft, aus Lebensmittel- und Holz-/Papierindustrie und Müllentsorgung bis hin zur energetischen Nutzung bilanziert. Ein Detail: Bei der ökologischen Bewertung des Nawaro-Anbaus liegen Weizen und Triticale am besten, Raps und Sonnenblumen im Mittelfeld, während Mais und Zuckerrübe das höchste Risiko für Natur und Landschaft darstellen. Mit einer Liste von Handlungsempfehlungen wird ein Fazit gezogen.

Dr. Horst Meixner diskutiert im dritten Übersichtsvortrag "Stand und Perspektiven der energetischen Nutzung von Biomasse in Hessen". In Hessen tragen erneuerbare Energien (REG) rund 4% zum Strombedarf bei, wobei auf Biomasse (Bio-, Klär-, Deponiegas, (Alt)Holzverstromung) ca. 1,5% entfallen. Das Potenzial könnte für 2015/2020 für alle REG bei 11 - 15 %, mit einem Biomasseanteil von 5 – 9 %, liegen. Im Wärmesektor dominiert die Holznutzung bei Weitem. Insgesamt lassen sich für das Biomassepotenzial in Hessen (relativ zum Bedarf) grob folgende Zahlen abschätzen: Wärme ca. 10%, Strom ca. 5 - 6 %, Kraftstoffe ca. 5 - 6 %. Ein Blick auf das hessische Leitprojekt "Bioregio Holz Knüll" und die Möglichkeiten der Kraft-Wärme-Kopplung runden den Überblick für Hessen ab.

Das Referat "Stand und Perspektiven der Biomassenutzung in Rheinland-Pfalz" von Prof. Peter Heck beschließt die Übersichtsvorträge. Auf die großen Unterschiede zwischen theoretischem, technischem und voraussichtlich verfügbarem Potenzial wird am Beispiel von Biogas hingewiesen. Auf das technische Potenzial bezogen könnten in RLP ca. 50% des Strombedarfs aus Biogasanlagen gedeckt werden. Gemessen am Primärenergiebedarf beträgt das gesamte technische Biomassepotenzial ca. 13% und das verfügbare ca. 4%; Werte, die bei optimierter Nutzung noch gesteigert werden könnten. Derzeit sind nur ca. 1 - 2 % des technisch möglichen Potenzials umgesetzt. Das Referat schließt mit einer Liste von Handlungsempfehlungen.

Die Reihe der Referate über Beispielprojekte wird von Thomas Gröger über "Pflanzenöl, ein alternativer Kraftstoff" eröffnet. Nach Vorstellung der Aktivitäten der "Vereinigung nachwachsende Rohstoffe Haubern e. V." wird der Herstellungsprozess von Pflanzenöl und seine ökologischen Vorteile im Vergleich zu Diesel- und Biodieselkraftstoff dargestellt. Angaben zu Steuerbefreiung, Wirtschaftlichkeit, Motorumrüstung, Umrüstkosten für diverse PKW-Modelle werden erörtert.

Das zweite Anwendungsbeispiel über die "Nahwärmeversorgung in Schöffengrund-Schwalbach mit Holzheizung" wird von Theo Pauly präsentiert. Nach fünfjähriger Vorbereitungsphase ging die Anlage im März 2004 in Betrieb. Ein 300 kW-Hackschnitzelkessel, unterstützt von einem 500 kW-Öl-Spitzenkessel, versorgt Bürgerhaus, Kindergarten, Sporthalle, Schule und 43 Einfamilienhäuser über ein 1,5 km langes Nahwärmenetz. Der Hackschnitzelkessel liefert mindestens 70% des Jahreswärmebedarfs. Es werden Industrie-, Sägewerksrest- und Landschaftspflegeholz verfeuert. Das nutzbare Waldholzpotenzial des südlichen Lahn-Dill-Kreises könnte 28 Anlagen dieser Art versorgen.

Im dritten Anwendungsbeispiel behandelt Andreas Krug das Thema "Pellets, verschiedene Möglichkeiten der Nutzung". Am Beispiel der Fa. "Westerwälder Holzpellets" werden die technischen Komponenten Trockenanlage, Hammermühle, Pelletspresse, Silolager, sowie Transport und Anlieferung erläutert. Danach werden die diversen Lagermöglichkeiten beim Verbraucher, verschiede Kesseltypen und mehrere Beispiele von Heizungsanlagen vorgestellt.

Im letzten Anwendungsvortrag erläutert Egon Weber am Beispiel der Anlage des Deponiezweckverbands Kaiserslautern die "Methanisierung von Bioabfällen". Die Anlage mit einem Investitionsvolumen von 19 Mio. DM ging 1998/99 in Betrieb. Ende 2000 fand die Umstellung auf biogenen Restabfall statt. Die Gasausbeute beträgt bis zu 220 m3 pro Tonne Input. Der Betrieb der Anlage ist nicht trivial, und es gab eine Reihe von Schwierigkeiten zu überwinden. Als Energieüberschuss wird der Wert 20% genannt.

Schließlich stellte zum Abschluss Hans Ackermann das BUND-Positionspapier "Energetische Nutzung von Biomasse" vor. Dieses Papier gibt einige grundsätzliche Leitplanken zur Biomassenutzung bezüglich Gesamtenergiebilanz, Emissionsbilanz und Abgrenzung zur ökologischen Land- und Waldnutzung an. Ferner soll die Energiewertigkeit effizient genutzt werden, woraus die Nutzungsrangfolge Kraft-Wärme-Kopplung vor Grundstoffherstellung vor Wärmeerzeugung folgt. Insbesondere soll der Abfall- und Reststoffnutzung Vorrang vor Nawaros eingeräumt werden.

Wir hoffen, der kurze Abriss hat Euer/Ihr Interesse an der Thematik geweckt. Sie hätte es verdient. Der Biomassenutzung kommt in allen Energiewendeszenarien eine prominente Rolle zu. Dies muss und kann -das hat uns auch der Workshop gelehrt- richtig geschehen, um Konflikte mit Natur- und Landschaftsschutz sowie dem wachsenden Flächenbedarf der ökologischen Landwirtschaft zu vermeiden. Schauen Sie doch in die Dokumentations-CD hinein, wo alles ausführlich dargestellt ist.

Hans Ackermann

Die Dokumentations-CD vom Praxis-Workshop Energie aus Biomasse kann für 5,- EURO bei der Geschäftstelle des BUND Landesverband Hessen e.V. bezogen werden.

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Viertes Rheinland-pfälzisch-hessisches Mobilfunksymposium des BUND in Mainz

Unter dem Titel "Was funkt denn da?" drehte sich bei der 4. Auflage des von den Landesverbänden Rheinland-Pfalz und Hessen gemeinsam veranstalteten Mobilfunksymposiums im April in Mainz einen Tag lang alles um die Auswirkungen drahtloser Kommunikation in Wohnung und Büro.

Der Ingenieur und Baubiologe Dr. Martin Virnich bot einen Einblick in die Welt der schnurlosen Telefone und der drahtlosen Bürokommunikation. Ein digitales Schnurlostelefon nach dem DECT-Standard funktioniert ähnlich wie der GSM-Mobilfunk (D- und E-Netz): die Funkverbindung arbeitet mit periodisch gepulster Strahlung. DECT-Telefone sind allerdings Dauersender, sie senden die gepulsten Signale von der Basisstation zum Mobilteil permanent, auch wenn man gar nicht telefonieret.. Um entstehenden Elektrosmog zu vermeiden, sollte auf die Analogfunktechnik zurückgegriffen werden. Ein Schnurlostelefon nach CT1+-Standard kommt ohne gepulste Strahlung aus und sendet nur, wenn dies erforderlich ist. Ähnlich wie mit DECT und Mobilfunk verhält es sich mit dem lokalen Funknetzwerk WLAN (Wireless Local Area Network). Hier empfiehlt der Experte, zur Datenübertragung möglichst leitungsgebundene Netzwerke zu verwenden - die auch heute noch schneller sind als WLAN.

Zum Thema Strahlungsmessung und Minimierung von Immissionen referierten der Baubiologe Friedbert Lohner, der auch Sprecher des landesverbandsübergreifenden BUND-Arbeitskreises Elektrosmog ist, und der Physiker Dr. Peter Nießen vom nova-Institut. Beide waren sich einig, dass die Immissionsverteilung des Elektrosmogs sehr inhomogen ist. Die Standortdebatte bei den Sendeanlagen ist wenig zielführend, statt dessen sollte die Immissionsbelastung in den Vordergrund gestellt werden. Dr. Nießen empfiehlt, die Sender so weit außerhalb eines Wohngebietes und so hoch darüberliegend wie möglich zu platzieren.

Die gesundheitlichen Auswirkungen des Elektrosmogs erläuterte Dr. Horst Eger anhand der Ergebnisse der "Naila-Studie". Nach sechs Jahren im 400-Meter-Umkreis eines Senders ist die Krebsgefahr dreimal so hoch wie im "Außenbereich" (über 400 Meter). Während das Bundesamt für Strahlenschutz an Methodik und Aussagekraft der Studie zweifelt, haben vergleichbare Untersuchungen in Israel und Österreich die Ergebnisse bestätigt.

Den Tagungsband gibt es für 6 Euro beim BUND Rheinland-Pfalz.

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Einladung zur Umweltmesse ÖKO-TRENDS 2005

vom 2. bis 4. Spetember in Gelnhausen

Auch in diesem Jahr findet die Umweltmesse ÖKO-TRENDS - gemeinsam vom BUND und der Stadt Gelnhausen veranstaltet - wieder statt. Die positive Berichterstattung in den Medien über die Messe 2004, das große Interesse der Besucher und zufriedene Aussteller gaben dafür den Ausschlag.

Den Veranstaltern geht es nicht nur um die Förderung all jener, die umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen anbieten, es ist vor allem auch das Anliegen dieser Veranstaltung, eine Sensibilität für nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweisen zu wecken und zu zeigen, dass zukunftsfähige Entscheidungen auf längere Sicht nicht nur der Umwelt schonen, sondern auch die privaten finanziellen Belastungen reduzieren können.

Das Bemühen um eine fachlich fundierte Information über nachhaltige Produkte und Dienstleistungen führte zur Anerkennung der ÖKO-TRENDS 2005 als Offizieller Beitrag zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" durch die UNESCO.

Wir laden alle BUND Mitglieder, aber auch deren Freunde und Bekannte herzlich nach Gelnhausen ein. Zeigen Sie mit Ihrem Kommen die Verbundenheit mit diesen Ideen und unterstützen Sie uns als Verband. Mit Ihrem Kommen geben Sie auch der Stadt Gelnhausen das Gefühl, dass die finanziellen Mittel für diese Veranstaltung sinnvoll eingesetzt wurden.

Die ÖKO-TRENDS ist eine Veranstaltung für die gesamte Familie. Ein umfangreiches und interessantes Beschäftigungsprogramm für Ihre Kinder am Samstag und Sonntag bringt Ihnen die notwendige Freiheit, die Messestände in Ruhe anzusehen und sich fachlich beraten zu lassen. Wie in den vergangenen Jahren wird ein Vortragsprogramm die Ausstellung begleiten. Ein Schwerpunkt wird bei den Themen Ernährung und Gesundheit liegen, aber auch über technische Neuigkeiten, über Energiesparmöglichkeiten und über eine naturnahe Gartengestaltung wird beispielsweise referiert. Das Vortragsprogramm erscheint im August unter www.oeko-trends.de.

Natürlich stammen alle angebotenen Lebensmittel aus ökologischem Anbau, Gastronomiebetriebe zeigen Ihnen, wie schmackhaft die aus ihnen hergestellten Gerichte oder Getränke sein können.

Die Messe ist am Freitag, dem 2.9. 2005, von 12.00 bis 21.00 Uhr geöffnet, ab 19.00 Uhr spielt die Gruppe "Just for Fun".
Am Samstag und Sonntag öffnet die Messe von 10.00 - 19.00 Uhr.
Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen 3,00 Euro. Gelnhausen ist bequem mit der Bahn zu erreichen, vom Bahnhof zur Messe läuft man etwa 15 - 20 Minuten. Mit dem Auto erreicht man die ÖKO-TRENDS am besten über die BAB 66 - Ausfahrt Gelnhausen West - Richtung Innenstadt.

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Mit dem BUND auf Entdeckungsreise am Grünen Band Hessen-Thüringen

Vom Todesstreifen zur Lebenslinie - Buchcover / Buchtitel / Buch

Vom Todesstreifen zur Lebenslinie so lautet der Titel des 200 Seiten umfassenden Natur- und Kulturführers des BUND, der seit Ende Mai auf dem Markt ist. Das mit 295 farbigen Fotos ausgestattet Werk von Reiner Cornelius, dem Beauftragten des BUND für das Grüne Band, animiert zur Erkundung des ehemaligen Grenzstreifens zwischen Hessen und Thüringen. Die innerdeutsche Grenze war ein martialischer Eingriff für Mensch und Natur. Ob Wald, Feld oder Dorf – unterschiedslos durchschnitt sie auf 1400 km das Land. Bei Philippsthal an der Werra verlief die Demarkationslinie sogar mitten durch ein Haus. Für die Menschen war die Grenze ein schwerer Schicksalsschlag. Familienbande wurden auseinander gerissen, die Bewegungsfreiheit war stark eingeschränkt und die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Grenzregionen hinkte hüben wie drüben, abgeschlagen vom "Rest" der Republik, hinterher.

Die Natur kam mit dem Eingriff weit besser zurecht als die Menschen. In dem makabren Schutz von Wachtürmen und Stahlgitterzäunen konnte sie sich über vier Jahrzehnte ungestört entfalten. Als 1989 die Grenzbefestigungen fielen, hatte sich von der Ostsee bis zum Erzgebirge ein grünes Band entwickelt, an dem der ehemalige Grenzraum Hessen-Thüringen einen Anteil von 250 km hat. Das Grüne Band Hessen-Thüringen gehört mittlerweile zum Besten, was unsere heimische Natur zu bieten hat. Von den Bergwiesen der Rhön, über Waldhessen, den Ringgau und die Wald- und Felsenlandschaft der Hessischen Schweiz bis hin zum Witzenhäuser Kirschenland gibt es viel Neues zu entdecken. Reiner Cornelius berichtet vom "Almauftrieb" am Roten Moor, beschreibt die Steppenheiden bei Wanfried und stellt den heimlichen "Buchenwaldnationalpark" in der Hessischen Schweiz vor.

Doch in dem Buch geht es nicht alleine um die Natur und ihre Nutzung, sondern auch um Spurensuche in Sachen "Zonengrenze", um das gemeinsame Kulturerbe, um regionale Produkte und kulinarische Besonderheiten und- nicht zuletzt- um Ausflugsgaststätten. Es geht zur "Stasi-Röhre" und DDR-Wüstungen wie der Goburg und den Seeleshöfen. Es werden die Orte beiderseits der ehemaligen Grenze erkundet und das Gemeinsame und die Unterschiede zwischen "Ost" und "West" vermerkt. Neben bekannten Regionalmarken wie dem Ausbacher Roten werden der Seifertser Apelsherry und die Wüstensachsener Edelbachforelle vorgestellt. Das Buch führt zum Battensteiner Kreuzweg, zum Thüringer Rhönhäuschen und zur Teufelskanzel mit dem traditionellen Waldgasthaus, von dem aus man die große Werraschleife bei Bad Sooden Allendorf überblicken kann.

Das Ganze ist in Form von 24 Spaziergängen und Wanderungen sowie einer 5 Etappen umfassenden Radtour verpackt, die zu den schönsten Orten der hessisch-thüringischen Grenzregion und zu spannenden und geschichtsträchtigen Stellen der ehemaligen innerdeutschen Grenze leiten. Detaillierte Wegbeschreibungen, 47 Karten und zahlreiche Tipps sorgen für eine sichere und komfortable Erkundung des Grünen Bandes.

Das Buch ist für 15,95 Euro zzgl. Versandkosten von der BUND-Landesgeschäftsstelle zu beziehen.

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Bauern erzeugen Milch ohne Gentechnik

 Das Aktionsbündnis "Keine Gentechnik auf Hessens Feldern und in Hessens Lebensmitteln" begrüßt die Initiative der Upländer Bauernmolkerei und von tegut...

In der umstrittenen Diskussion über den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft setzen Bauern aus dem Sauerland ein deutliches Zeichen. Sie erzeugen zertifizierte "Milch ohne Gentechnik," die in der Upländer Bauernmolkerei verarbeitet wird. Das ist bislang in der konventionellen Landwirtschaft einmalig in Deutschland. Bislang sind Milch, Fleisch und Eier von den strengen Gentechnik-Kennzeichnungsregeln der EU ausgenommen.
Die Bauern haben mit der Supermarktkette "tegut..." einen attraktiven Handelspartner gefunden, so dass seit Juni die Milch ohne Gentechnik ("Bergweide-Milch")in allen tegut...-Geschäften in Hessen, Bayern, Thüringen und Südniedersachsen in den Regalen zu finden sein wird.

Die Entscheidung der Upländer Bauernmolkerei und von tegut... zur Einführung einer Milch, bei der konventionelle Bauern konsequent auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln verzichten, wird von den Verbänden des Aktionsbündnisses "Keine Gentechnik auf Hessens Feldern und in Hessens Lebensmitteln" begrüßt und nach Kräften unterstützt.

Die Verbände hoffen, dass dieses Angebot von den VerbraucherInnen angenommen wird. Sie empfehlen ihren Mitgliedern, Freunden und Unterstützern, diese Initiative durch Einkauf und Weiterempfehlung zu einem wirtschaftlichen Erfolg werden zu lassen.

In der aktuellen Auseinandersetzung um die Einführung der Agrogentechnik, ist der Markterfolg von GVO-frei erzeugten Lebensmitteln die beste Antwort.

Hessen ist mit der Initiative von tegut... und der Upländer Bauernmolkerei bundesweit führend bei der Entwicklung und Einführung neuer Qualitätsstandards, die die Wahlfreiheit der Bürger auch beim Einkauf von Lebensmitteln tierischer Herkunft ernst nehmen.
Es wird sich jetzt zeigen, ob die skeptische Grundhaltung der Bevölkerung gegenüber der Agrogentechnik im Markt bestätigt wird. Sollte dies der Fall sein, werden hoffentlich weitere Marktangebote, insbesondere im Fleischbereich, folgen.

Micahel Rothkegel

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1. Solarboot des Rhein-Main-Gebiets fuhr zum Hessentag

Den Hessentag in Weilburg nahm die Physik-AG der Internatsschule Lucius zum Anlass, um mit ihrem selbst gebauten Solarboot auf der Lahn nach Weilburg zu fahren, somit für die Solare Mobilität zu werben.

Schon im letzten Sommer hatte die Physik-AG mit einer Tour auf dem Main von Hanau nach Frankfurt nachgewiesen, dass der emissionsfreie Solar-Elektroantrieb gegenüber einem fossilen Verbrennungsantrieb bezüglich Energieverbrauch fünf mal besser ist, somit die Faktor 4-These von Prof. Ernst Ulrich v. Weizsäcker für die Mobilität auf dem Wasser belegt.

Die Physik-AG startete mit ihrem Solarboot oberhalb von Weilburg auf der Lahn und schipperte, zeitweise begleitet von einigen Kanus, nahezu lautlos mit dezenter Musik an Bord, aber auch Messdaten aufnehmend, auf der idyllischen Lahn bis zur grossen Weilburger Brücke. Hier drehte man ein paar Runden, um dann in das Dunkel des einmaligen Weilburger Schiffstunnels einzutauchen. Dank der Pufferakkus war die Weiterfahrt auch dort gesichert. Über 2 Schleusen gelangte man wieder auf die nach einem Wehr relativ schnell fliessende Lahn. Noch ein paar Kilometer flussabwärts, wo einige Kanuten die Solarmobilisten um Schubhilfe baten, dann wurde gewendet und die Strecke zurückgefahren.

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Kreisverband Darmstadt-Dieburg ernennt Brigitte Köhler zum Ehrenmitglied

Der KV Darmstadt-Dieburg hat seine ehemalige langjährige Vorsitzende Brigitte Köhler zum Ehrenmitglied ernannt und möchte ihr damit für die aufopfernde Arbeit für den BUND danken.
Brigitte Köhler hat den BUND in den außerordentlich arbeitsintensiven Anfangsjahren seit 1981 fast 16 Jahre lang mit viel Geschick geleitet, in einer Zeit, wo zu den Versammlungen noch 50 Leute und mehr kamen und regelmäßig lange Tagesordnungen abgearbeitet werden mussten. Ihre Familie und vor allem ihr früh verstorbener Mann Diethart, Botanikprofessor an der Hochschule in Darmstadt, waren ihr dabei eine wertvolle Stütze.
In Ihre Vorstandszeit fällt Mitte der 80er Jahre die Klage gegen den Ausbau des Odenwaldzubringers B426, die in 2. Instanz vor dem Verwaltungsgericht als erste Klage des BUND in Hessen rundherum erfolgreich war. Der danach geplante Tunnel bei Nieder-Ramstadt wird im nächsten Jahr eingeweiht.
Einen wichtigen Teil ihrer Arbeit nahm auch die Abwehr gegen die Einrichtung verschiedener Mülldeponien im Kreis ein, zu denen auch die Grube Messel gehörte, heute UNESCO Naturerbe.

Sie hat sich intensiv mit dem Aufbau der Basis, den Ortsverbänden im Kreis beschäftigt und es ist Ihr gelungen, im Landkreis Darmstadt-Dieburg mit 23 Gemeinden 18 OV zu gründen mit einer im Vergleich zu anderen Gegenden in Hessen hohen Mitgliederzahl. Sie hat sich über all die Jahre nicht nur den Respekt Ihrer Mitstreiter erworben, sondern auch, was eigentlich viel wichtiger ist, den Respekt der Politiker und Behörden, ohne den jede Verbandsarbeit ins Leere stößt. Auch bei unterschiedlichen Ansichten stand für sie die sachliche Auseinandersetzung im Vordergrund, ein Erfolgsrezept, das auch heute noch Richtschnur ist. Im Zusammenhang mit der Anfertigung von Stellungsnahmen hat Brigitte Köhler einmal gesagt: "um Verbesserungen zu erreichen, muss man um Längen besser sein als die Behörden oder die Politiker". Das war in den Anfängen des BUND schon richtig und ist heute erst recht eine große Herausforderung, sitzen in den Behörden doch viele gute Fachleute.

Brigitte Köhler, die im letzten Jahr ihren 80. Geburtstag feiern konnte, hat sich in den ver-gangenen Jahren umfangreichen anderen Aufgaben gewidmet. Dazu gehört die Geschichte der Waldenser im vorderen Odenwald genauso, wie Museumsarbeit im Schloss Lichtenberg. Hier hat die studierte Landwirtin ein Museum für bäuerliche Kultur eingerichtet.
Wir wünschen ihr zusammen mit Ihrer Familie noch viele erlebnisreiche Jahre auf ihrem schönen Bauernhof in Wembach bei Ober-Ramstadt.

K. Schmid-Schönbein

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eco-club: Die eigene Energie-Wende erreichen

Der Eco-Club hilft BUNDmitgliedern, ihre eigene Energie-Wende zu organisieren. Hauseigentümer erhalten rabattierte Energie-Beratungen, -Dienstleistungen und -Anlagen.

Ob Photovoltaik, Holzpellet-Heizung oder kleines wie großes Blockheiz-Kraftwerk - Das Programm ist umfangreich.
Auch Gewerbebetriebe wie z.B. Hotels erhalten eine individuelle Beratung: Durchführung eines Energie-Checks , Darstellung und Realisierung des Einspar- und Effizienz-Potentials sowie Vorschläge für eine umweltfreundliche Energieerzeugung.
Dazu gehören Finanzierungsvorschläge und eine versicherungstechnische Abwicklung.

Oder möchten Sie Ihr Haus energetisch sanieren? Oder wollen Sie bauen? Auch hier gibt es beim Eco-Club die entsprechenden Angebote.

Alle Angebote werden vom Kooperationspartner EnerTopia offeriert.

Der Eco-Club im Internet: www.eco-club.org

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Widerstand gegen die von Hessen und Thüringen geplante Bundesfernstraße B 87n durch das Biosphärenreservat Rhön

Willkommen in Tann an der B87n / Montage

Erfolgreiches BUND-Trassen-Informationsfest am 26. Juni 2005 in Tann

Mitten durch das Herz des Biosphärenreservats Rhön soll eine neue Schnellstraße (B 87n) gebaut werden. Die Trasse soll hauptsächlich dem überregionalen Verkehr dienen. Sie stellt eine Abkürzung vom Rhein-Main-Gebiet nach Erfurt dar. Die geplante Trasse, die von Fulda nach Meinigen führt, bildet eine Spange zwischen den hessischen Autobahnen A7/A66 und der thüringischen A 71 (Meiningen - Erfurt). Die Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium Iris Gleicke sieht die neue B87 auch als Entlastungsstraße für die A 4. Darüber hinaus soll das Projekt verkehrliche Verbesserungen für Pendler bringen. Die Pendlerzahlen von Meiningen nach Fulda liegen aber gerade einmal bei Eintausend Fahrzeugen pro Tag. Die Straßenbaubehörde rechnet nach dem Ausbau allerdings mit einer Verkehrsauslastung von 25.000 Fahrzeugen am Tag, die IHK Fulda, die sich für das Projekt stark macht, rechnet mit 40.000 Fahrzeugen.

Am 26. Juni 2005 fand in Tann das Trassen-INFO-Fest statt, zu dem der BUND zusammen mit der dortigen Bürgerinitiative und der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände des Landkreises Fulda (AGN) eingeladen hatte. Vorrangiges Ziel der Veranstaltung war es, die Trassenplanung öffentlich zu nmachen. Viele Fuldaer und Rhöner Bürger, denen das Vorhaben bislang nicht bekannt war, konnten sich so direkt vor Ort informieren. An einer Stelle, wo die geplante Trasse auf einer Brücke das Ulstertal queren würde, markierten Aktive der Veranstalter deren Verlauf mit Stangen und Luftballons.

Auch wenn die Planer versuchen abzuwiegeln, da die Trasse auf großer Strecke bestehenden Landesstraßen folgen und der Ausbau nur zweistreifig und lediglich an Steigungsstrecken dreistreifig erfolgen solle, ist für die Ausbaugegner unstreitig, dass für die Straße massiv Landschaft zerstört werden muss. Der zentrale und einer der wertvollsten Bereiche des Biosphärereservats Rhön, die Thüringisch-Hessische Hochrhön, würde durch die Schnellstraße in zwei Hälften zerschnitten. Talbrücken und Dämme müssten gebaut werden. Einschnitte durch Höhenzüge müssten gefräst und ein drei km langer Tunnel müsste gebohrt werden. Nach der vorliegenden Umweltverträglichkeitsstudie sind diese Eingriffe nicht ausgleichbar.

Lärm und Gestank käme in die Orte, der sanfte Tourismus in der Region würde erheblichen Schaden nehmen, ganz zu schweigen von der sensiblen Tierwelt im Bereich des Grünen Bandes, dass sich in dieser Region von seiner besten Seite zeigt.

Mit der Realisierung der Fernstraße würde auch die Zielsetzung konterkariert, das Biosphärenreservat zu einer Vorbildregion für den ökologischen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu entwickeln.

Die Trasse ist in den Bundesverkehrswegeplan 2003 mit hoher Dringlichkeitsstufe aufgenommen worden. Durch vorgezogene Raumordnungsverfahren für einzelne Ortsumfahrungen im Thüringer Abschnitt und durch die Planfeststellung einer neuen Autobahnabfahrt Fulda Mitte, deren Verwirklichung für 2008 vorgesehen ist, wurden bereits Zwangspunkte für die Gesamttrasse geschaffen. Die Behörden verfolgen hiermit eine Salamitaktik. Der Blick auf das Ganze wird verschleiert.

Reiner Cornelius

Weitere Informationen unter www.bund-osthessen.de

Keine Zerschneidung des Biosphärenreservats Rhön durch den Bau einer neuen Bundesfernstraße!

  • Die geplante Trasse zerschneidet Natur-, FFH-, Vogel- und Landschaftsschutzgebiete
  • Die Trasse beeinträchtigt den Lebensraum und das Vorkommen der bedrohter Vogelarten Schwarzstorch, Birkhuhn, Uhu, Rotmilan, Neuntöter, Wachtelkönig und Wanderfalke.
  • Der nördliche Teil der Hohen Rhön wird als Erholungsraum entwertet.
  • Vielerorts wird es zu einer starken Verlärmung von Wohngebieten kommen, insbesondere in den Ortsteilen der hessischen Rhöngemeinde Tann und in den thüringischen Orten Unterweid und Kaltenwestheim. Dort liegt die Verkehrsbelastung derzeit bei nur 1000 Fahrzeugen pro Tag.
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BUNDjugend Hessen im BUND-Magazin 3/2005

Termine


Freizeiten-Nachtreffen am 25. September

Auch in diesem Jahr veranstaltet die BUNDjugend Hessen wieder ein großes Freizeiten-Nachtreffen auf dem Gelände des Naturfreundehauses in Frankfurt-Niederrad. Am 25. September treffen sich zwischen 13 und 16 Uhr alle, die in diesem Jahr an Freizeiten und Seminaren der BUNDjugend teilgenommen haben, um sich wiederzusehen, auszutauschen, Fotos und Dias zu betrachten, gemeinsam zu essen und eigene Programmbeiträge darzubieten. Eltern und Geschwister sind auch herzlich willkommen. Es wird auch schon erste Informationen zum Programm 2006 geben.
Erfahrungsaustausch der Kindergruppen-LeiterInnen

In diesem Jahr findet der Erfahrungsaustausch der Leiter/innen von BUND-Kindergruppen am Samstag, 1. Oktober, statt. Neben dem Austausch über Aktuelles in den einzelnen Gruppen, soll es auch um die Jahresplanung 2006 gehen. Weitere Themenwünsche nimmt die BUNDjugend gern entgegen. Eine gesonderte Einladung zu dem Erfahrungsaustausch verschicken wir nach den Sommerferien an alle Kindergruppen-Leiter/innen. Interessierte, die noch keine Gruppe betreuen, sind zu dem Treffen herzlich willkommen!


Herbst-interAktiv-Treffen (H.i.T) der BUNDjugend Hessen


7. - 9. 10. 2005 in Darmstadt
für alle unter 25 Jahre, kostenfrei
Ein spannendes Wochenende mit Aktionen, Workshops, Infos und Projektvorstellungen der BUNDjugend Hessen. Da kann jede/r mitmachen. Außerdem legen wir das Programm und unsere inhaltlichen Schwerpunkte für 2006 fest. Entscheidet mit, wohin die Reise geht ... Ihr könnt mitentscheiden, welche Aktionen und Veranstaltungen die BUNDjugend macht! Wir freuen uns auf viele Leute, die kommen und mitmischen!
Bionik in der Gruppenstunde

Das Seminar findet am 15. Oktober in Wetzlar, in Kooperation mit dem Naturschutz Akademie Hessen, statt. Es geht um Basteleien und Freilandaktivitäten rund um das Thema Bionik: Wie funktioniert das Rückstoßprinzip? Wo findet sich der Klettverschluss in der Natur? Für Leiter/innen von Kindergruppen.
Zu dieser und weiteren Fortbildungen informiert das Veranstaltungsprogramm der Naturschutz Akademie Hessen: www.nzh-akademie.de


Buon Appetito - Kochen und backen mit der BUNDjugend


14-25jährige können vom 11.-13. November an einem leckeren, praktischen und informativen Wochenende rund um Vollwerternährung, vegetarische Küche, Ökologischen Landbau, faire Weihnachtsbäckerei und gentechnikfreie Lebensmittel teilnehmen. Die Kosten von 40 EURO, ermäßigt 33 EURO, beinhalten auch Materialien und alle Lebensmittel.


Jugendleiter-Schulung, Teil I


18. - 20.11.2005, Jugendhaus Wirberg bei Grünberg
ab 16 Jahren, Kosten: 30 EURO (ermäßigt 23 EURO)
Zur Qualifizierung unserer Ehrenamtlichen (Kindergruppen-LeiterInnen, TeamerInnen, etc.) findet ab Herbst wieder eine Jugendleiter-Schulung statt. Sie umfasst 40 Zeitstunden, verteilt auf zwei Wochenenden und ein Tagesseminar.
Themen in Teil I sind: Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, Entwicklungsprozesse im Kindes- und Jugendalter, Arbeit in und mit Gruppen, Selbstverständnis als GruppenleiterIn.
Die Teile II und III der Schulung finden voraussichtlich Anfang bis Mitte 2006 statt.


Jugendgruppe Bad Nauheim & Friedberg startet im September


Die BUNDjugend Hessen und der BUND Bad Nauheim/Friedberg wollen nach den Sommerferien 2005 eine Gruppe für Bad Nauheimer und Friedberger Jugendliche zwischen 14 und 22 Jahren aufbauen. Schon länger gibt es in diesem Raum mehrere Jugendliche, die sich sporadisch an Aktivitäten der BUNDjugend Hessen beteiligen oder an Freizeiten und Seminaren teilnehmen. Umweltschutz erlebt derzeit bei einem Teil der jungen Generation ein "Come-Back" - zumal, wenn er mit sozialen, globalen und Lebensstil-Themen verknüpft wird, die eigene Persönlichkeitsentwicklung fördert und kreativ ist. Ein erster Öffentlichkeitsauftritt könnte beim Kürbisfest in Bad Nauheim-Steinfurth sein. Interessierte Jugendliche können sich bei Stephan Hübner, Tel. 06031-680522, eMail: stephan.huebner@bund.net melden und erfahren dann Termin und Ort für ein erstes unverbindliches Treffen.


Claudia - neue FÖJlerin


Hallo, mein Name ist Claudia und ich bin die nächste Kandidatin, wenn es heißt "die Erde zu retten". Ich habe gerade mein Abitur hinter mich gebracht und freue mich schon, endlich einmal etwas anderes zu machen als nur zu lernen.
Mit Umweltschutzarbeit hatte ich bisher noch nicht allzu viel zu tun, aber ich dachte, das FÖJ bietet sicher eine gute Gelegenheit mehr darüber zu erfahren und mich selber auch einmal zu engagieren.
Ab dem 1. September werde ich dann für die BUNDjugend Hessen arbeiten und ich hoffe doch, dass mir das FÖJ als eine unbeschreiblich tolle Zeit in Erinnerung bleiben wird. Vor allem freue ich mich darauf, neue Menschen kennen zu lernen, was wohl durch die Zusammenarbeit mit vielen Jugendlichen und Kindern auch ziemlich leicht sein wird. Auch das allgemeine Organisieren und Arbeiten am Computer werden mir wohl Freude bereiten, da ich auch sonst in meiner Freizeit gerne diesen Aktivitäten nachgehe. Was ich danach machen werde, lass ich einfach auf mich zukommen. Vielleicht finde ich ja bei der BUNDjugend Hessen neue Anregungen für meinen weiteren Lebensweg.
Tschüss dann, bis zum Herbst,
Claudia


WTOpoly - Straßentheater nach den Regeln der WTO

Im Rahmen der Kulturmesse in Marburg hatte die BUNDjugend Marburg am Samstag, den 11. Juni, Gelegenheit zum Thema WTO aktiv zu werden. Gemeinsam mit Leuten vom Weltladen und von Attac organisierte die BUNDjugend aus Anlaß des 10jährigen Bestehens der WTO einen Infostand, das Straßentheater WTOpoly und einen Vortrag. Der Vortrag fand abends im Weltladen mit dem Referenten Stefan Schmalz zum Thema "Freihandel als Ursache von Unterentwicklung und Hunger" statt.

Zuvor jedoch verwandelten am Nachmittag fast 20 Akteure den Marktplatz vor dem Marburger Rathaus für knapp zwei Stunden in ein Spielfeld, nachempfunden dem Spiel Monopoly. In phantasievoller Kostümierung wurde das Spiel WTOpoly zweimal durchgeführt. Zahlreiche Zuschauer folgten gespannt der Aufführung, die von allen Mitspielern mit viel Engagement in Szene gesetzt wurde. Der Moderator Björn führte gekonnt durchs Spiel, erklärte die Spielregeln, die Spielzüge der Konzerne und deren Auswirkungen. WTOpoly wird nach den Regeln der WTO gespielt wird.

Diese Regeln begünstigen die multinationalen Konzerne, fördern den Freihandel und ermöglichen die Privatisierung von Dienstleistungen, die bisher in den Händen der Staaten lagen - wie z.B. Wasserversorgung oder Bildung. Die Konzerne können mit der WTO über die Spielregeln verhandeln - da kann eine gewürfelte "6" in diesem Spiel schon mal als "3" gedeutet werden. Ihre Verhandlungsmacht können die Konzerne durch Zuwendungen und Spesen stärken.

Dagegen sitzen die Umwelt, die Entwicklungsländer und die Menschenrechte in der Globalisierungsfalle. Sie haben keine Möglichkeit, auf das Spiel Einfluss zu nehmen, erleiden aber die Folgen, die die Investitionen der Konzerne in den verschiedenen Ländern verursachen. Am Rande des Spielfeldes steht das Volk, das zwar seine Stimme erheben kann, aber letzlich nicht mitspielen darf. Eine ganze Weile nimmt das Spiel seinen Lauf, das abgekartete Spiel und die negativen Folgen werden immer offensichtlicher - bis am Ende die Bürger das Spielfeld stürmen, die Macht der Konzerne brechen und Umwelt, Menschrechte und Entwicklungsländer aus der Globalisierungsfalle befreien.

Damit diese Utopie einmal Wirklichkeit werden kann, ist sehr viel Information und Öffentlichkeitsarbeit notwendig, so wie es die BUNDjugend Marburg gemeinsam mit Attac und Weltladen an diesem Tag gemacht haben! Und es sind viele Leute nötig, die bei der Vorbereitungen und Durchführung von solch tollen Aktionen mithelfen und damit ein bisschen die Erde retten. Die BUNDjugend Marburg freut sich über weitere tatkräftige Unterstützung.

Treffpunkt ist jeden Dienstag um 19.00 Uhr im Büro des BUND Marburg, Krummbogen 2.