Hier finden Sie folgende Artikel aus den HESSENseiten im BUNDmagazin

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Ausbau des Frankfurter Flughafens

BUND - Verbandsklage gegen Erweiterung und Neubau der CCT - Werft

Gegen die Erweiterung und Neuerrichtung der Flugzeug - Wartungsanlage für die Condor Cargo Technik (CCT - Werft) auf dem Frankfurter Flughafen hat der Landesvorstand Verbandsklage eingereicht. Das Vorhaben ist Bestandteil des geplanten Flughafenausbaus und wurde vom hessischen Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) rechtswidrig in einem behördeninternen Verfahren ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und ohne Beteiligung der Naturschutzverbände im November 2003 genehmigt.

Die neue CCT - Werft soll eine Fläche von über 5.000 Quadratmeter umfassen und aus einer neuen Halle (220 m x79 m x 23m) sowie Rollwegen und Wartungsplätzen außerhalb der Halle bestehen. Sie wird an der Grenze des Flughafens zum Bannwald und nahe der geplanten Werft für das Großraumflugzeug A380, die über 27.000 Quadratmeter Wald beanspruchen wird, liegen.

Der BUND bemängelt, dass bei der Genehmigung der CCT - Werft wesentliche Naturschutzgesichtspunkte falsch bewertet wurden. Insbesondere wird verkannt, dass die neue Werft direkt an den Wald grenzen wird, der Bestandteil des europäischen Biotopverbundsystems NATURA 2000 und teilweise als Naturschutzgebiet (NSG) sichergestellt ist. Die schädlichen Umweltwirkungen durch Licht-, Lärm und Schadstoffeinträge könnten künftig in vollem Umfang in den benachbarten Bannwald hineinwirken.

Mit seiner Klage will der BUND erreichen, dass Planung und Betrieb der CCT - Werft gemeinsam mit der ebenfalls in Planung befindlichen A380 - Werft geprüft werden. Hierdurch würde die Flächeninanspruchnahme reduziert, der Bannwald geschont und der Eintrag schädlicher Lärm-, Licht- und Schadstoffeinträge in den geschützten Wald verringert.

Hinsichtlich der allgemeinen Umweltauswirkungen ergibt sich die Pflicht zur Gesamtschau aus dem Gesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG). Liegen im Einwirkungsbereich eines Vorhabens wie hier zusätzlich Schutzgebiete nach der Vogelschutz- oder der Flora - Fauna - Habitat - Richtlinie (FFH - Richtlinie) der Europäischen Union, dann fordern das UVPG und das Naturschutzgesetz zwingend die Durchführung einer so genannten "Verträglichkeitsprüfung" bei der alle nachteiligen Umweltauswirkungen auf die Gebiete in einer Gesamtschau und im Vorfeld der Genehmigungen geprüft werden.

Der Zusammenhang des Vorhabens "CCT - Werft" mit dem übrigen Flughafenausbau ergibt sich eindeutig aus dem "Generalausbauplan 2000" der Fraport, der Erweiterung der CCT - Wartungskapazität und der baulichen Ausführung der Rollwege, die auf den Endausbau ausgerichtet sind. Wegen des unmittelbaren Zusammenhangs zum weiteren Flughafenausbau hätte zwingend ein öffentliches Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Beteiligung der Naturschutzverbände erfolgen müssen. Stattdessen führte der Wirtschaftsminister nur ein behördeninternes Plangenehmigungsverfahren durch. Nach der unzulässigen Abtrennung des Verfahrens zur A380 - Werft sollen mit der schnellen Genehmigung der CCT - Werft weitere Fakten für den umstrittenen Flughafenausbau geschaffen werden.

Da der BUND am Verfahren trotz seiner Bemühungen nicht beteiligt wurde, ist er gezwungen seine Position nunmehr im Klagewege geltend zu machen. Die Durchführung von mittlerweile drei parallel durchgeführten Genehmigungsverfahren für die A380 - Werft (Planfeststellung läuft), die CCT - Werft (Plangenehmigung erteilt) und den Groß-Ausbau mit neuer Landebahn, neuem Terminal und noch weiteren Maßnahmen (Planfeststellung beantragt) verstellt den Blick auf eine Gesamtlösung.

Michael Rothkegel

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Aktionsbündnis "Keine Gentechnik auf Hessens Feldern und in Hessens Lebensmitteln" gegründet

Am 13. Oktober 2003 gründeten Umweltverbände (BUND, Greenpeace), Verbände des ökologischen Landbaus (Bioland, Demeter, Naturland, Vereinigung ökologischer Landbau in Hessen (VÖL), Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)), der Bundesverband Naturkost, Naturwaren, Einzelhandel, die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (AbL), tegut, Siebenkorn, Alnatura, der Umweltbeauftragte der evangelischen Kirche Kurhessen und Waldeck sowie attac das Aktionsbündnis "Keine Gentechnik auf Hessens Feldern und in Hessens Lebensmitteln".

In der "Wiesbadener Erklärung" hat das Aktionsbündnis seine Ziele und Forderungen für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung zusammengefasst:

Wiesbadener Erklärung (Auszüge) Über 70 Prozent der Verbraucher in der EU lehnen den Einsatz von Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln ab, 70 Prozent der Bauern wollen diese Risikotechnologie nicht einsetzen. Diesen Anliegen muss Rechnung getragen werden. Das Recht auf eine Ernährung ohne Gentechnik muss gesetzlich verankert und ein konsequenter Verbraucherschutz umgesetzt werden.

Das hessische Aktionsbündnis "Keine Gentechnik auf Hessens Feldern und in Hessens Lebensmitteln" sieht die Notwendigkeit, auch in Hessen eine Landwirtschaft ohne Gentechnik beizubehalten. Die kleinräumigen hessischen Strukturen lassen keine Koexistenz von Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik zu, ohne das Risiko einzugehen, dass sich gentechnisch veränderte Organismen (GVO) auch auf die Felder ausbreiten, die eigentlich gentechnikfrei bleiben sollen. Gentechnik im Ernährungsbereich bringt ungeklärte Risiken für Anwender, Umwelt und Verbraucher mit sich und soll deshalb in Hessen nicht zum Einsatz kommen.

Produkte, die ohne Gentechnik hergestellt wurden, müssen ein Markenzeichen für hessische Qualität bleiben. Wir fordern die hessischen Landwirte deshalb auf, weiterhin auf den Einsatz von Gentechnik zu verzichten.

Der hessische Lebensmitteleinzelhandel und auch die Futtermittelindustrie werden aufgefordert, Lebens- und Futtermittel bzw. Rohstoffe ohne Gentechnik nachzufragen und durch ein breites Angebot von Produkten, die ohne Gentechnik hergestellt wurden, dafür zu sorgen, dass die Produktion von Genfood keinen Sinn macht.

Wir fordern die hessischen Grundeigentümer, insbesondere das Land, die Kommunen und die Kirchen auf, im Interesse der Werterhaltung von Grund und Boden, den Einsatz von gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzgut auf ihren Flächen zu verhindern.

Wir fordern die hessischen Verbraucher auf, bei ihrem Einkauf konsequent Produkte nachzufragen, die ohne Gentechnik hergestellt sind. Damit können sie ihre Nachfrage - Macht so einsetzen, dass die Produktion von Genfood keinen Sinn macht.

Die Hessische Landesregierung soll sich im Bundesrat dafür einzusetzen,

  • dass der Schutz einer Landwirtschaft, die ohne den Einsatz von Gentechnik produzieren will, sichergestellt wird
  • z.B. durch gentechnikfreie Zonen
  • dass klare und strenge Regeln für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen durchgesetzt werden,
  • dass die Verursacher von Schäden durch den Einsatz von Gentechnik die Folgekosten tragen und für entstandene Schäden haften
  • dass ein bundesweites Flächenkataster für den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen erstellt wird
  • dass eine Koordinationsstelle für das Monitoring von freigesetzten gentechnisch veränderten Organismen geschaffen wird


Das Aktionsbündnis fordert die hessische Landesregierung auf:

  • ein Schutzgesetz für die gentechnikfreie Landwirtschaft in Hessen zu verabschieden
  • die Überwachung der Landwirte, die Gentechnik in der Produktion einsetzen, sicherzustellen
  • die Lebensmittelüberwachung so zu stärken, dass die neuen Anforderungen der Verordnung für die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebens- und Futtermittel umgesetzt werden
  • die hessischen Agrarmarketinginstrumente gezielt und schwerpunktmäßig zur Profilierung einer gentechnikfreien Landwirtschaft einzusetzen


Die EU-Kommission soll neue gentechnisch veränderte Sorten in Europa nicht eher zulassen, bevor es verbindliche und wirksame Regelungen zum Schutz einer Landwirtschaft, die auch in Zukunft ohne Gentechnik arbeiten will, gibt. Für die Verbraucher muss die Wahlfreiheit langfristig gewährleistet werden.

Der genaue Wortlaut der Wiesbadener Erklärung ist hier nachzulesen.

Michael Rothkegel

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"Hände weg vom Habichtswald"

BUND und andere wollen die Ausweitung des Basaltabbaus im Habichtswald bei Kassel verhindern


Der BUND, die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), der Naturschutzbund Hessen (NABU), der Touristenverein Die Naturfreunde, Robin Wood, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Raum Kassel und die Bürgerinitiative "Pro Habichtswald", die bei den jüngsten Kommunalwahlen in zwei Ortsbeiräte der Stadt Kassel gewählt wurde, haben das Bündnis "Hände weg vom Habichtswald" geschlossen. Ziel des Bündnisses ist es, eine aktuell drohende Ausweitung des Basaltabbaus im Habichtswald bei Kassel zu verhindern.

Der Habichtswald hat für die Stadt Kassel überragende klimatologische Bedeutung und ist gleichzeitig als Erholungswald für die Kasseler Bevölkerung von höchstem Wert. Außerdem wurde der Habichtswald als zusammenhängender Lebensraumtyp "Waldmeister-Buchenwald" vom Land Hessen für das europäische Netzwerk Natura 2000 nachgemeldet. Er bietet mit seinen Basaltböden die idealen Voraussetzungen für die natürlichen Pflanzen- und Tiergemeinschaften dieses Buchenwaldtyps. In dieser Geschlossenheit und Großflächigkeit kommt er in Hessen selten vor.

Durch einen Bericht des Hessischen Rundfunks im August letzten Jahres wurde der Öffentlichkeit bekannt, dass auf dem Wege der Innenabgrenzung des vorgeschlagenen FFH-Gebietes genau die Flächen aus dem Vorschlag herausgenommen werden sollen, für die von Steinbruchbetreibern Anträge auf Basaltabbau gestellt worden sind. Der Kasseler Regierungspräsident Lutz Klein äußerte dazu, seine Position sei, wenn eben möglich, den Abbau in dieser Region weiter zu gestatten.

Nach Auffassung des Bündnisses "Hände weg vom Habichtswald" wird durch eine solche (Vor-)Entscheidung gegen die Bestimmungen des europäischen Naturschutzrechts, hier speziell der Flora-Fauna-Habitat- (FFH-) Richtlinie verstoßen. Diese sieht nämlich vor, dass für die Meldung von Gebieten für das Europäische Netzwerk Natura 2000 allein fachliche Gesichtspunkte des Naturschutzes entscheidend sind. Kollisionen mit wirtschaftlichen und kommunalpolitischen Interessen werden erst nach Ausweisung eines gemeldeten Gebietes auf dem Wege einer FFH-Verträglichlichkeitsprüfung abgewogen.

Das Bündnis "Hände weg vom Habichtswald" will mit Öffentlichkeitsarbeit, Informationsspaziergängen, einer Unterschriftenaktion und Durchführung des 3. Kassler Waldforums die Ausweitung des Basaltabbaus im Kasseler Habichtswald verhindern. Unterstützung ist sehr willkommen.

Weitere Informationen:
BUND Kreisverband Kassel

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Tagungsankündigung: 3. Rheinland-Pfälzisch-Hessisches Mobilfunksymposium: "Medizin im Widerstreit"

12. Juni 2004 im Erbacher Hof in Mainz

Als die Anfragen besorgter Bürger nach den Auswirkungen von Mobilfunkstrahlen täglich zunahmen, entschlossen sich die BUND-Landesverbände Rheinland-Pfalz und Hessen 2001, den Arbeitskreis "Elektrosmog" zu gründen.

In seinem Bemühen um den Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen und den politischen Entscheidungsträgern hat sich der Arbeitskreis unter Leitung des Baubiologen Friedbert Lohner bereits einen Namen gemacht. Neben dem Bestreben, verstärkt auf die Politik einzuwirken, will der Arbeitskreis vor allem informieren und aufklären. Zu den Meilensteinen seiner Arbeit gehört das Rheinland-Pfälzisch-Hessische Mobilfunksymposium, das der BUND im Jahr 2004 zum dritten Mal in Folge veranstaltet.

Friedbert Lohner ist der Überzeugung, dass nur der Dialog weiterhilft. Das gilt für die Mobilfunkdebatte genauso wie für die anderen Bereiche des Natur- und Umweltschutzes.

Im 3. Rheinland-Pfälzisch-Hessischen Mobilfunksymposium werden neben medizinischen und biologischen auch baubiologische Aspekte sowie über die Medizin hinausgehende Fragen zum Thema WLAN Berücksichtigung finden.

Kontakt und weitere Informationen:
BUND Rheinland-Pfalz
Katia Neubauer

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Praxis-Workshop "Strom" für BUND-Mitglieder und Interessierte

· Regenerative und effiziente Erzeugung

· Sparsame Nutzung
· Umsetzungen und Strategien

Samstag, 8. Mai 2004, 1000 bis 1800 Uhr in Frankfurt a.M.

Der BUND setzt sich politisch für die Energiewende ein. Aktive in BUND-Gruppen tragen die praktische Umsetzung politischen Forderungen des BUND durch Projekte vor Ort oder würden dies gerne tun.

Der Arbeitskreis Energie des BUND Hessen bietet daher einen Workshop zum Erfahrungsaustausch an, damit das Rad nicht immer neu erfunden werden muss. Erfolgreiche Projekte können häufig als gut wiederholbare Vorbilder dienen. Ziele des Workshops sind die Darstellung von technischen, politischen und rechtlichen Grundlagen, die zur praktischen Umsetzung auf lokaler Ebene Voraussetzung sind sowie Gedankenaustausch und gegenseitiges Kennenlernen. Wir wollen interessierte Laien bis hin zu Experten ansprechen. Bei diesem Start-Workshop in Frankfurt konzentrieren wir uns auf den Stromsektor. Weitere Workshops, sowohl zu anderen Energiethemen als auch an anderen Orten, sind je nach Interesse und Bedarf möglich.

Die vorläufige Programmplanung sieht vor, dass in etwa halbstündigen Referaten mit reichlich Zeit für Diskussionen die nachfolgend aufgezählten Gebiete bearbeitet werden sollen:

  • Energiewende und Versorgungsstrukturen,
  • effiziente und sparsame Stromnutzung,
  • rationelle Stromerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung,
  • erneuerbare Stromerzeugung insbesondere aus Sonne und Wind sowie Bürgerbeteiligungsmodelle,
  • Aktionen, Einspeisevergütungen, Förderungen, Finanzierungen,
  • Überblick (vorwiegend in Hessen) realisierter Projekte.

Im Anschluss an die Referate geht es in einer ausführlichen Resümee-Sitzung um Umsetzungen, Strategien und Netzwerkbildungen. Berichte aus Orts- und Kreisverbänden wären hierzu willkommen. Auch sollten die Teilnehmer/innen ihre Stromrechnungen für eine kleine Statistik mitbringen.

Eine Mittags- und zwei Kaffee/Tee-Pausen sollen die Sitzungen unterbrechen. Bei Interesse könnte sich eine gemütliche Nachsitzung vor der Heimfahrt anschließen. Die Leitung des Workshops liegt bei den Sprechern des AK Energie Hessen.

Das endgültige Programm ist unten einzusehen.
Anmeldungen nimmt ebenfalls die Landesgeschäftsstelle entgegen.
Anmeldefrist ist der 23. 04. 2004, jedoch ist frühere Anmeldung sehr erwünscht.
Die Zahl der Teilnehmer/innen ist auf 40 beschränkt.
Für BUND-Mitglieder wird keine Teilnahmegebühr erhoben.
Anregungen oder inhaltliche Nachfragen sind willkommen und können an den AK Energie gerichtet werden.

Der BUND-AK Energie Hessen würde sich über eine lebhafte Beteiligung sehr freuen.
Die Sprecher:
Prof. Dr. Hans Ackermann
Dr. Werner Neumann
Dipl-Ing. Haimo Brackemann

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Einladung zur Landesdelegiertenversammlung des BUND Hessen 2004

Der Landesvorstand lädt alle Delegierten und Mitglieder zur Landesdelegiertenversammlung am Samstag, den 27. März 2004, im Saalbau-Bürgerhaus Griesheim, Schwarzerlenweg 57, 65933 Frankfurt a. M., Fon 0 69 - 38 87 07 herzlich ein.

Vorläufige Tagesordnung

  • Begrüßung
  • Wahl der Versammlungsleitung
  • Beschluss über die Tagesordnung
  • Beschluss über die Geschäftsordnung
  • Leitantrag des Landesvorstands
  • Vorstandsbericht, Geschäftsbericht und Aussprache
  • Entgegennahme der schriftlichen Berichte des Landesrates, des Fachrates, der Arbeitskreise und der BUNDjugend
  • Nachwuchsarbeit im BUND Hessen - Analyse und Ausblick
  • Bestätigung der Fachratssprecher und der ArbeitskreissprecherInnen
  • Bericht der KassenprüferInnen
  • Kassenbericht 2003 und Aussprache
  • Entlastung des Vorstands
  • Beschlüsse über Finanzanträge
  • Beschluss über den Haushaltsplan 2004
  • Wahl einer Wahlkommission
  • Wahl zweier KassenprüferInnen
  • Wahl der Bundesverbandsdelegierten
  • Beschlüsse über Satzungsanträge
  • Beschlüsse über Sachanträge

Brigitte Martin
Vorstandssprecherin

Jörg Nitsch
Vorstandssprecher

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Die echten Rhöner werden immer mehr

(Interview mit Dietmar Weckbach, dem Schäfer der BUND-Rhönschafherde)

Schäfer Weckbach mit der BUND-Herde.
Schäfer Weckbach mit der BUND-Herde. Gut zu erkennen ist der für die Rhönschafe typische schwarze Kopf. Foto: Reiner Cornelius

Artenschutz heißt nicht nur Schutz wildlebender Pflanzen und Tiere, sondern auch Schutz einheimischer Haustierrassen. 1997 erwarb der BUND Hessen mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Hessischer Naturschutz und FÖRSTINA Mineralbrunnen 241 Rhönschafe, Tiere einer robusten Haustierrasse, die vom Aussterben bedroht war. Die Rhönschafherde, von Schäfer Dietmar Weckbach aus Ehrenberg Wüstensachsen betreut, ist mittlerweile auf 600 Muttertiere angewachsen.
Als ideale "Landschaftspfleger" erhalten die Rhönschafe durch Beweidung der Bergwiesen und Magerrasen im Biosphären-Reservat Rhön Lebensräume für etliche seltene Pflanzen- und Tierarten.

Hessenseiten-Mitarbeiterin Regine Müller befragte Dietmar Weckbach zu seiner Arbeit.

Hessenseiten: Seit wann sind Sie Schäfer und betreuen die BUND-Herde?

Dietmar Weckbach: Ich bin Schäfer in der fünften Generation. Durch die Wanderschäferei bin ich vor 25 Jahren nach Wüstensachsen gekommen. Seit 13 Jahren bin ich jetzt sesshafter Schäfer. Seit 1997 habe ich die BUND-Herde. Die letzten Rhönschafe sollten damals zum Schlachthof, glücklicherweise konnte jedoch der BUND mit mir zusammen über Spendengelder die Herde ankaufen. Dann haben wir sie wieder zurück nach Wüstensachsen geholt und mit dieser Herde habe ich meinen Betrieb zu 90% umgestellt auf die original Rhönschafe.

Hessenseiten: Wie sieht die Unterstützung des BUND aus?

Dietmar Weckbach: Das Erste war, dass mir der BUND dabei geholfen hat, die Herde anzukaufen, so dass sie zu mir in den Betrieb gekommen ist. Jetzt habe ich bei der Schafherde auch 10% andere Schafrassen, weil ich sehr viele Gruppen durch meinen Betrieb führe. Weil ich ja nicht nur Erwachsenengruppen führe, sondern auch Kindergartengruppen und Schulklassen, kann ich so die verschiedenen Schafrassen zeigen und deren Unterschiede in Farbe, Aussehen, Wolle, Fleisch - alles drum und dran. Die Kinder sind ja unsere Zukunft. Und da gebe ich mir gern ein bisschen Mühe. Wenn ich nur erzählen würde, dass es auch noch andere Schafrassen gibt - das haben die Kinder doch auch im Unterricht. Ich möchte ihnen gern verschiedene Schafrassen zeigen können. Ich führe mittlerweile 200 Gruppen jährlich. Schafe sind mein Leben, ich bin Schäfer durch und durch. Das spüren die Menschen und das kommt bei ihnen gut an. Deswegen finde ich auch große Unterstützung in Bezug auf den Schäferberuf.

Hessenseiten: Wie viel Tiere umfasst die Herde zur Zeit?

Dietmar Weckbach: Ich habe einen Betrieb von 600 Mutterschafen, bewirtschafte 140 ha Grünland und bin seit 5 Jahren anerkannter Öko-Betrieb nach EU-Richtlinien. Ich vermarkte 80% von meinem Betrieb direkt.

Hessenseiten: Können Sie unseren Leserinnen und Lesern darstellen, warum die Rhönschafe für die Rhön so wichtig sind?

Dietmar Weckbach: Das Rhönschaf war früher weit verbreitet hier in der Rhön. Es war dann vom Aussterben bedroht, weil nicht mehr viel Lammfleisch gegessen worden ist. Das Rhönschaf gehört in die Rhön. Es ist genügsam, es kommt mit den Borstgrasrasen recht gut zurecht und es ist das Maskottchen der Rhön. Deswegen hab ich hier auch Unterstützung, z.B. vom Landkreis und vom Biosphärenreservat Rhön. Wir gehören ja alle zusammen und wir sind ja dafür da, dass wir hier die Rhön so erhalten, wie die Rhön ganz einfach ist. Und dafür müssen wir was tun. Dann können wir für auch die Zukunft hoffen, dass die Leute weiterhin hier in die Rhön kommen.

Hessenseiten: Was haben Sie für Pläne für 2004?

Dietmar Weckbach: Ich habe vor, in diesem Jahr zusammen mit dem BUND ein großes Schaffest zu machen. Ich möchte dazu alle einladen, die mich immer wieder unterstützt haben, z.B. der Landrat und viele Bürgermeister in der Region, aber natürlich sind auch BUNDmitglieder herzlich willkommen. Ich brauche Unterstützung, möchte aber auch zeigen, was ich mit dieser Unterstützung zur Erhaltung der Rhöner Kulturlandschaft beitragen kann.

Hessenseiten: Wir kommen gerne auch zum Schaffest und berichten auf den Hessenseiten darüber.

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Sparpolitik der Landesregierung

Naturschutzzentrum Hessen vor der Insolvenz

BUND fordert vom Umweltministerium die Rettung des NZH

PRESSEMITTEILUNG: Frankfurt, 20. November 2003

Der zentralen Fortbildungseinrichtung des Landes Hessen, "Naturschutzzentrum Hessen - Akademie für Natur und Umweltschutz" (NZH), droht durch Haushaltskürzungen von ca. 50 % zum Jahreswechsel die Insolvenz. Wenn das Umweltministerium nicht einen zusätzlichen Betrag von mindestens 80.000,00 EURO sorgt, wird das NZH zum 01.01.2004 einen Insolvenzantrag stellen müssen. "Geben Sie dem NZH bis zur Vorstandswahl am 03.12.03 kurzfristig belastbare Finanzsicherheit", appelliert der Vorstandssprecher Dirk Teßmer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an den hessischen Umweltminister Wilhelm Dietzel.

Das Naturschutzzentrum Hessen e. V. (NZH) wurde vor über 20 Jahren gegründet und wurde erst 1997 mit deutlicher Unterstützung des Landes zur "Akademie" aufgewertet. Es organisiert die Fortbildung haupt- und ehrenamtlicher Personen im Bereich des Naturschutzes. Hierzu gehören die im Berufsfeld "Naturschutz" tätigen Mitarbeiter der Naturschutz-, Straßenbau- oder Wasserverwaltung ebenso wie die vielen tausend Mitglieder der Naturschutzverbände. Zusätzlich werden jährlich tausende von Kindern und Schülern über die Zusammenhänge in der Natur informiert. Als bundesweit vorbildlich gilt die Kooperation zwischen Staat und Ehrenamt. Mitglieder des Vereins Naturschutzzentrum sind nicht nur das Land Hessen, die Naturschutzverbände, die Stadt Wetzlar, der Hessische Bauernverband und der Hessische Waldbesitzerverband, sondern auch zahlreiche andere gemeinnützige und soziale Organisationen.

Nach den überraschenden Sparbeschlüssen um ca. 50 % musste der Vorstand des NZH den Vereinsangestellten bereits vorsorglich kündigen, da ihm mit dem verbleibenden Etat lediglich noch die Mittel für den Lohn während des Laufs der Kündigungsfrist verbliebe. Die für 2004 bereitgestellten Landesmittel würden nicht einmal für die einklagbaren Abfindungen reichen. Damit wäre die Insolvenz zum Jahreswechsel unumgänglich. Der vom NZH entwickelte "Notfallplan 2004" sieht Änderungsverträge für die Angestellten mit deutlichen Einschnitten vor, ist aber nur durchführbar, wenn das Umweltministerium einen Betrag von mindestens 80.000,00 EURO durch zusätzliche Vereinbarungen absichert. Ohne eine belastbare Perspektive ist die Neuwahl des Vorstandes, die am 3.12.03 erfolgen muss, gefährdet.

Ansprechpartner in der Landesgeschäftsstelle des BUND Hessen ist Thomas Norgall.

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BUNDjugend im BUND-Magazin 01/2004

Jugendvollversammlung der BUNDjugend Hessen

13.-14. März in Friedrichsdorf
Nette Leute treffen, Pläne schmieden....wie geht´s weiter mit der BUNDjugend? Ihr könnt die Richtung mit bestimmen! Wie gestalten wir den Stand auf dem Jugendkirchentag in Wiesbaden? Wie mischen wir uns in die Politik der Erwachsenen ein? Wie wollen wir uns am bundesweiten Latsch-Projekt der BUNDjugend (siehe unten) beteiligen? Was geht sonst noch ab?

Dafür nehmen wir uns zwei Tage im Pfadfinderhaus in Friedrichsdorf Zeit, in bewährt gemütlicher Atmosphäre mit kreativen Angeboten und ökologischem Schlemmen.

Was? Und schon wieder Wahlen? Ja, das muß sein!

Die Landesjugendleitung ist letzten Sommer auf ein Jahr gewählt worden, mittlerweile ist Frauke Quurck ausgeschieden, weil sie ein freiwilliges ökologische Jahr (FÖJ) in Berlin beim bundesweiten Latsch-Projekt der BUNDjugend macht. Auch Delegierte und Kassenprüfer müssen nachgewählt werden. Außerdem müssen wir den Haushalt 2004 verabschieden.

Diese Formalia werden kurz und bündig am Samstag, den 13.03. ab 14.00 Uhr behandelt.

Anträge können bis zum 28.02.2004 gestellt werden.

Tagesordnung JVV 2004


    * Begrüßung durch die Landesjugendleitung, Feststellung des Stimmberechtigung
    * Wahl der Versammlungsleitung
    * Feststellung der satzungsgemäßen Einladung
    * Kontrolle des Protokolls der JVV 2003, Wahl eines/r ProtokollantIn
    * Berichte
         1. Landesjugendleitung
         2. Finanzen 2003, Haushalt 2004
         3. TeamerInnen-AK
         4. Landesgeschäftsstelle
         5. Kassenprüfer
    * Entlastung der Landesjugendleitung
    * Anträge
    * Wahlen:
          o Nachwahl LandesjugendsprecherInnen, BeisitzerInnen
          o Landes- und Bundesdelegierte
          o KassenprüferIn
    * Ende der Versammlung

Wir freuen uns auf viele Leute, die Lust haben, mitzumischen!

Latsch! oder "He, wie groß sind deine Füße?"

Die Menschheit hat ein Problem. Und es hat irgendwas mit Riesenfüßen zu tun, die rücksichtlos umherlatschen....

Ein durchschnittlicher Deutscher latscht 4,7 ha Landfläche hernieder für seinen aufwändigen Lebensstil. Diese Fläche wird gebraucht für Stromerzeugung, Autos, Straßen, S-Bahnen, Lebensmittel, Computer, Volleyballfelder, Reichstage, Einfamilienhäuser... Lebten alle Menschen der Erde so wie wir, bräuchten wir fast 3 Erden.

Dieses Problem wollen wir mit dem Projekt Latsch! bekämpfen.

Wenn wir die Ressourcen der Erde gerecht nutzen wollen, brauchen auch die deutschen Füße eine umfassende Pediküre. Denn alles, was wir im Alltag benutzen und gebrauchen, benötigt zu seiner Herstellung und Entsorgung Energie und Ressourcen. Für deren Bereitstellung wird eine bestimmte Fläche benötigt, die je nach Lebensgewohnheit mal größer oder kleiner ist.

Wir wollen jetzt sofort und am besten mit allen für immer was ändern. Und für eine solche Fußkur bieten wir eine Reihe von spaßigen, kreativen und experimentellen Möglichkeiten für junge Leute fernab vom spaßbremsigen Leben in der Öko-Abstinenz.

Gleichzeitig nehmen wir die unter die Lupe, die uns an einem Leben auf kleinen Füßen hindern: Konzerne mit unökologischer Wirtschaftsweise und Politiker, die hinter der Philosophie vom ungebremsten Wachstum auf Kosten von Natur und Menschen stehen

Also, mach mit und werdet aktiv !

Schnapp dir deine Freunde und macht eine Latsch!gruppe. Mit witzigen Aktionen in der Innenstadt - wie wäre es mit experimenteller Fußkunst? - könnt ihr auf ein gerechtes Leben aufmerksam machen. Aktionstipps könnt ihr auf unserer Internetseite finden.

Für alle Latsch!- Aktivisten soll es im Mai einen bundesweiten Aktionstag geben, an dem ihr mit eurer Aktionsgruppe etwas Kreatives auf die Beine stellen könnt, um auch andere Menschen von der Notwendigkeit und den Vorzügen eines kleinfüßigen Lebens zu überzeugen.

Wer Lust hat das Leben auf kleinstem Fuß selbst auszuprobieren, findet bei uns Möglichkeiten zur lustvoll-latschigen Lebensgestaltung. Vom 30.07. bis 8.08. planen wir das Eine-Erde-Sommercamp, ein buntes, kulturelles Zusammenleben von über hundert Jugendlichen, auf dem wir mit einem gerechten Fußabdruck leben wollen, also mit einem, der dem Verbrauch einer Erde entspricht, wenn alle Menschen so leben würden.

Bis zum Sommer könnt ihr Wirtschaftskonzerne eurer Region und auf der ganzen Welt ausfindig machen, die uns daran hindern einen kleinen Fußabdruck zu haben.

Auf dem Camp werden wir regionale Umweltteufeln mit einem Silbernen Stinkefuß und einem Super-Multi-Erde-Kaputtmacher einen goldenen Stinkefuß auszeichnen. Etwas später werden wir dann dem Konzern persönlich diese Auszeichnung überreichen.

Doch der erste Termin für alle Latsch!-Aktivisten ist ein großes Seminar vom 23. bis 25.04.04, auf dem wir unseren Lebensstil hinterfragen werden. Wir wollen Wege aus einem spaßbremsigen Ökoleben finden, aber dennoch umweltschonend unseren Alltag bewerkstelligen. Außerdem werden wir wichtiges über den Ökologischen Fußabdruck, den Einfluss von ungerechter Ressourcenverteilung und absehbarer Ressourcenknappheit auf die "3.Welt"-Länder und die Rolle von Politikern und Konzernen erfahren.

Hast du Fragen, Vorschläge und Anregungen oder willst du bei Latsch! mitmachen, dann melde dich einfach im Büro bei Frauke & Astrid.

Projektbüro Latsch!
Rothenburgstr.16
12165 Berlin
Tel: 030-79706610
Fax: 030-79706620
mail: latsch@bundjugend.de

Und nicht vergessen:

www.latschlatsch.de

Veranstaltungen:

Passend zum Thema Lebensstil und Konsum veranstalten wir im Frühjahr einige Seminare zum Thema Kleidung, Müll und Wasser. Immer geht es um Produktionsbedingungen, Konsumweisen und Alternativen, bezogen auf die Gesellschaft aber auch auf jeden einzelnen von uns.

    * Fair dressed

      5.-7. März in Langgöns (bei Butzbach)
      Kleider machen Leute ! - "kaputt" - könnte man hinzufügen, wenn man sich mal ernsthaft überlegt, welche gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen unsere Klamotten auf uns und auf diejenigen haben, die unter z.T. menschenunwürdigen Bedingungen für die Herstellung unserer Kleidung leiden müssen. Was sind die Alternativen ? Das Programm wird spannend: Jeans-Aktions-Spiel, Fair-Party mit Maquila-Bar, Besuch bei HessNatur und im Second-Hand-Laden, Was für'n Modetyp bin ich?, Bunter Kleidertauschmarkt, Markenfirmen, "selfmade" und und und ...
    * Ein Anfall von Abfall

      27.-29. Februar in Gießen
      Haste ´n Grünen Punkt, kommste in den Gelben Sack - schon ist der Müll weg und wird zu Wertstoffen, die man wiederum zu Geld machen kann ... Wenn das bloß so einfach wäre mit dem Verwertungs-Kreislauf! Obwohl es verschiedene Strategien zur Abfallbeseitigung und –verwertung gibt, wachsen die Müllberge weiter. Aber was ist die Lösung? Was tun mit Problemstoffen wie FCKW, Schwermetallen und anderen tickenden Zeitbomben? Wir wollen zeigen, welche Alternativen es gibt und wie wir Einfluß nehmen können.
    * Genutzt, verschmutzt - Wasser in Not

      13.-17. April in Frankfurt
      Wasser kommt aus der Leitung! Wirklich? Wasser ist die Grundlage allen Lebens, doch wird sauberes Wasser auf der Erde immer häufiger zur Mangelware. Und auch bei uns macht sich der großzügige Wasserverbrauch durch Schäden in der Landschaft bemerkbar. Auf der anderen Seite sorgen wir durch Klimawandel und Zubetonierung der Flächen für immer größere Hochwasserschäden. Wir entdecken, spüren und erforschen das kühle, frische, warme, dreckige, weiche, wellige, verseuchte ... Nass! Und spüren dem menschlichen Einwirken auf den Wasserhaushalt nach.

      Als Bildungsurlaub anerkannt, in Kooperation mit der HGDÖ.
    * JUKT vom 10.-13. Juni in Wiesbaden

      Vom 10.-13. Juni findet der zweite Jugendkirchentag diesmal in Wiesbaden statt. Die BUNDjugend möchte sich dort auch mit einem Aktionsstand zum Thema Gentechnik und/oder faire Kleidung beteiligen. Leute, die Lust haben, den Stand mit zu gestalten und zu betreuen, können sich bei uns melden:

      BUNDjugend Hessen
      www.bundjugendhessen.de

      weitere Infos zum Jugendkirchentag findet Ihr unter: www.good-days.de