Hier finden Sie folgende Artikel aus den HESSENseiten im BUNDmagazin

Banner HESSENseiten im BUNDmagazin

Editorial

Der Bannwald am Frankfureter Flughafen

Viel wertvoller als man denkt !


Das zentrale Thema des Flughafenausbaus ist der Lärm. Doch auch die Bann-Wälder rund um den Frankfurter Flughafen haben es in sich. Der Kelsterbacher Wald ist ein Juwel. Aber er ist durch den Bau der geplanten neuen Landebahn für den Frankfurter Flughafen akut bedroht ist. Noch ist er Lebensraum für zahllose gefährdete Arten. Die seit Jahrhunderten, wahrscheinlich sogar seit der Eiszeit durchgehende Bestockung mit Wald hat einen herausragenden Lebensraum für viele, seltene Tiere und Pflanzen. Diese Rahmenbedingungen sind verantwortlich für zahlreiche, bundesweite Naturschutz-Spitzenpositionen. Sie glauben mir nicht? - Lassen Sie sich überzeugen!

  • Die jahrhundertelange Förderung der heimischen Stiel- und Traubeneichen begünstigte die Bildung der herausragenden Totholz-Fauna der Käfer. Die hohe Zahl von 372 bisher (!) nachgewiesenen Arten dokumentiert die bundesweite Spitzenstellung. Etwa 10 % (37 Arten) dieser Totholz-Käfer sind nach der Roten Liste Deutschlands gefährdet bzw. vom Aussterben bedroht.
  • Nach den bisherigen Erkenntnissen hat der bundesweit gefährdete Hirschkäfer im Kelsterbacher Wald sein größtes hessisches Vorkommen.
  • Mit 131 nachgewiesenen Vogelarten übertrifft der Kelsterbacher Wald andere Wälder vergleichbarer Größe deutlich in der Artenzahl (170 % des theoretischen Erwartungswertes). Immerhin 12 Arten, d.h. fast 10 %, sind in Hessen bestandsgefährdet und acht Arten sind nach der EU-Vogelschutzrichtlinie besonders zu schützen.
  • 12 der 19 in Hessen noch vorkommenden Fledermausarten wurden im Kelsterbacher Wald nachgewiesen. In vergleichbar untersuchten Fledermauswälder Deutschlands wurden bisher maximal 10 Arten gefunden wurden.
  • 30 der 60 hessischen Libellenarten kommen im Kelsterbacher Wald oder seiner unmittelbaren Umgebung vor.
  • Der „Weiße Waldportier“, ein Tagfalter, hat hier und an anderen Stellen rund um den Flughafen sein letztes Vorkommen in Hessen.
  • Auch für Nachfalter hat der Kelsterbacher Wald sehr hohe Bedeutung. Nachgewiesen wurden bisher 261 Arten, geschätzt werden 300 bis 400 Arten, darunter ein sehr hoher Spezialistenanteil. Leider existiert bisher keine Rote Liste der gefährdeten Nachtfalter.
  • Der Kelsterbacher Wald ist auch botanisch hochwertig. Wertgebend sind insbesondere die großen, zusammenhängenden Mager- und Sandtrockenrasen.

Südlich des Flughafens soll auf ca. 100 ha der so genannte "variantenunabhängige Bereich" realisiert werden. Das Genehmigungsverfahren für die Wartungshalle des Riesen-Jumbo A380 ist bereits in vollem Gange (vgl. BUNDmagazin 3/2003). Auch dort sind wertvolle Naturschätze bedroht. Der Ausbaubereich Süd wird das EU-Vogelschutz- und FFH-Gebiet "Mark- und Gundwald" massiv schädigen.
Nach Untersuchungen des BUND Hessen ist das Gebiet zu Gunsten des Flughafenausbaus rechtswidrig zu klein abgegrenzt worden. In diesem Bereich wurde u.a. großflächig die höchste Dichte des Mittelspechts in Deutschlands nachgewiesen. Der Mittelspecht kommt weltweit fast nur in Europa vor. Die hessischen Bestände liegen im Kerngebiet des Areals. Das Mittelspecht - Vorkommen am Frankfurter Flughafen dürfte die größte deutsche Population beherbergen. Allein südlich des Flughafens liegt ein zusammenhängendes Vorkommensgebiet mit weit über 100 Brutpaaren, davon 30-35 im NSG "Mark- und Gundwald". Weitere schutzwürdige Vogelarten sind z. B. Grau- und Schwarzspecht, mit jeweils extrem hohen Siedlungsdichten, sowie Hohltaube, Neuntöter, Schwarzkehlchen, Heidelerche, Baumfalke, Wespenbussard und ein Massenvorkommen des Baumpiepers. Die Meldung als FFH-Gebiet wird z.Z. vom Land Hessen vorbereitet. Eines der größten hessischen Vorkommen des FFH-Lebensraumtyps "Alte Eichen auf Sandboden" befindet sich hier, würde aber durch den Bau der A380-Werft weitgehende entwertet bzw. vernichtet. Besondere Tiervorkommen sind z. B. Kamm-Molch, Kreuzkröte und ein Massenvorkommen des gefährdeten Springfrosches bei den Amphibien; die in Hessen vom Aussterben bedrohten Libellenarten Nordische und Große Moosjungfer bei den Libellen; die Totholz-Käfer "Heldbock" (nur ca. 10 Fundpunkte in Hessen) und Hirschkäfer. Zehn weitere Totholz-Käfer - leider zumeist ohne deutsche Namen - mussten in der höchsten Gefährdungsstufe der Roten Liste eingeordnet werden ("vom Aussterben bedroht").

Habe ich Sie vom Naturschutzwert des Bannwaldes am Frankfurter Flughafen und speziell des Kelsterbacher Waldes überzeugt? Ich könnte auch fortfahren. Denn es gibt im Kelsterbacher Wald mit dem Mönchwald-See noch ein Vogelschutzgebiet für überwinternde Wasservögel. Westlich des heutigen Flughafens liegt die "Heidelandschaft", die hessenweit die größten Bestände des Schwarzkehlchens und des Laubfrosches sowie zahllose weitere hoch bedrohte Lebensräume und Arten beherbergt. Und dann folgt südlich des Flughafens noch das Naturschutzgebiet Mönchbruch. Mit über 900 Hektar Hessens zweitgrößtes Naturschutzgebiet. Der Mönchbruch ist ebenfalls als EU-Vogelschutzgebiet- und FFH-Gebiet gemeldet.
Woher wir all diese Angaben wissen? Von der Fraport. Sie will beim Flughafenausbau keine Fehler machen und hat deshalb im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens das in Frankfurt ansässige Institut Senckenberg mit den Bestandsaufnahmen in der Natur beauftragt. Das weit über 1.000 Seite starke wissenschaftliche Gutachten von Senckenberg wurde von uns ausgewertet. Hinzu kommen Kenntnisse unserer Mitglieder und spezielle Gutachten, die wir oder unsere kommunalen Partner in Auftrag gegeben haben. Der Naturschutzwert der Wälder rund um den Flughafen ist unstrittig.

Thomas Norgall

Kann der BUND den Flughafenausbau verhindern?


Ja! Wir können den Flughafen Ausbau verhindern. Denn die Argumente des Naturschutzes sind immer untrennbar mit einem konkreten Standort verbunden. Gerade den Naturschutzkonflikt kann hier - anderes als das Lärmproblem - nicht durch Kompromisse gelöst werden. Die besonderen natürlichen Bedingungen, das Vorkommen seltener Lebensräume, Tiere oder Pflanzen kann man eben nur am Ort des Vorkommens schützen und nicht verschieben oder gar neu schaffen.
Doch genau diese Konstellation ist für die Fraport und die Ausbaubefürworter ein Problem. Denn wenn wir mit unserer Argumenten obsiegen, dann können weder die A380-Werft im Schnellgang, noch die Landebahn im Kelsterbacher Wald gebaut werden.
Kein Privatmann und keine Kommune trifft mit ihren Belangen die Planung so frontal wie die Verbandsklage. Denn Private, Bürgerinitiativen oder Kommunen können nach der deutschen Rechtsordnung nicht zum Anwalt der Natur werden, sondern müssen ihre Argumente aus ihren - privaten oder kommunalen - Rechten ziehen. Lärmfragen kann man durch Betriebsregelungen lösen, die Frage des zulässigen Standortes nicht. Sie ist eine elementare Voraussetzungen für die Realisierung oder das Scheitern des Flughafenausbaus.
Die hochwertige Naturausstattung in der unmittelbaren Nachbarschaft des Flughafens ist eine ausgesprochen solide Basis für unsere künftigen Klagen. Bisher hat die Fraport alle Sachkonflikte nach hinten verschoben. Gerade die Rechtskonflikte aus dem europäischen Naturschutzrecht wurden im Raumordnungsverfahren sträflich vernachlässigt. Zur bereits laufenden Genehmigung für die A380-Werft haben wir die Behörde mit einer mehr als 200-seitigen BUNDstellungnahme konfrontiert. Wir sind uns sicher: Der A380 wird nicht im Schnellgang realisiert. Sollte die Landesregierung die knallharten Planungsfehler ignorieren, gerät das Projekt vor den Gerichten in „Seenot“. Das A380-Verfahren wird für der Fraport einen Vorgeschmack auf unsere Arbeit im Ernstfall geben.

Spendenaufruf


Unsere Arbeit gegen den Flughafenausbau macht viel Arbeit und kostet sehr viel Geld. Der BUND ist hier auf Spenden angewiesen.
Für das Raumordnungsverfahren in 2002 haben wir - ohne Anwaltskosten - 15 DIN-A4 Ordner durchgearbeitet und eine Stellungnahme von fast 200 Seiten erstellt. Für den Scopingtermin in diesem Frühjahr haben wir eine Stellungnahme erarbeitet und an einem mehrtägigen Erörterungstermin teilgenommen. Im Planfeststellungsverfahren zur A380-Werft standen wir zum ersten Mal im Ernstfall, haben sieben DIN-A4 Ordner durchgearbeitet und - mit anwaltlicher Hilfe - eine Stellungnahme von über 200 Seiten abgegeben. Über den Landesnaturschutzbeirat waren wir im August/September plötzlich mit einer weiteren Planung, der so genannten CCT-Wartungsanlage, konfrontiert.
Im Frühjahr 2004 müssen wir bei dem voraussichtlich mehrwöchigen Erörterungstermin zum A380-Werft möglichst durchgehend präsent sein. Dann kommt zeitgleich oder sofort danach das Verfahren zum Groß-Ausbau mit der neuen Landebahn und dem neuen Terminal. Hierzu müssen 47 DIN-A4 Ordner in drei Monaten ausgewertet werden. Dann kommen Ende 2004 oder später die ersten Klageverfahren.

Dies alles werden wir bewältigen. Der BUND Hessen ist hervorragend aufgestellt. Allen unseren Spenderinnen und Spendern sei hier herzlichst gedankt. Doch der Kampf geht weiter und wir benötigen - auch weiterhin - Ihre Unterstützung.

zum Seitenanfang

B8-Westumgehung Kelkheim-Königstein – Trassenbegehung ein Erfolg

Rund 150 Interessierte kamen nach Schneidhain, um von dort aus die geplante Trasse der B8-Westumgehung Kelkheim-Königstein in Augenschein zu nehmen. Nach Auffassung des BUND Königstein/Glashütten würde die geplante Trasse im dichtbesiedelten Rhein-Main-Gebiet landschaftlich und ökologisch wertvollstes Gebiet zerstören, darunter 160 000 Quadratmeter Wald und Streuobstwiesen. Die Infrastruktur der Region würde durch den Wegfall der Erholungsfunktion im Trassenbereich dauerhaft Schaden nehmen. Die neue B8 würde den Stadtteil Königstein-Schneidhain mit seiner gewachsenen und erhaltenswerten Struktur (Wohngebiet, Kindergarten, Grundschule) einer stetig wachsenden Verkehrsbelastung aussetzen.
Naturschutzreferent Thomas Norgall warnte davor, in der B8-Neu eine dauerhafte Entlastung zu sehen. Die neu geschaffenen Kapazitäten würden in einigen Jahren wieder aufgefressen. Es gelte grundsätzlichere Alternativen zu erarbeiten. Im Taunus sollte die Natur Priorität haben, so wie in Frankfurt das Auto und die kurzen Wege Priorität hätten.
Die Vorsitzende des Ortsverbandes Königstein/Glashütten Dr. Claudia Weiand betonte, dass es das Ziel des BUND sei, die Öffentlichkeit so früh wie möglich über alle Fakten zu diesem Projekt zu informieren. Nur gut unterrichtete Bürgerinnen und Bürger könnten mündig ihre Haltung zu diesem Projekt vertreten.

BUND-Stellungnahme zum Projekt

zum Seitenanfang

ICE-Neubaustrecke Rhein/Main - Rhein/Neckar

Bahn lässt noch viele Fragen offen


Mit dem laufenden Raumordnungsverfahren für eine neue Schnellverkehrsstrecke zwischen dem Frankfurter Flughafenbahnhof und Mannheim als Lückenschluss im deutsch-europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz begann die Phase der konkreten Variantendiskussion. Die Bahn (DB) räumt diesem Neubauprojekt wegen Kapazitätsengpässen im südhessischen Korridor insbesondere seit der Eröffnung der Neubaustrecke (NBS) Köln - Frankfurt nach wie vor eine hohe Priorität ein. Sie favorisiert eine schnelle Direktverbindung entlang der Autobahnen A 5 und A 67 mit Vorbeifahrt an den Hauptbahnhöfen von Darmstadt und Mannheim, dort jedoch mit einer zusätzlichen Schleife über den Bahnhof.
Auch nach einer intensiven Erörterung vieler Bedenken von Behörden und Verbänden wird die DB offenkundig ihre Wunschlinie weiter verfolgen und in Kürze Optimierungsvorschläge vorlegen, um möglichst noch in 2004 in das Planfeststellungsverfahren einzusteigen.

Für den BUND Hessen bleiben jedoch noch viele Fragen offen. Seit mehr als zehn Jahren setzt sich der BUND mit diesem Projekt intensiv auseinander. Sein Bedarf als Lückenschluss, aber auch als Konsequenz der Forderung nach einer Verkehrswende ist unstrittig. Der BUND unterbreitete konkrete Lösungsvorschläge für die DB-Vorzugslinie in Form einer - zumindest in Konfliktbereichen - verschmälerten Autobahn bei gleicher Leistungskapazität und Umbau des westlichen Autobahnrandes mit Prallschutz zur NBS.
Zusammen mit den Verkehrsverbänden ProBahn & Bus und VCD wurden Konzepte zur angemessenen Anbindung Darmstadts und der Region Starkenburg an das künftige Fernverkehrsnetz sowie zum Flughafenknoten entwickelt, die nach aktueller Diskussion gute Realisierungschancen haben.
Schließlich wurde unter anderem auf der Grundlage des Beschlusses der Landesdelegiertenversammlung im März 2003 und in Abstimmung mit anderen Naturschutzverbänden eine fundierte umfassende Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren erarbeitet, die auch beim Erörterungstermin Anfang September einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Außerdem gab die AG der Naturschutzverbände ein externes Gutachten zur Umweltverträglichkeit in Auftrag, welches die Stellungnahme ergänzte.

Die Verbände bewerten alle DB-Linienvarianten in der vorgelegten Form als nicht raum- und umweltverträglich. Sie fordern Optimierungen, welche die besondere Schutzwürdigkeit des bereits von zahlreichen Eingriffen beeinträchtigten südhessischen Planungsraumes und die Lärmbelastung der Bevölkerung ausreichend berücksichtigen. Nicht zuletzt aus rechtlichen Gründen sind gleichwertige Untersuchungen von Ausbauvarianten an vorhandenen Bahnstrecken und Lösungen, die dem Minimierungsgebot des Naturschutzgesetzes gerecht werden, erforderlich.
Eine abschließende Beurteilung kann erst nach der vom Land angekündigten Ausweisung weiterer FFH- und Vogelschutzgebiete nach den EU-Richtlinien im Planungsraum sowie bei Umsetzung der genannten Planungsanforderungen durch die DB erfolgen.

Der besondere Dank des Landesvorstandes gilt der Zusammenarbeit mit den Hauptaktiven des BUND bei der Initiierung, Abstimmung und Erarbeitung der Stellungnahme, insbesondere Klaus Schmid-Schönbein (KV Darmstadt-Dieburg), Guido Carl (KV Bergstraße) sowie Gerhard Schäfer (AK Landesplanung), Dr. Reiner Plasa (AK Wasser) und Harald Hoppe (AK Verkehr).
Brigitte Martin, Stephan Henrich
Landesvorstandssprecher

Weitere Informationen zur ICE-Neubaustrecke…

zum Seitenanfang

Förderprogramme hessischer Energieversorger mit Stromvertrieb selten ökologisch hilfreich

Ergebnisse einer Befragung durch den Arbeitskreis Energie für das Jahr 2003

Der Verbrauch von Energie geht mit großen Umweltbelastungen und Konfliktpotenzialen einher. Schlagworte wie CO2-Emissionen und Treibhauseffekt, Ausbeutung endlicher fossiler Ressourcen, Gefahren der Atomenergienutzung und Kriege um Öllagerstätten sind geläufig. Zur Abmilderung dieser Risiken stehen drei Maßnahmenbündel zur Verfügung: Effizienter Umgang mit Energie, wachsender Einsatz erneuerbarer Energien und rascher Ausstieg aus der Atomenergienutzung.

Neben Politikern und Verbrauchern spielen die Energieversorgungsunternehmen (EVU) eine zentrale Rolle um eine zukunftsfähige Energieversorgung zu gestalten. Darauf weist auch der Bundesgerichtshof in seinem Urteil zu Stromeinspeisungsgesetz und Erneuerbare-Energien-Gesetz im Juni 2003 hin, wenn er in der Begründung ausführt, dass die Stromversorger eine besondere Verantwortung für umweltschonende Energieerzeugung haben.

Die besondere Verantwortung der EVU kann sich aber nicht auf die Bereitstellung von Energie beschränken. Auch die effiziente Nutzung und regenerative Erzeugung beim Verbraucher muss ihnen ein Anliegen sein. Jeder Vertreiber eines Produkts, insbesondere gilt dies für ein Massenprodukt wie Energie, ist mitverantwortlich für dessen umwelt- und sozialverträgliche Nutzung beim Kunden.

Über die Hälfte der hessischen EVU mit Stromvertrieb hat im Jahr 2003 ein Förderprogramm aufgelegt. Leider nützen keineswegs alle Programme der Umwelt und der Ressourcenschonung. Manche sind sogar eher schädlich und sollten aus ökologischer Sicht besser überhaupt nicht angeboten werden. Das ist im Wesentlichen das Ergebnis einer Befragung, die der Arbeitskreis Energie im Frühjahr 2003 bei 55 EVU mit Stromvertrieb erstmalig in Hessen durchgeführt hat.

Die Maßnahmen der Förderprogramme für jedes EVU sind nach den sechs Kategorien Effizienzmaßnahmen, Erneuerbare Energien, Messungen, Umstellungen auf Erdgas, Steigerung Stromabsatz und Sonstiges aufgeschlüsselt und bewertet worden.
Das Ergebnis ist insgesamt enttäuschend. Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden die Energieversorger ihrer Verantwortung, Maßnahmen für eine zukunftsfähige Energienutzung zu fördern, nicht gerecht, obwohl in den Begründungen zu den Förderprogrammen oft Gegenteiliges behauptet wird. Häufig ist die Absatzsteigerung vorrangiges Ziel. 13 (24%) der EVU fördern den Stromverbrauch, davon 7 (13%) die besonders ineffiziente Stromheizung.
Lediglich sechs Förderprogramme konnten mit befriedigend oder besser bewertet werden. Mit sehr gut oder gut wurden die Förderprogramme der Stadtwerke Hanau, Stadtwerke Marburg, Mainova Frankfurt und der Stadtwerke Viernheim bewertet. Ihre Programme zeichnen sich dadurch aus, dass sie jeweils in allen drei Kategorien Effizienzmaßnahmen (z.B. sparsame Heizungsumwälzpumpen, Kühlgeräte), erneuerbare Energien (Solarthermie, Solarstrom) und Messungen (z.B. Messgeräteverleih, Verbrauchsanalysen) fördern, nicht jedoch -und das ist entscheidend- in der Kategorie Steigerung Stromabsatz (z.B. elektrische Speicherheizung, Raumklimageräte).

Die vorliegende Analyse soll vor allem zwei Zielen dienen: Aufklärung leisten bei den Kundinnen und Kunden der EVU und Anlass liefern für die Strom-EVU ihre Förderprogramme zu verbessern. Der Arbeitskreis Energie hofft, bei der laufenden Aktualisierung der Fördermaßnahmentabelle, in den kommenden Monaten viele Verbesserungen einfügen zu können.

Das Ergebnis der Befragung ist auch per Post von der Landesgeschäftsstelle zu erhalten.

zur ausführlichen Untersuchung

zum Seitenanfang

Neuer Service für BUNDmitglieder: eco-club bietet interessante Angebote

Natur und Umwelt schützen, nachhaltige Angebote aus den Bereichen Energie, Vermögen, Versicherungen, Freizeit und Urlaub sowie Haus und Wohnung nutzen, ökologisch sinnvoll investieren und dabei auch noch sparen. Nicht möglich?

Doch, denn der BUND Hessen bietet in Zusammenarbeit mit der ÖkoFinanz Schönau den BUNDmitgliedern unter dem Dach eco-club zahlreiche Angebote zu besonders günstigen Bedingungen.
Unser Kooperationspartner ÖkoFinanz Schönau hat u.a. ethisch-ökologische Finanzdienstleistungen wie Investmentfonds oder Beteiligungen z.B. an Solarfonds, Versicherungsschutz, z.B. Kranken-, Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung sowie Altersvorsorge zusammengestellt, für BUNDmitglieder mit deutlichen Rabatten.

Doch der eco-club bietet noch mehr.

  • Sie wollen sich aktiv an der Energiewende beteiligen?
  • Nutzen Sie unsere Energie-Einsparberatung oder errichten Sie ihre eigene Solaranlage, für BUND-Mitglieder deutlich preisgünstiger . Wenn Sie Ihren Altbau, sei es Wohnung oder Haus, ökologisch modernisieren wollen, der eco-club berät Sie kompetent.
  • Vielleicht wollen Sie aber auch die Bildungseinrichtungen des BUND kennen lernen.
  • Besuchen Sie das Umwelthaus des BUND Schleswig Holstein direkt an der Ostsee, die BUND-Burg Lenzen in Brandenburg oder Burg Brandenstein bei Schlüchtern und verbringen hier ihre Freizeit, nehmen an Seminaren oder Workshops teil.
  • Der eco-club hat schließlich auch noch interessante Urlaubsziele bei BUNDfreunden im Schwarzwald, in Südfrankreich, in Italien, Spanien oder Dänemark für Sie zusammengestellt.

Weitere Informationen und die Angebotsmappe des eco-club erhalten sie per Post. Schreiben oder mailen Sie, rufen Sie an oder schicken Sie ein Fax. Wir antworten umgehend.

zum Seitenanfang

Das BUND-Jahr 2002 in Hessen

BUND-Aktivitäten in einer Broschüre zusammengestellt

Was wäre der BUND ohne die zahlreichen Aktiven vor Ort? Sie leisten mit viel Engagement und Freude ehrenamtliche Arbeit, ohne die der BUND nicht denkbar ist. Ihre Tätigkeiten umfassen viele Bereiche: vom Artenschutz bis zur Biotop-Pflege, von der Öffentlichkeitsarbeit bis zur Umwelterziehung. Exemplarisch hat der Landesverband erstmals in einem Jahresbericht einige der vielen Projekte vor Ort vorgestellt. Darüber hinaus wird über die Arbeit der BUNDjugend im vergangenen Jahr und die Tätigkeit des Landesvorstands berichtet. Kontaktpersonen der landesweiten Arbeitskreise fehlen ebenso wenig wie Daten über Einnahmen und Ausgaben oder Zahlen zur Mitgliederentwicklung. Schließlich werden die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle vorgestellt. Wir glauben, dass uns eine gute Mischung der vielfältigen Aktivitäten des BUND gelungen ist.

Aber überzeugen Sie sich doch selbst. Der Jahresbericht 2002 ist für 2 EURO zzgl. Versandkosten von der Landesgeschäftsstelle zu beziehen.
Michael Rothkegel

zum Jahresbericht 2002

zum Seitenanfang

Naturschützer bekämpfen den Stinktierkohl im Taunus

Im August beteiligte sich der BUND Ortsverband Friedrichsdorf zum vierten Mal an der Aktion des Botanischen Instituts der Universität Frankfurt zur Bekämpfung des Stinktierkohls (Lysichiton americanus), einer aus Amerika eingeschleppten Pflanze, die sich an Gewässern im Taunus ausbreitet und dort einheimische Arten verdrängt. Da der Stinktierkohl in Mitteleuropa bisher nur im Taunus vorkommt, besteht noch die Chance, diese invasive Art in der Frühphase ihrer Einbürgerung einzudämmen.

Ziel der Aktion ist, die unter der Leitung der Botaniker Frau Dr. Beate Alberternst und Stefan Nawrath steht, herauszufinden, wie der Stinktierkohl bekämpft werden kann.

Der Stinktierkohl entwickelt bis zu 1,5 Meter lange Blätter und einzelne Pflanzen können leicht mehr als einen Quadratmeter Fläche bedecken. An einer Stelle im oberen Emsbachtal trafen die Naturschützer, ausgerüstet mit Gummistiefeln, Hacken und Spaten erneut auf eine Kolonie von fast 150 Pflanzen und mehrere kleinere Kolonien mit zehn bis dreißig Pflanzen. An einigen Standorten mussten die Pflanzen mühsam ausgegraben werden, an anderen Stellen wurde lediglich der Wurzelstock in ca. 10 cm Bodentiefe durchstochen. Die jeweilige Maßnahme wurde genau dokumentiert. Die entsprechenden Stellen wurden bereits bei Beginn der Aktion im Sommer 2001 mit Holzpfosten markiert, um die Wirksamkeit der verschiedenen Maßnahmen überprüfen zu können. Obwohl die Erfolge der Vorjahrsaktionen überwiegend als nicht sehr "durchschlagend" angesehen wurden, zeigt sich bei dieser zweiten Bekämpfung in diesem Jahr doch ein deutlicher Rückgang der Bestände. Es wurden kaum noch größere Pflanzen und auch keine Fruchtstände mehr in größerer Zahl vorgefunden.

Weitere Informationen unter www.bund-friedrichsdorf.de

zum Seitenanfang

Solarstrom Marburg 2003

ein ökologisch wie ökonomisch erfolgreiches Projekt bietet Beteiligungsmöglichkeit

Die zurückliegenden heißen Sommermonate mit wenig Wasser und Wind haben wieder bewusst gemacht, dass eine Energiewende im Stromsektor weg von Kohle und Uran alle regenerativen Energien benötigt, auch die (noch) teure Photovoltaik.
Nach dem Motto "Es gibt nicht Gutes, außer man tut es" hat der BUND-KV Marburg-Biedenkopf in Kooperation mit der Lokalen Agenda 21, mit Marburger Solarfreunden, mit dem Magistrat der Stadt Marburg und -last not least- der GeWoBau Marburg das Beteiligungsprojekt "Solarstrom Marburg 2003" ins Leben gerufen.

Wir sind flott vorangekommen. Bereits im August war die gesamte projektierte Nennleistung von 40 kW in Form von acht Photovoltaikanlagen zu je 5 kW auf Marburger Schuldächern installiert und ans Netz der Marburger Stadtwerke angeschlossen. Die Dächer dürfen kostenlos genutzt werden. Dafür bieten wir Vorträge an den Schulen an.
Nun suchen die fleißig Solarstrom erzeugenden Anlagen Menschen, die sich beteiligen. Die Konditionen sind sehr günstig, da wir noch 2002 eine 30%-Investitionsförderung des Landes Hessen einwerben konnten.
Für diese Förderung sind nur Kommunen und deren Töchter antragsberechtigt, weshalb wir die GeWoBau mit Erfolg gebeten haben mit einzusteigen und den Part der Betreiberin zu übernehmen. Sie ist das Risiko eingegangen, dass die fehlenden 70% der Investitionssumme durch Beteiligungen aufgebracht werden können. Wir haben sie dazu ermutigt, im Vertrauen darauf, dass wir das gemeinsam schaffen werden.

Die Beteiligungen erfolgen nach dem von Butzbacher Solarfreunden ausgedachten Modell in Darlehensform: Mann, Frau, Kind, Ortsverband oder Kreisverband können einen oder mehrere Darlehensanteile über jeweils 500 EURO zeichnen. Diese werden von der GeWoBau mit 5% p.a. getilgt und mit 4% p.a. auf die jeweilige Restschuld verzinst. Bei Überschuss wird möglicherweise noch ein Bonus verteilt. Für eine völlig risikofreie Ökobeteiligung ist das sehr günstig. Mit einer eigenen Anlage wäre das schwerlich zu schaffen.

Noch ein Tipp: Zwar sollte man/frau alsbald abschließen, da die Anteilsausgabe in vollem Gange ist; bezahlt werden muss aber erst Mitte Dezember (Endtermin). Daher bietet sich eine Beteiligung als Weihnachtsgeschenk für sich selbst oder auch für Kinder und Enkel an.

Das Projekt ist im Internet unter www.gewobau-marburg.de dargestellt.
Auskünfte und Darlehensverträge gibt's auch via

Hans Ackermann
KV Marburg-Biedenkopf

zum Seitenanfang

BUNDjugend im BUND-Magazin 04/2003

Naturtagebuch - noch nicht abgeschickt?

Der diesjährige Wettbewerb ist zuende gegangen, bis zum 31.Oktober konnten die Naturtagebücher an die BUNDjugend Hessen eingesandt werden. Oder schlummert da noch eines in einer Zimerecke oder auf dem Schreibtisch? Dann aber schnell ab die Post, Manfred Mistkäfer wird sicher ein Auge zudrücken!

Naturtagebuch-Jury gesucht:

Für die Bewertung der Tagebücher suchen wir noch Leute, die Lust haben, bei der Jury mitzuwirken. Wer kann mitmachen? Alle BUND-Mitglieder, die nicht am Wettbewerb teilgenommen haben. Was müßt Ihr tun? Einen Samstag im Dezember werden wir in Frankfurt in derGeschäftsstelle die Naturtagebücher in Augenschein nehmen. Da gibt es wunderschöne Einfälle zu bestaunen und meist einiges zu Schmunzeln über die Geschichten und Bilder, mit denen die Kinder über ihre Erlebnisse berichten. Schwierig wird es dann, die preiswürdigen Naturtagebücher zu bestimmen, denn eigentlich sind alle schön....

Die Preisverleihung wird wieder Anfang Februar stattfinden, alle Preisträger/innen werden rechtzeitig dazu eingeladen.

Neue FÖJlerin im BUNDjugend Büro

Am 1. September hat Alicia Probst ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der BUNDjugend Hessen begonnen. Damit hat sie Marie Emanuel abgelöst. Alicia ist 19 Jahre alt, kommt aus Darmstadt und hat dieses Jahr ihr Abitur gemacht. Ihr erstes größeres Projekt ist die Gründung einer Kindergruppe in Darmstadt. Außerdem wird sie die Veranstaltungen mit organisieren und die Homepage der BUNDjugend pflegen.

Ob es das FÖJ auch noch in Zukunft geben wird, ist nach Kochs Streichplänen unsicher geworden. Nachdem das FÖJ bisher in Hessen sowieso von allen Bundesländern am wenigsten finanziell unterstützt worden ist, soll jetzt auch noch ab September 2004 das Taschengeld durch das Land Hessen gestrichen werden. Mit den Kürzungen ist auch die Trägerschaft des NZH, das die Fortbildungsseminare für die FÖJler/innen anbietet, unsicher geworden.

Demo auf Sylt

Sowas hat Sylt noch nicht erlebt: eine Demo in der Haupturlaubszeit und dann auch noch organisiert von 24 Jugendlichen.
Ja, wenn die BUNDjugend auf Reisen geht ...

Auf unserer Sylt-Freizeit haben wir immer mal wieder über Umweltthemen diskutiert und während unseren Ausflügen nach Westerland festgestellt, dass der starke Autoverkehr die Insel „kaputt macht“ und dass es besonders für Kinder und Jugendliche auch sehr gefährlich sein kann - zumal viele Autofahrer rasen und sehr aggressiv Auto fahren. Spontan haben wir am vorletzten Abend unsere Tischdecken zu Transparenten umfunktioniert, bei der Polizei eine Demo angemeldet und die Presse eingeladen. Am nächsten Morgen starteten wir dann vor unserem Haus und zogen mit Transparenten, Tröten und Sprüchen durch Hörnum zum Hafen und zurück. Viele Leute fanden unsere Aktion sehr gut und in der Sylter-Tageszeitung erschien ein schöner Artikel mit Foto. Anschließend haben wir noch die Kurverwaltungen der Insel angeschrieben und auf die Mißstände mit dem vielen Autoverkehr aufmerksam gemacht. Sie antworteten, dass sie sich um Verkehrslösungen bemühen werden. Na also, wir sind gehört worden und haben vielleicht Veränderungen ins Rollen gebracht.

Abenteuer Essen

kochen, backen, zubereiten - kreativ natürlich
21. bis 23. November 2003
Freizeitheim Wirberg (bei Grünberg) TN-Beitrag: 30 EUR, für BUND-Mitglieder 23 EUR , Alter: 15-25

  • Tips und Tricks aus der vegetarischen Vollwertküche
  • Leckeres zubereiten
  • Einfache Rezepte, die gelingen
  • Brot backen
  • Weihnachtsplätzchen
  • Geheimtipp Kürbis
  • Abends Musik und Spiel
  • Sprossen und Keimlinge
  • Brotaufstriche selbermachen
  • Lebensmittel u. Hintergründe
  • Schmecken und Genießen