Hier finden Sie folgende Artikel aus den HESSENseiten im BUNDmagazin

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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

jahrelang hat Hessen, auch unter rot-grünen Landesregierungen, die Meldungen für das europäische Biotopverbundsystem NATURA 2000 verzögert. Konsequenz dieser Blockade war u. a. der Klageerfolg des BUND gegen den Bau der A 44 nördlich Hessisch Lichtenau im Werra-Meißner-Kreis. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte, dass die Prüfung von Alternativlösungen der Zerstörung eines Lebensraumes von europäischer Bedeutung vorangehen muss.

Es ist deshalb aus unserer Sicht sehr zu begrüßen, dass die Landesregierung ihre Strategie komplett umgestellt hat und aus Gründen der Rechtssicherheit nun eine öffentliche Diskussion über eine 4. Tranche von Gebieten beginnt, die im Dezember 2003 mit der verbindlichen und möglichst abschließenden Meldung von 20 % der Landesfläche als EU-Schutzgebiete enden soll.

Naturschutz und damit die Sicherung der "Biologischen Vielfalt" ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben einer hochentwickelten Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft. Gerade ein dicht bevölkertes Land wie Deutschland, in dem täglich 130 ha Land verbaut und so dem Naturhaushalt entzogen wird, muss das Artensterben durch klare Konzepte stoppen.

Natura-2000-Gebiete stehen nicht unter einer Käseglocke und ihr Schutz funktioniert anders als in deutschen Naturschutzgebieten. Die Gebiete des europäischen Verbundsystems sollen in jedem Fall vor der Zerstörung durch Baumaßnahmen geschützt werden. Eingriffe wie Autobahnen oder Steinbrüche sind in diesen Gebieten nur noch unter restriktiven Voraussetzungen möglich.

Natura-2000-Gebiete sind mit Naturschutzgebieten nach deutschem Recht nicht vergleichbar. Trotzdem ist die geplante Meldung ein ganz wichtiger Schritt, denn in den NATURA 2000-Flächen herrscht ein Verschlechterungsverbot für bestimmte Arten und Lebensräume. Land- und Forstwirtschaft können dagegen in der heutigen Intensität fortgesetzt werden und auf staatliche Fördergelder hoffen. So entstehen zwar keine unberührbaren Zonen, aber der Zerstörungsdruck wird für diese wertvollen Flächen spürbar reduziert. Wir hoffen sehr, dass das Artensterben damit in einigen Bereichen gestoppt werden kann und sind froh, dass die Landesregierung den Weg zur Sacharbeit im Naturschutz wieder öffnet.

Die Politik in Hessen ist nun aufgerufen, für diese Gebiete klare Schwerpunkte zu setzen. Hierzu gehört, dass Konflikte durch vorsorgende Planung vermieden werden. Und natürlich erwarten wir, dass für diese wichtigen Gebiete mit ihrer hohen Biotopqualität die rechtlich geforderte Grunddatenerhebung schnell erfolgt und durch qualifizierte Managementpläne mit Verbandsbeteiligung unterfüttert werden.
Diese Pläne sind die Grundlage für die von uns und anderen Naturschutzverbänden angestrebte Kooperation mit der Land- und Forstwirtschaft. Allerdings benötigt die Kooperation klar kalkulierbare staatliche Rahmenbedingungen und ein verlässliches Konzept, das sich an den konkreten Erfordernissen des einzelnen Gebiets orientiert. Überlegungen der Landesregierung, diese Gebiete landesweit pauschal nicht als Naturschutzgebiet ausweisen zu wollen, lehnen wir ab.

Thomas Norgall

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Ausbau des Frankfurter Flughafens durch die Hintertür? / Der Ernstfall hat begonnen

A 380 Halle

Wenn Sie 007 lesen, dann wissen Sie es geht um James Bond. Doch was verbinden Sie mit A380? - Nichts? - Das sollte sich ändern. Denn der A380 ist wird das größte Flugzeug der zivilen Luftfahrt und egal, ob in Hamburg, Toulouse oder Frankfurt am Main: Überall gibt es Probleme mit dem neuen Giganten. In Frankfurt hat der Betrieb des A380 eine Schlüsselstellung für den Flughafen-Ausbau. Allein die Erweiterung des Flughafengeländes für den Wartungsbereich des Monster-Fliegers wird ca. 500.000 qm Wald beanspruchen. Gefährdet sind wertvolle Lebensräume und ein spezielles Vogelschutzgebiet für seltene Spechte. Das Planfeststellungsverfahren hat bereits Ende Juni begonnen.

Die Flughafenbetreiberin Fraport AG beteuert, dass der Bau des A380-Wartungsbereichs nichts mit dem Bau der geplanten Landebahn zu tun habe. Ja, Fraport behauptet sogar, dass Verfahren sei nicht einmal Teil des Flughafenausbaus, der die Bevölkerung und die Kommunen im Umfeld des Flughafens nun seit 1997 bedroht, sondern lediglich ein Beitrag zur Betriebsoptimierung. Das ist dreist, denn rechtlich und politisch ist eine Planfeststellung, die den Zaun überspringt und zu Waldrodungen führen soll, natürlich ein Ausbau.

Bereits ein flüchtiger Blick in die Antragsunterlagen zeigt, dass der Bau der A380-Werft in engstem Zusammenhang zum geplanten Groß-Ausbau steht. Gleich mehrfach werden in den Antragsunterlagen Alternativstandorte für die A380-Werft innerhalb des heutigen Flughafengeländes als nicht verfügbar bezeichnet, weil sie bereits für den großen Ausbau verplant seien. Dies gilt vor allem für den Bereich der über 100 ha großen US Air-Base, die in Kürze aufgegeben wird und von Fraport dann voll genutzt werden kann. Hier könnte der Wartungsbereich neu entstehen, ohne dass Wald eingeschlagen würde. Doch dieser Platz ist vergeben. Hier soll nämlich nach dem Willen der Fraport eine neue Abfertigungshalle für die Passagiere entstehen.

Dieses neue, dritte Terminal wird viel Platz benötigen. Mit einer Kapazität für 30 Millionen Fluggäste sollen hier schon bald jährlich 10 Millionen mehr Menschen aus- und einchecken als heute am zweitgrößten deutschen Flughafen im Erdinger Moos bei München. Und dieser Passagierzuwachs soll in Frankfurt nicht nur durch den Bau einer neuen Landebahn, sondern auch durch den Einsatz des Flugzeugriesen A380 entstehen. Mit 555 Sitzen in der kleinsten Version befördert der A380 je Flug 165 Menschen mehr als der größte Jumbo von Boeing, in dem bei Lufthansa "nur" 390 Reisende Platz finden. Doch dies ist nur der Einstieg. Neben dem Basismodell, Lufthansa will zwischen 2007 und 2015 insgesamt 15 Maschinen in Betrieb nehmen, ist bei Airbus auch eine größere Version mit 800 Plätzen erhältlich. Das sind dann schon mehr als doppelt so viele wie heute im größten Jumbo B747-400.

So schließt sich der Kreis. Im Ausbaukonzept des Frankfurter Flughafens hat der Betrieb des A380 eine Schlüsselstellung. Für seinen erfolgreichen ökonomischen Einsatz am Flughafendrehkreuz Frankfurt müssen immer mehr Passagiere von Frankfurt abfliegen und nach Frankfurt gelangen. Das alte Drehkreuzkonzept beruht auf Zubringerflügen aus dem Luftfahrt-Nahbereich bis 800 Kilometer. Dieser innerdeutsche Flugverkehr ist oft unrentabel und ökologisch verhängnisvoll. Schlimm für die Anwohner der Drehkreuze ist aber der sprunghafte Anstieg der Zubringerflüge, wenn neue Großraumflugzeuge für den Interkontinental-Verkehr in Dienst genommen werden. Der A380 treibt hier eine Entwicklung auf die Spitze. Bei einer guten Auslastung von 80 % und einer üblichen Flugzeuggröße im Zubringerdienst von 100 Plätzen, sind für den größten Jumbo vier Flüge nötig, für den A380 der kleinsten Version mit 555 Plätzen aber rechnerisch schon 5,5. Diese Steigerung der Zubringerflüge um über 30 % lässt sich in Frankfurt nicht mehr ohne zusätzliche Landebahn bewältigen. Selbst wenn, wie in Frankfurt, nur etwa die Hälfte der Passagiere Umsteiger sind und der Rest mit der Bahn oder dem Auto an- und abreist, ändert dies nichts an dem Zusammenhang.

Über den zusätzlichen Lärm durch den A380 wird seit Monaten spekuliert. Tatsache ist, dass es bis heute nur Lärmberechnungen auf der Basis der Planungsangaben von Airbus gibt. Tatsache ist auch, dass der A380 zu den Krachmachern an den Flughäfen gehören und es in Punkto Lautstärke nach Herstellerangaben kaum Unterschiede zum alten Jumbos geben wird. Wie laut es am Frankfurter Flughafen wirklich wird, weiß aber niemand, denn ob das Flugverhalten des neuen, schwereren Riesen den Prognosen entspricht und welche Geräusche durch die Reibung an der Flugzeughülle entstehen, wird erst die Praxis zeigen. Gerade bei der Landung bestimmen aber die Reibungsgeräusche der Luft am Flugzeugkörper die Geräuschentwicklung im Umland des Flugha-fens.

Geradezu absurd ist die These der Fraport AG, dass jeder neue A380 in der Praxis einen Jumbo ersetze. Die Entscheidung über den Einsatz eines Flugzugs trifft allein die Fluggesellschaft und die richtet sich, wie wir in der jüngsten Krise der Luftfahrt erlebten, ausschließlich nach dem Markt. Wie der sich bis 2015 und darüber hinaus entwickeln wird, weiß niemand. Fraport hat im Raumordnungsverfahren in 2002 eine Prognose mit unterdurchschnittlichem Wachstum gegenüber den 90er Jahren vorgelegt. Trotzdem soll die Zahl der Fluggäste in nur 9 Jahren von 2006 bis 2015 um über 50 % auf ca. 80 Millionen steigen. Das sind dann mehr Fluggäste jährlich in Frankfurt als Einwohner in ganz Deutschland.

Doch dieses Fraport-Szenario geht sogar von einem wenig glaubwürdigen unterdurchschnittlichem Wachstum aus. Doch was geschieht, wenn die Fluggesellschaften immer stärker auf große Flugzeugtypen im Interkontinental-Verkehr setzen und der A380 ein Erfolgsschlager wird? Lufthansa strebt in Frankfurt nicht nur die Wartung der eigenen Maschinen an, sondern will hier auch Dienstleister für andere Gesellschaften werden. Da der Wartungsbetrieb teuer ist und wohl nur wenige Flughäfen in Europa den Aufbau einer A380-Wartung zulassen können, wird auch der Verkehr der Monster-Airbusse weltweit auf wenige Großflughäfen konzentriert bleiben. An diesen Drehscheiben der internationalen Luftfahrt herrschen schon jetzt ganz andere Regeln hinsichtlich der Konjunkturanfälligkeit. Die Knotenpunkte erweisen sich - aus der Sicht der Lärmbetroffenen - als erschreckend stabil gegen konjunkturell bedingte Rückgänge der Flugbewegungen. Zieht die Wirtschaft wieder an, werden gerade die Drehkreuze davon schnell profitieren: Erst werden dann die kleineren wieder gegen größere Maschinen ausgetauscht, dann folgt die Flugbewegungszah-len. Das auf und ab im weltweiten Flugverkehr bestimmt die Wahl der eingesetzten Flugzeugtypen. Trotz des 11.09.02 und der Lungenkrankheit SARS zeigen alle Prognosen starke Zuwächse der Luftfahrt. Glaubt man der extrem kurzfristigen Fraport-Planung mit ihren geringen Zuwachsraten nicht, so kann es schon vor 2015 zu einem deutlichen Anstieg der A380-Flüge kommen. Am Frankfurter Flughafen wird es dann mit Sicherheit nicht leiser - aber voraussichtlich viel lauter.

"Umweltzerstörer A380"

Toulouse/Frankreich

Bevor der A380 in Toulouse endmontiert werden kann, müssen die großen Einzelteile LKWs über eine Strecke von 200 km vom Hafen in Bordeaux zum Werk transportiert werden. Hierfür wird die Landstraße 113 für etwa 150 Millionen Euro ausgebaut. Private Grundstückseigentümer werden hierfür enteignet, Ortsumgehungen gebaut und Trassen verbreitert, Kurven verlängert und Brücken verstärkt. In mehreren Dörfern haben sich dagegen Gruppen gebildet, die umweltpolitische und rechtsstaatliche Einwände vorbringen (Frankfurter Rundschau 19.09.01).

Hamburg

Für die Montage des A380 wird in Hamburg ein einzigartiges Süßwasser-Watt der Elbe, das Müh-lenberger Loch zerstört. Damit verschwinden die Lebensräume für zigtausend Krick- und Löffelen-ten und den Schierlings-Wasserfenchel, eine anspruchsvolle Pflanzenart, die fast nur im Mühlen-berger Loch vorkommt. Auch in Hamburg wehren sich der BUND und viele Tausend Bürgerinnen und Bürger gegen diese Naturzerstörung. Die Prozesse laufen noch.

Frankfurt

Als Einstieg in den großen Flughafenausbau sollen etwa 30 Hektar Wald gerodet und eine Kreis-straße verlegt werden. Erhebliche Beeinträchtigungen sind im FFH- und Vogelschutzgebiet "Mark- und Gundwald" zu erwarten. Die Flughafenerweiterung erstreckt sich über ca. 50 ha. Offiziell wird die Maßnahme damit begründet, dass Lufthansa sich 15 Maschinen vom Typ A380 anschaffen und in Frankfurt warten will. Tatsächlich zeigen die Genehmigungsunterlagen aber einen untrenn-baren Zusammenhang zum Groß-Ausbau, der die Kapazität bis zum Jahr 2015 mit einer neuen Landebahn auf 656.000 Flugbewegungen und durch ein drittes Terminals auf 80 Millionen Passa-giere gesteigert werden soll. Fachleute kalkulieren die technische Kapazität des Flughafens nach dem Ausbau auf eine Millionen Flüge/Jahr. Der BUND wehrt sich zusammen mit über 60 Bürgerinitiativen und zahlreichen Kommunen, darunter Mainz und Rüsselsheim, gegen die Waldvernichtung und die massive Steigerung des Fluglärms.

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Reaktivierung der Aartalbahn

Einsatz für den Schienenpersonennahverkehr


Im Frühjahr 2002 wurde der Arbeitskreis Aartalbahn in Diez/Lahn gegründet. Ziel dieses Zusammenschlusses von Menschen aus der Region ist eine Reaktivierung der Aartalbahn und ein integrierter Taktfahrplan in Vernetzung mit den regionalen Buslinien und anderen Verkehrsmitteln.

Im Februar 2000 wurde das letzte Teilstück der Bahnstrecke von Wiesbaden nach Diez/Lahn stillgelegt. Personenverkehr fand auf der Linie seit 1986 nicht mehr statt. In Hessen, hier befindet sich der längste Abschnitt, ist die Bahnstrecke als technisches Kulturdenkmal geschützt. Die Trasse ist bis Kettenbach an die Stadtwerke Wiesbaden verpachtet und wird von der Nassauischen Touristikbahn von Wiesbaden-Dotzheim bis nach Hohenstein als Museumsbahn betrieben. Im weiteren Verlauf ist der Fahrweg bereits erheblich zugewachsen.

In den letzten 20 Jahren gab es viele Diskussionen über die Erhaltung bzw. Reaktivierung der Bahnlinie durch das Aartal. Der letzte Versuch, - Regionalbahn von Limburg/Diez bis Bad Schwalbach und Stadtbahn von Bad Schwalbach bis Wiesbaden-Innenstadt - scheiterte an den Mehrheitsverhältnissen in der Stadt Wiesbaden nach den letzten Kommunalwahlen. Die Aufgabe dieses sehr teuren Vorhabens sowie die Regionalisierung des SPNV bot nach Ansicht der BUND Ortsgruppe Hahnstätten aber auch eine realistische Chance für eine moderne Regionalbahn auf der Trasse der Aartalbahn.
Das Neue an der Idee der BUND-Aktiven ist, die Trasse nicht in den Wiesbadener Hauptbahnhof zu führen, sondern über Wiesbaden-Ost in den Hauptbahnhof Mainz. Diese Führung erschließt neue Fahrgastpotenziale: Die Landeshauptstadt Mainz wird für die rheinland-pfälzischen Gemeinden im Osten des Rhein-Lahn-Kreises auf direktem Weg per Schiene erreichbar, in Wiesbaden-Ost besteht Anschluss an die S-Bahn zum Flughafen Rhein-Main. Die Landeshauptstadt Wiesbaden wird mit der Schiene und Umsteigen in Stadtbusse am Bahnhof Wiesbaden-Dotzheim schneller erreicht, als durch das Umrunden der City und Einfahrt in den Hauptbahnhof. Umgekehrt erschließen sich den Bewohnern der beiden Landeshauptstädte Naherholungsgebiete im Taunus und an der Lahn mit der Schiene. Inzwischen wurde ein Gutachten, in dem die neue Linienvariante mit untersucht wird, in Auftrag gegeben.
Bis die Regionalbahnpläne realisiert werden können, soll nach Meinung des Arbeitskreises, der unter dem Dach des Vereins "Nachhaltige Regionalentwicklungs an Rhein-Lahn-Aar" angesiedelt ist, eine touristische Nutzung realisiert werden. Unterstützt wird die länderübergreifende Initiative von den Verbandsgemeinden Diez und Hahnstätten und der Gemeinde Aarbergen.
Die Mitglieder des AK wurden auf vieIen Ebenen aktiv. Im Herbst 2002 trafen sich im Wirtschaftsministerium in Mainz Aktive des Arbeitskreises, Vertreter der Kommunen und des Kreises mit der Eigentümerin DB Netz AG, um über eine touristische Vorläufernutzung zu beraten. Die DB Netz AG stellte eine Verpachtung der Strecke von Diez bis Kettenbach in Aussicht. Um eine weitere Verschlechterung des Trassenzustandes zu unterbinden, begann im Februar diesen Jahres eine große Freischneideaktion, an der längs der Trasse zwischen Diez und Michelbach über 100 BürgerInnen teilnahmen. Inzwischen ist das Lichtraumprofil der ca. 20 km langen Bahntrasse freigeschnitten. Der Anschluss bis zum derzeitigen Endpunkt des Betriebes der Nassauischen Touristikbahn in Hohenstein soll ab Herbst 2003 hergestellt werden.
Als nächster Schritt fand am 13.03.2003 eine Bereisung statt, an der unter anderen die Landeseisenbahnaufsicht der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen teilnahm. Ergebnis: Grundsätzlich ist ein touristische Verkehr möglich. Es müssen jedoch noch zahlreiche formale Hürden genommen werden. Vielleicht rattert ab dem Jahr 2004 zumindest an Wochenenden und Feiertagen wieder ein Zug durch das Untere Aartal.

Bis zum Betrieb einer modernen Regionalbahn bleibt für den Arbeitskreis noch viel zu tun. Gilt es doch noch Überzeugungsarbeit zu leisten, dass SPNV auch im ländlichen Raum einen Beitrag zur Mobilität leisten kann. Anrufsammeltaxen, Bürgerbusse o.ä. können dazu dienen, das zweite oder dritte Fahrzeug in der Familie überflüssig zu machen und trotzdem mobil zu sein. Kinder, Jugendliche und ältere MitbürgerInnen werden durch dies Verknüpfung der Verkehrssysteme sogar erst mobil, gewinnen Lebensqualität. Sich dafür einzusetzen, ist eine lohnendes Ziel.

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Verbandsklage gegen die A 44 Kassel-Eisenach

BUND will eine Überprüfung des VGH-Urteils im Abschnitt Walburg erreichen und hat ein Gutachten zur Gefährdung Europäischer Schutzgebiete durch die Autobahnplanung erarbeiten lassen


Nach der erfolgreichen Verbandsklage des BUND vor dem Bundesverwaltungsgericht im Mai letzten Jahres im Planungsabschnitt Hessisch-Lichtenau, hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel die BUND-Klage im Abschnitt Walburg im März diesen Jahres abgewiesen. Diese Entscheidung will der Landesverband vor dem Bundesverwaltungsgericht überprüfen lassen. Zentral geht es um die Frage, ob der VGH das europäische Naturschutzrecht richtig angewendet hat. Nach Ansicht des VGH darf der BUND Verstöße gegen das europäische Naturschutzrecht nicht rügen, weil dieser Teil des Naturschutzrechts nicht ausdrücklich in der damals geltenden Verbandsklagebestimmung im Hessischen Naturschutzgesetz erwähnt wurde. Nach Auffassung des BUND haben die Kasseler Richter jedoch verkannt, dass die Gesetzgebung im Jahr 1994 von einer rechtskonformen Umsetzung der "Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie" der EU ausgehen musste. Eine gesonderte Erwähnung der Richtlinie im Hessischen Naturschutzgesetz, das 1994 beschlossen wurde, war deshalb unnötig. Welche Auffassung nun zutrifft, kann nur das Bundesverwaltungsgericht klären. Damit das höchste deutsche Verwaltungsgericht aber überhaupt entscheiden kann, muss der Weg zur Revision erst freigemacht werden, da der VGH Kassel diese nicht zugelassen hat.

Der Autobahnabschnitt Walburg ist trotz der beim VGH anhängigen BUND-Klage mit Kosten in Millionenhöhe weitergebaut worden, obwohl die Baugenehmigung des anschließenden Abschnitts nördlich von Hessisch Lichtenau nach dem Urteil des Bundeswaltungsgerichts in Leipzig rechtswidrig ist und nicht vollzogen werden darf. Bleibt es dauerhaft bei dieser Sachlage, wovon der BUND ausgeht, entsteht um Walburg ein Planungstorso. Der kleine Ort hätte dann eine Ortsumgehung, die als Autobahn gebaut wäre, aber keinen eigenständigen überörtlichen Verkehrswert hätte. Solch eine Planung ist nach dem Bundesfernstraßengesetz verboten.

Im Rahmen der Diskussion um den Bundesverkehrswegeplan 2003 hat der BUND nun gefordert, die A44 - Planung zwischen Kassel und Eisenach grundsätzlich zu überdenken. Ein vom BUND erstelltes Gutachten belegt: Das Festhalten von Politik und Straßenplanern an einer ökologisch nicht mit dem Europäischen Naturschutzrecht vertretbaren Planung gefährdet den Bau der A44 grundsätzlich, führt zumindest aber in der Umsetzung zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen. Ohne die intensive und gewissenhafte Prüfung von Alternativen zum Bau einer Autobahn, zumindest aber von ökologisch verträglicheren Varianten ist eine schnelle und wirksame Entlastung der betroffenen Bürger an den Bundesstraßen 7, 27 und 400 nicht möglich.

Um unabhängig von den Behörden die tatsächliche Gefährdung Europäischer Schutzgebiete durch die geplante A 44 beurteilen zu können, haben BUND und die Arbeitsgemeinschaft Verkehr Nordhessen (AVN) das Kölner Büro für Faunistik mit einer Prüfung der Gebietsvorschläge und deren Abgrenzung beauftragt. Mit der Veröffentlichung des Gutachtens geben BUND und AVN Politik, Behörden und Planern frühzeitig die Möglichkeit, die Planungen zur A 44 grundsätzlich zu überdenken, zumindest aber alternative Varianten erneut zu prüfen.

Das Gutachten kann in Text und Karte hier eingesehen werden.

Die Ergebnisse des Gutachtens zeigen, dass die derzeitige A 44 - Planung zu erheblichen Beeinträchtigungen in fünf gemeldeten FFH-Gebieten sowie in je zwei weiteren FFH- bzw. Vogelschutzgebieten, die aufgrund ihrer Natur- und Artenausstattung als potenzielle/faktische Schutzgebiete anzusehen sind, führen wird.

BUND und AVN haben stets darauf hingewiesen, dass die Verkehrsprobleme an den Bundesstraßen 7, 27 und 400 mit deren Ausbau als Ortsumfahrungen hinreichend gelöst und die Anwohner zügig vom Verkehr entlastet werden können. Dies insbesondere auch deshalb, weil der Schwerlast-Durchgangsverkehr auf den bestehenden Autobahnen A7 und A4 geführt werden kann und ein LKW-Durchfahrtverbot auf den Bundesstraßen B7/27/400 rechtlich möglich ist. Dies hat ein Rechtsgutachten für den BUND eindeutig ergeben.

In einem Anschreiben hat der BUND Bundesverkehrsminister Stolpe und die Abgeordneten des Deutschen Bundestages aufgefordert, Bau und Planung zur A44 grundsätzlich zu überdenken. Vor einer weiteren Bewertung der A44 muss der Sinn dieses Projekts im Rahmen einer ökologischen Gesamtbewertung in Abwägung aller denkbaren Alternativen überprüft werden.

Um unseren Widerstand gegen die Autobahnplanung A44 erfolgreich fortführen zu können, sind wir auch auf weitere Unterstützung unserer Mitglieder angewiesen.
Wir bitten Sie deshalb um Ihre Spende auf das folgende Konto:
BUND Hessen, Konto 369853, BLZ 500 502 01, Frankfurter Sparkasse,
Stichwort "Rechtshilfefonds A 44"

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"Baum des Jahres für Hessen - statt Papier für Ihre Rechnung"

BUND Hessen e.V. und Deutsche Telekom AG starten gemeinsames Projekt


Am 17. Juni 2003 haben Vertreter der Deutschen Telekom AG und BUNDvorstandssprecherin Brigitte Martin den Kooperationsvertrag für das gemeinsame Projekt von BUND Hessen und Telekom "Baum des Jahres für Hessen - statt Papier für Ihre Rechnung" unterzeichnet.

Jährlich versendet die Deutsche Telekom allein im Festnetzbereich ca. 455 Millionen Telefonrechnungen. Diese enthalten ca. 1,2 Milliarden Blätter. Pro eine Million Kunden, die auf Rechnung Online umsteigen, entfallen damit jährlich in etwa 216 Tonnen Papier. Doch nicht nur die Abholzung des wertvollen Rohstoffes Holz wird durch die papierlose Rechnung reduziert. Auch die CO2-Emission wird eingedämmt, da die Rechnungen nicht mehr mit hohem Beförderungsaufwand versendet werden, sondern sauber und klimaschonend über den Datenhighway von Ihnen abgerufen werden können.

Die positiven Umweltaspekte von Rechnung Online waren für den BUND Hessen der Auslöser für den Start der Kooperation mit der Telekom.

Der BUND Hessen wird die Gelder, die im Aktionszeitraum vom 01.07.-31.12.2003 für jeden Neukunden bei Rechnung Online von der Telekom gespendet werden, für die Pflanzung von Schwarzerlen, den Baum des Jahres 2003, in Hessen verwenden.

Brigitte Martin, BUNDvorstandssprecherin sagte in ihrer Ansprache bei der Vertragsunterzeichnung im T-Punkt auf der Zeil in Frankfurt: "Die Schwarzerle ist typischer Bestandteil von Auenwäldern. Auenwälder wiederum begleiten Bäche und Flüsse und sind Bestandteil der Überschwemmungsflächen. Leider haben Flussbegradigungen, die landwirtschaftliche Nutzung und die Bebauung von Auen diese Retentionsflächen massiv zurückgedrängt. Gravierende Hochwässer sind die Folge. Der BUND fordert seit langem die Schaffung von mehr Retentionsraum entlang der Gewässer. Wer die Bäche aus ihrem engen Korsett befreit, ihnen Platz zum freien Fließen gibt, wer die landwirtschaftliche Nutzung in einem Abstand von 20 m entlang der Wasseradern unterlässt und wer durch die Pflanzung von Schwarzerlen zum Aufbau eines Auwaldes beiträgt, der sorgt dafür, dass Hochwässer nicht diese verheerenden Wirkungen haben, wie die Menschen es im letzten Jahr an der Elbe so leidvoll erfahren mussten. Der BUND wird mit seinen Untergliederungen an geeigneten Stellen Schwarzerlen pflanzen und damit ein Zeichen für vorsorgenden Hochwasserschutz setzen.
Dafür können wir die Unterstützung der Telekom sehr gut gebrauchen. Vielen Dank dafür."

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Einladung des BUND Gelnhausen zur Umweltmesse ÖKO-TRENDS

  • Messestand
  • An der frischen Luft
  • Logo Öko-Trends

Zum vierten mal findet in diesem Jahr die Umweltmesse in Gelnhausen statt. Die gute Presse, die Zufriedenheit von Besuchern und Ausstellern hat die Stadt Gelnhausen und den BUND in gemeinsamer Trägerschaft zur Organisation einer neuen Veranstaltung vom 5. - 7. September dieses Jahres bewogen.

Nicht die laute Werbetrommel, sondern eher das ruhige, fachlich überzeugende Angebot bestimmt die Messeatmosphäre. So wird von den Ausstellern immer wieder bestätigt, dass die Kundenkontakte intensiver sind als bei anderen Veranstaltungen und sich darin das wirkliche Interesse an den Dienstleistungsangeboten und an den Produkten widerspiegelt.

Nicht die Bestellung am Messestand steht im Vordergrund, sondern die Anregung zu Ideen, Gedankengängen und Planungen, die in der Folgezeit Produkt und Kunde zueinander bringen. Unsere ausgesuchten Gastronomiebetriebe sorgen dafür, dass das Angebot von Getränken und Mahlzeiten nicht nur qualitativ hervorragend und natürlich ausschliesslich aus ökologischem Anbau ist, sondern auch hervorragend schmeckt und durchaus Gourmeteigenschaften zeigt. Wenn Sie Kinder haben, bringen Sie diese bitte mit!

Sie können sich dann in den Kreis der begeisterten Lehmbauer, Maler oder Stockbrotbäcker einreihen oder gemeinsam mit Ihnen die seltenen und vom Aussterben bedrohten Haustierrassen noch lebend bewundern.

Für BUND-Mitglieder - und natürlich auch für alle anderen Messebesucher - besteht wieder die Möglichkeit, im eigenen Haushalt einen Stromwechsel einzuleiten, die Naturstrom AG ist mit einem Stand auf der Messe und freut sich auf Ihren Besuch. Hier bietet sich eine Möglichkeit, den "Aufbruch im VerBund" praktisch einzuleiten.

Begleitend zur Ausstellung finden Vortragsveranstaltungen statt, die Themen und den Zeitpunkt entnehmen Sie bitte im August der Veröffentlichung im Internet unter www.oeko-trends.de oder http://vorort.bund.net/gelnhausen.

Am Freitag findet vormittags in der Stadthalle eine Fachtagung zu dem Thema "Heizen mit Holzhackschnitzeln" statt. (Auskunft über 06051-830-180)

Wenn Sie zur Messe kommen, planen Sie auch etwas Zeit für einen Stadtbummel durch die Altstadt, zur Marienkirche oder zur Kaiserpfalz ein.

Gelnhausen ist bequem mit der Bahn zu erreichen, vom Bahnhof führt ein beschildeter Weg an der Kinzig entlang zur Messe. Ca 15 - 20 Minuten benötigen Sie dafür.

Die Öffnungszeiten: am Freitag von 12 - 22 Uhr, am Samstag und Sonntag von 10 - 19 Uhr.
Eintritt für Erwachsene: 3 EURO, Kinder haben bis zum 14. Lebensjahr freien Eintritt.

Mit Ihrem Besuch unterstützen Sie unser Ziel: "Gemeinsam für eine menschen- und umweltfreundliche Lebensweise!"

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Jubiläum 30 Jahre BUND in Kelkheim

Zu einer Rückschau "30 Jahre BUND in Kelkheim" hatte Manfred Guder, langjähriger Vorsitzender des Ortsverbandes Kelkheim und Vorstandsmitglied im Kreisverband Main-Taunus, in das Kelkheimer Rathaus eingeladen. Es war ein stattlicher Kreis von Freunden, Mitstreitern im Umweltschutz, auch Kontrahenten und Behördenvertretern, bei denen Manfred Guder sich durch Sachkenntnis, Unbestechlichkeit und offene Rede Respekt und Anerkennung erworben hat.
Manfred Guder war junger Kelkheimer Bürger, der anfänglich ohne den Hintergrund und die Hilfe einer Organisation die stürmische Entwicklung der Gemeinde engagiert verfolgte. Er griff Wünsche und Bedenken der Bürger auf, die sich und die Natur von Planungen betroffen und in ihrer Lebensqualität bedroht fühlen. Aus dem Bürgerprotest gegen die Überbauung der Sindlinger Wiese, einer naturnahen Grünfläche und Bestandteil Kelkheimer Identität, formierte sich 1973 eine Bürgerinitiative. In der Wachstumseuphorie der damaligen Zeit produzierte die Stadtverwaltung Erschließungs- und Infrastrukturpläne, die den betroffenen Bürgern das Fürchten lehrte. Immer gemeinsam mit den Bürgern, nie gegen sie, führte die BI die Interessen der Bürger und des Umweltschutzes zusammen.

Nachdem 1976 in Hessen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegründet wurde, erkannte Manfred Guder, dass dieser Verein der BI fachliche Hilfe geben und die Gespräche mit den Verwaltungen durch das Gewicht eines großen Naturschutzverbandes erleichtern kann. So kam es 1980 zum BUND in Kelkheim (BiK). Mit dem Rückhalt in der Bevölkerung gelangen die Verhinderung oder Abänderung großer kommunaler Projekte, konnten Unterschriften gesammelt und öffentliche Diskussionen auf allen Ebenen - auf der Straße, in der Presse, im Naturschutzbeirat, im Rathaus - geführt werden.

In seiner Ansprache nahm Guder die Gäste zu einem virtuellen Spaziergang rund um Kelkheim mit und berichtete über die markantesten Ergebnisse und Erfolge des BUND. Guder setzte intensive Öffentlichkeitsarbeit für den Naturschutz ein. Die im Foyer des Rathauses vom Ehepaar Guder aufgestellten Tafeln zeugen von penibler Pressearbeit zur Information der Kelkheimer Bürger und von den konkreten Vorschlägen für alternative Lösungen. Es gehört zu seinen Grundsätzen, mit Verbündeten aktiv zu werden, nicht allein zu handeln, aber soviel Engagement und Verantwortung einzubringen, als sei man Einzelkämpfer, der er von geselliger Veranlagung nicht ist. Umweltschutz ist ja nicht das ganze Leben von Manfred Guder, sein Beruf als Graphiker musste Priorität haben. Da ist Karin Guder, seine Frau, ihm eine Hilfe, die das Naturschutz-Engagement überhaupt ermöglicht.
Von diesem erfrischendem Treffen im Rathaus konnte man die Gewissheit mitnehmen, dass Natur- und Umweltschutz nicht mutlos machen, sondern Muntermacher mit Spaß sein können. Im Landesverband des BUND weiß man, dass der Naturschutz seine Basis in den Gemeinden vor Ort hat, nahe den Menschen, für die um Schonung und Erhalt der Natur gestritten wird.

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Nachruf

Am 6. Juni 2003 verstarb das langjährige, aktive BUND-Mitglied Wilfried König. Er war Mitbegründer der Friedrichsdorfer BUND-Gruppe Anfang der achtziger Jahre und bis 1999 deren Vorsitzender. Ebenfalls viele Jahre war er aktiv im Vorstand des Kreisverbandes Hochtaunus. Er war Pfarrer und Lehrer und widmete sich insbesondere der Umwelterziehung. Die Renaturierung und der Schutz des Erlenbaches waren ihm ein besonderes Anliegen. Viele Jahre war er Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Bachpaten. Jedes Frühjahr engagierte er sich für den Schutz der wandernden Amphibien im Bereich des Erlenbaches. Auf der Niederweid trug seine nachhaltige Naturschutzarbeit Früchte. Hier schuf er auf einer ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche einen naturnahen Lebensraum für bedrohte Lebensgemeinschaften wie dem Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der Wiesenflockenblume und dem Salbei. Dort sind auch Pirol und Nachtigall zu hören, deren Schutz ihm besonders am Herzen lag.

Wilfried König war ein Mann großer Tatkraft, mit Weitblick und Visionen, der durch seine Kompetenz und sein Wissen überzeugte und sich für sein entschlossenes Eintreten für Natur- und Umweltschutz viele Sympathien und Respekt erworben hat. Seine Naturverbundenheit hat ihn zu uns geführt. Wir verdanken ihm viel und verlieren einen aufrichtigen Mitstreiter für eine bessere Umwelt.

Georg Kraft

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BUNDjugend im BUND-Magazin 03/2003

Öko-Führerschein

Die ultimative Fortbildung für alle jungen Leute zwischen 15-25 Jahren, die selber aktiv werden wollen in Sachen Umweltschutz! Hier bekommt Ihr das nötige Wissen und die Werkzeuge vermittelt, um eine kleine Aktion oder einen Infostand in der Fußgängerzone zu machen. Ein Einstieg in die Seminarreihe ist jederzeit möglich. Und die nächsten Seminare stehen vor der Tür:

25.-29. August 2003
Wie kommt die Kuh auf`s Brot?
Ort: Schwalbenhof in Berschweiler (Rheinland-Pfalz)
Beitrag: 40,- EURO (ermäßigt: 33,- EURO)

Es wartet ein tolles Programm auf euch, fast wie Ferien auf dem Biobauernhof. Der Schwalbenhof ist nämlich eine Betriebsgenossenschaft des Demeter - Verbandes. Hier seht ihr wie Käse und Brot hergestellt werden. Auch könnt ihr selber mal Kühe melken und vielleicht sogar ein Feld abernten. Wie ökologische Landwirtschaft überhaupt funktioniert, was sie von der konventionellen unterscheidet und welche Ideologie dahinter steckt, erfahrt ihr von dem Bio-Bauern. Thematisiert werden außerdem: der Bio-Siegel - Dschungel in Deutschland, die Grüne Gentechnik, eine gesunde Ernährung evtl. auch ohne Fleisch, der EU-Agrarmarkt und die Auswirkungen der Globalisierung. An den beiden letzten Tagen wollen wir mit euch üben, wie man einen Presseartikel schreibt, und im Juleica-Teil erfahrt ihr mehr zur Organisation von Freizeiten... und Projektarbeit.

27.-31.10.2003
Warmes Klima - alles prima?
Ort: Felsberg-Gensungen (Hessen)
Beitrag: 40,- EURO (ermäßigt: 33,- EURO)

Klima, was ist das und wie wird es beeinflusst? Was ist der Treibhauseffekt? Und wer macht ihn? Spannende Fragen, zumal es verschiedene Theorien über die Ursachen der Klimaerwärmung gibt. Und viele Akteure mit unterschiedlichen Interessen.... Wie soll Politik da entscheiden? Was sind Ansätze für eine nachhaltige Entwicklung im Bereich der Energiegewinnung, der Möbilität und inder Landwirtschaft? Dazu wollen wir uns schlau machen und verschiedene Positionen diskutieren. Auch mit Leuten aus der Praxis, die wir vor Ort und in Kassel besuchen. Dort können wir uns Beispiele für regenerative Energiegewinnung von Blockheizkraftwerk bis Photovoltaik anschauen und bekommen alternative Verkehrskonzepte vorgestellt. Bei einem Besuch bei der Kommune Niederkaufungen können wir feststellen: Eine andere Welt ist möglich!

Zusätzliche Jugendleiterschulung!

Für die Jugendleiterschulung haben wir zusätzlich zwei Wochenenden im November reserviert. Vom 7.-9. November und 28.-30. November werden wichtigen Themen behandelt, die für die Leitung einer Gruppe von Bedeutung sind: die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen, Aufsichtspflicht und Haftungsfragen, Versicherung, Gruppen und ihre Phasen, das Leiten von Gruppen, Planung und Organisation von Aktionen und Veranstaltungen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gehören dazu. Daneben gibt es viele Anregungen für Spiele und Aktionsmöglichkeiten, für Naturerfahrung und zum Werkeln. Also das Rüstzeug für LeiterInnen von Kindergruppen, TeamerInnen auf Freizeiten oder Jugendlichen, die selbständig was los machen wollen. Hat man auch einen Erste-Hilfe Kurs gemacht, kann man sich nach der Absolvierung der Schulung eine JugendleiterCard (JuLeiCa) ausstellen lassen, mit der man Vergünstigungen bei vielen öffentliche Einrichtungen erhält. Der Teilnahmebeitrag beträgt 25,- EURO (ermäßigt 18,- EURO).
Weitere Informationen erhältst Du bei der BUNDjugend Hessen.

Jugendleiterschulung:
7.-9. November & 28.-30. November
Ort in Mittelhessen
Beitrag: 25,- EURO je Wochenende, zusammen 50,- EURO

Nachtreffen der Sommerfreizeiten:

Solltest Du auf einer unserer Sommerfreizeiten gewesen sein, und es irgendwie noch nicht mitbekommen haben, dann aufgepasst: Am Sonntag den 14. September ist unser ultimatives Sommer-Freizeiten-Nachtreffen. Es beginnt um 1600 Uhr im Naturfreundehaus Niederrad in Frankfurt.
Genauere Infos und Wegbeschreibung bekommst Du in der Geschäftsstelle.

20 Jahre BUNDjugend

Leider können wir in dieser Ausgabe noch keine Bilder und Berichte von unserer Jubiläumsfeier vom 12. Juli auf dem Wirberg zeigen. Wir haben aber noch Exemplare unserer Jubiläumsausgabe des Aktiv-Infos mit einer Übersicht über 20 Jahre BUNDjugend, die Ihr kostenlos in der Geschäftsstelle anfordern könnt.
Oder Ihr schaut mal auf der Homepage der BUNDjugend, dort findet Ihr das aktuelle Aktiv-Info und viele Bilder von der Feier und den Sommerfreizeiten: www.bundjugendhessen.de!